 |
>> Startseite > Presse > Pressemitteilung 04/2010
|
Pressemitteilung Nr. 04/2010 vom 26.01.2010
Ein Handwerker in Bergbau und Industrie Goldener Meisterbrief für Bernard Hendricks Kamp-Lintforter Drehermeister lernte bei Solvay, schuftete für Krupp und leitete schließlich die mechanische Werkstatt der Zeche Rossenray Elektriker wollte er werden, Dreher, Meister und Werkstattleiter wurde er schließlich: in einem bewegten Handwerkerleben in der Industrie. Der Saalhoffer Bernard Hendricks erhielt am Dienstag - zwei Tage nach seinem 78. Geburtstag - aus den Händen des Vizepräsidenten der Handwerkskammer, Siegfried Schrempf, "seinen" Goldenen Meisterbrief ausgehändigt.
Im Jahr 1959 hatte Hendricks die Meisterpüfung im heute im Metallbau aufgegangenen Dreher-Handwerk abgelegt und bestanden. Das Meisterstück, eine Blechwalze, wog 1,6 Tonnen und musste per LKW vor die Prüfungskommission gekarrt werde. "Ein stolzer Moment in meinem Leben", sagt Hendricks noch heute.
Ein Jahr nach Kriegsende begann Hendricks beim Kalichemie-Konzern Solvay eine Dreher-Lehre, nachdem im Wunschberuf Elektriker kein Platz zu ergattern war. "Eine schwierige Zeit: der Berufsschulunterricht war auf verschiedene Schulen verteilt - bei den damaligen Verkehrsmitteln. Statt Hefte und Bücher gab es lose Blätter als Unterrichtsmaterial. Das erste Gehalt nach bestandener Gesellenprüfung 1949 war karg: der Sold betrug 59 Pfennige die Stunde; später bei Krupp 1952 dann 1 Mark 20," blickt Hendricks zurück.
Bald wechselte der Metallhandwerker auf eigenen Wunsch in die Zechenanlage Rossenray, lernte die Metallbe- und Verarbeitung in allen Facetten kennen. Mit dem Wechsel zur Firma Aumann im Jahr 1957 verband der junge Handwerker in der Industrie die Hoffnung, die Meisterprüfung und damit auch einen Karriere- und Gehaltssprung machen zu können - für den frischgebackenen Ehemann und angehenden (später zweifachen) Vater kein unwesentlicher Aspekt der Lebensplanung.
Die Wünsche erfüllten sich. Im Jahr 1960 folgte die erste Meisterstelle in einem Zylinder und Ventile produzierenden Betrieb, der Firma Martonair in Alpen (heute Norgren). Seinen Höhepunkt und Abschluss fand Hendricks´ Berufsentwicklung nach 1962 und bis zum Wechsel in den Ruhestand im Jahr 1987 wiederum in der Zeche Rossenray, wo ihm die Leitung der mechanischen Werkstatt angetragen wurde. "Ich war für alle Reparaturen und Anfertigungen für den Übertage- und Untertagebetrieb zuständig", präzisiert Bernard Hendricks.
Verantwortung auch für andere - ob als Ausbilder seit seiner Meisterprüfung oder im Kamp-Lintforter Kulturleben, war für Hendricks "Selbstverständlichkeit und Freude". Er leitete die katholische Jugend in Saalhoff-Asprey acht Jahre lang, war später Küster und zwei Jahrzehnte Kirchenvorstand in der Gemeinde St. Michael. 23 Jahre lang führte er als Vorsitzender die Bruderschaft St. Michael in Saalhoff, deren Ehrenvorsitzender er heute ist. Die Jägerei und das Kegeln gehörten stets zu seinen Leidenschaften.
Meisterstück von B. Hendricks. (Presse).
 |
|
|
|