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Umfrage beim Meisterjahrgang 2010

39c/2011 vom 19. Mai 2011

Die Meisterklasse 2011: Prädikat besonders wertvoll - Verantwortungsbereit, optimistisch und vom eingeschlagenen Berufsweg voll überzeugt – Handwerkskammer Düsseldorf befragt Meisterabsolventen 2010

Sie glauben an sich, wollen ihr Können an verantwortlicher Position einbringen und sind von ihrem Berufs- und Qualifikationsweg voll überzeugt. Selten hat ein Jungmeisterjahrgang so selbstbewusst nach vorn geschaut wie dieser. Rückenwind für ihre Ambitionen erhalten die frischgebackenen Inhaber des bedeutendsten Karriereziels für Nichtakademiker von der seit gut einem Jahr laufenden Imagekampagne des Gesamthandwerks. Sie kommt ausgesprochen gut an bei der jungen Leistungselite des Wirtschaftssektors.

Das sind die wichtigsten Ergebnisse einer Umfrage der Handwerkskammer Düsseldorf unter den 1033 Absolventen der Meisterprüfungen des Jahres 2010 an Rhein und Ruhr. Danach streben 51,6 Prozent der Jungmeister eine Existenz in beruflicher Unabhängigkeit an oder haben (20 Prozent) den Schritt zum/zur Unternehmer/in bereits vollzogen. Die von der Kammer regelmäßig abgefragte Bereitschaft zur Selbstständigkeit ist damit erstmals seit acht Jahren gegenüber dem Vorjahreswert (51,0 Prozent) leicht gestiegen. „Die aktuelle Meistergeneration kitzelt wieder stärker der Wagemut, ihr Know-how und ihre Ideen am Markt auf eigenes Risiko auszuprobieren,“ äußerte Kammer-präsident Prof. Wolfgang Schulhoff am Donnerstag vor Journalisten in Düsseldorf Genugtuung über die Trendumkehr.

Das Hauptversprechen der Meisterfortbildung heißt allerdings „Karriereschritt in eine verantwortlichere Stellung“ – ob in angestellter Position oder als Jungunternehmer; ob innerhalb oder außerhalb des Handwerks. Annähernd zwei Drittel der Befragten (62,2 Prozent) trachten mit der Meistervorbereitung vor allem nach beruflichem Fortkommen. „Die Meistervorbereitung ist das klassische Vehikel der Aufstiegsfortbildung im gewerblich-technischen Berufs-Kosmos – einst wie heute“, betonte Schulhoff.

Dass sich dieser Schritt auch materiell stärker als angenommen lohnt, untermauert eine neuere Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Danach amortisiert sich die Meisterausbildung im Handwerk bereits im Alter von 40 Jahren, eine Akademikerlaufbahn dagegen erst drei Jahre später. Für Absolventen, die nach einer Lehre noch eine Meisterprüfung dranhängen, zahlt sich der Zusatzabschluss ausweislich der IW-Untersuchung mit einer Rendite von 8,3 Prozent aus. Bei Akademiker beträgt die Bildungsrendite 7,5 Prozent.

Daneben treibt ein ausgeprägtes Interesse an fachlicher Weiterbildung sui generis die im Schnitt 28 Jahre alten Handwerker zur Meisterschulung an. 56 Prozent der Befragten leben in der Meisterschule ihre Freude an einer Perfektionierung ihrer Kenntnisse und Fertigkeiten aus. „Die sprichwörtliche Qualifikations- und Qualitätskultur des Handwerks hat ihren Nährboden in exakt dieser Einstellung“, erläuterte der Kammerchef. Diese Haltung wird untermauert durch die hohe Zahl an Absolventen (27 Prozent), die bekunden, sich mit der Meisterprüfung vor allem selbst haben beweisen wollen.
Mehr noch: gut jeder siebte Meisterabsolvent (15,2 Prozent) peilt als nächsten Qualifikationsschritt ein Universitätsstudium an. Weitere 38,4 Prozent liebäugeln mit diesem Gedanken. „Die Zeiten, als sich die Welt in zwei Klassen schied – hier die Akademiker als überlegene Wissens- und Theorie-schaffende, dort die Berufspraktiker – sind dank der heute eingerissenen Qualifikationsschranken zwischen Fachkräften mit beruflicher Bildung und Hochschulabsolventen eindeutig passee“, konstatierte Schulhoff.

Angesichts der ausgeprägten Ambition und Eigenmotivation der nachrückenden Meistergarde verwundert auch das folgende Teilergebnis der repräsentativen Befragung nicht: Mehr als drei Viertel der Jungmeister blickt persönlich mit großer Zuversicht nach vorn. Die zurückliegende entbehrungsreiche Zeit als Meisterschüler – im Schnitt müssen 1400 Lehrgangstunden bis zum Prüfungsziel aufgewendet werden – hat die junge Leistungselite des Handwerks in ihrem Optimismus offensichtlich nur bestärkt. Denn satte 97 Prozent – also praktisch alle Befragten – würden die soeben absolvierte Fortbildung zum Meister uneingeschränkt weiterempfehlen bzw. wieder machen. „Die Meisterurkunde dürfte damit das Wertpapier mit dem mit Abstand größten Rückhalt seiner Besitzer sein“, spitzte Schulhoff das einhellige Votum zu.

Zustimmung erteilen die erfolgreichen Meisterprüflinge ihrerseits der brancheneigenen Imagekampagne mit dem Slogan „Das Handwerk. Die Wirtschaftsmacht. Von nebenan“. Gegenüber einer vergleichbaren Erhebung im Vorjahr deutlich forciert bekunden die befragten Jungmeister ihre Zufriedenheit mit der Konzeption und dem Pfiff der Sympathie- und Aufklärungsoffensive des Wirtschaftsbereichs. 43 Prozent befinden die Kampagne als „sehr gelungen“ (Vorjahr 26 Prozent). 50 Prozent (2010: 44 Prozent) bezeichnen die neue öffentliche Präsenz des Handwerks als „wichtig für das Image“ des Berufsstandes. Und mehr als jeder dritte Befragte lobt explizit den Einfallsreichtum an „guten, witzigen Sprüchen“, mit denen die Kampagne aufwartet. Immerhin 21,6 Prozent der neuen Meister (Vorjahr: 40 Prozent) ist die Kampagne allerdings noch nicht bewusst aufgefallen und erst vier Prozent nutzen die Plakate, Werbe- und Gestaltungsmittel der großangelegten PR-Maßnahme für eigene bzw. Firmenzwecke. „Die Kampagne erreicht und überzeugt die kommenden Leistungsträger im handwerklichen Mittelstand. Sie hat ihre volle Kraft jedoch noch nicht entfaltet.“ Schulhoff kündigte eine Fortsetzung der Imagekampagne für drei weitere Jahre an.

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online seit 03. Jun 2011, aktualisiert am 28. Jul 2011

Ansprechpartner

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Prof. Dr. Hans Jörg Hennecke
Abteilungsleiter/in

Tel. 0211 8795-360
Fax 0211 8795-363
hans-joerg.hennecke@hwk-duesseldorf.deE-Mail
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