Beratung im Handwerkszentrum -Wohnen im Alter-
Beratungsangebote - Barrierefreies Bauen und Wohnen - Demografischer Wandel

Die Altersstruktur der Bevölkerung wandelt sich tiefgreifend, weil die Zahl der Senioren stark zunimmt. Senioren, aber auch viele jüngere Menschen, die auf Grund von Krankheiten oder Unfällen gesundheitliche oder körperliche Einschränkungen haben, stellen vergleichbare Ansprüche an Zuschnitt und Ausstattung von Wohnraum. Dem barrierefreien Bauen und Wohnen kommt damit eine hohe Bedeutung zu. Das Handwerk ist mit seinen kompetenten, beratungsstarken und komfortorientierten Dienstleistungen in diesem regional und verbraucherorientiert ausgerichteten Markt ein überaus wichtiger Partner für viele Akteure wie z. B. Wohnberatungsstellen und Pflegedienste, Architekten, Planer und Wohnungswirtschaft, aber auch für Einrichtungen der Wohlfahrtspflege und für zahlreiche Senioreninitiativen.
Die Handwerkskammer Düsseldorf hat das Thema Seniorenwirtschaft seit dem Jahr 2001 aktiv besetzt und damit in der Handwerksorganisation bundesweit eine Vorreiterrolle eingenommen. Im Frühjahr 2003 hat die Kammer das Handwerkszentrum - Wohnen im Alter - eingerichtet.
Beratungsphilosophie
Die Kapazitäten des Handwerkszentrums - Wohnen im Alter - für die einzelbetriebliche Beratung sind begrenzt. Umso mehr kommt es darauf an, übertragbare Konzepte zu entwickeln und umzusetzen. Unterstützungsmaßnahmen sollten möglichst als „Hilfe zur Selbsthilfe“ konzipiert und akzeptiert werden. Durch die detaillierten Eigenauskünfte derjenigen Handwerksunternehmen, die im Handwerkerverzeichnis „Barrierefreies Bauen und Wohnen“ gelistet sind, hat das Handwerkszentrum eine gute Kenntnis über deren individuellen Entwicklungsstand.
Besondere Schwerpunkte:
- Unterstützung im Seniorenmarketing
Das Seniorenmarketing - oder auch ein generationsübergreifendes Marketing - ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Die Gruppe der „Senioren“ ist inhomogen, eine nähere Unterteilung „älterer Menschen“ in einzelne Zielgruppen ist nach vielerlei Kriterien möglich, aber nur schwer in passgenaue Ansprachekonzepte umzusetzen. Versuche, ältere Menschen als Senioren anzusprechen, erweisen sich meist als wenig erfolgreich. Zu groß ist die Stigmatisierung des Seniorenbegriffes innerhalb der Gesellschaft. Marketingexperten diskutieren auf einschlägigen Fachtagungen leidenschaftlich verschiedene Ansätze, die zumeist nicht von mittelständischen Unternehmen aufgegriffen wurden. Patentrezepte gibt es nicht. Gerade im Bereich der gewerblichen Darstellung von Dienstleistungen und Produkten sowie in der Selbstdarstellung der Handwerksbetriebe liegen erhebliche Verbesserungsmöglichkeiten. Hier kann eine einzelbetriebliche Unterstützung ansetzen, insbesondere wenn diese schon auf die Inhalte vorbereitender Seminare und Workshops zurückgreifen kann. Grobe Fehler und damit Fehlinvestitionen der Betriebe lassen sich so vermeiden. Ähnlich entwicklungsfähig ist das Verhalten der Handwerker im Beratungs- und Verkaufsgespräch.
- Unterstützung bei der Entwicklung neuer Dienstleistungen
Das Handwerkszentrum kann im Zuge seiner Marktbeobachtung Bedarfslagen der Kunden bzw. Angebotslücken auf der Anbieterseite identifizieren und skizzieren. Dabei zeichnet sich jedoch gerade im Bereich der haushaltsbezogenen Dienstleistungen ab, dass Handwerker wohl nur anteilig zur Bedarfsdeckung beitragen können. Ihre Dienstleistungsideen sollten daher als Komplementärangebote zu anderen Anbietern angelegt werden. Dies setzt einerseits die innerbetriebliche Innovationsbereitschaft des einzelnen Unternehmens voraus, andererseits die Bereitschaft zur Abstimmung mit weiteren Marktteilnehmern. Das Handwerkszentrum kann nicht selber marktreife Dienstleistungspakete schnüren. Solche wären nicht zu vermitteln, ohne damit unmittelbar in den Wettbewerb einzugreifen. Es unterstützt jedoch Betriebe durch geeignete Informationsbereitstellung und die Moderation von „Ideen-Workshops“ bei der Entwicklung neuer Dienstleistungen.
- Unterstützung handwerksinterner Kooperation
Die Vorzüge handwerksinterner Kooperationen zur Schaffung von Angeboten aus einer Hand und zur Sicherstellung von Beratungsleistungen zur Wohnraumanpassung, die in einer gesamtheitlichen Sichtweise die Aspekte verschiedener Gewerke miteinbeziehen, bleiben nicht auf den Seniorenmarkt beschränkt. Dennoch wachsen aus Verbrauchersicht mit zunehmendem Alter die Hemmschwellen gegenüber einer durch den Kunden selbst zu koordinierenden Maßnahmenplanung und Auftragsabwicklung. Auch Angehörige älterer Menschen, die Maßnahmen der Wohnraumanpassung „von außen“ koordinieren müssen, ohne selber im unterstützungsbedürftigen Haushalt zu wohnen, haben ein Interesse an einem möglichst hohen Kooperationsgrad der Handwerker. Hier zahlt sich Service für beide Seiten aus. Die Initiierung solcher Kooperationen ist ein klassisches Beratungsfeld der Handwerkskammer und damit auch Aufgabe des Handwerkszentrums - Wohnen im Alter -. Auch hier gilt es aus Sicht des Zentrums, auf eine bessere Vernetzung des bereits bekannten Handwerkerpools des Anbieterverzeichnisses hinzuwirken. Die Weiterentwicklung dieser Unternehmen ist eines der vorrangigen Beratungsziele.
- Unterstützung bei der Vernetzung mit handwerksexternen Marktteilnehmern und nicht-kommerziellen Akteuren
Die demografische Entwicklung und die veränderten gesellschaftlichen Lebensgewohnheiten erfordern die Entwicklung von wohnbegleitenden Versorgungsnetzen, welche die Lebens- und Wohnqualität der älteren Generation langfristig steigern und absichern helfen. Nur so können im lokalen Umfeld beständige, qualitätsgesicherte und bedarfsgerechte Angebote für ältere Menschen geschaffen werden.
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online seit 25. Okt 2011, aktualisiert am 23. Nov 2011
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