Adrian Smgay lehnt an einem Tisch, auf dem eine Beinprothese steht, und lächelt in die Kamera
HWK Düsseldorf/Tabea Weberskirch

Jahresbestmeister 2025Adrian Smigay, Orthpädietechniker

So strukturiert geht wohl selten jemand an seine Berufswahl heran. Als Ergebnis eines Berufsfindungstests in der achten Klasse wurden Adrian Smigay verschiedene Berufe vorgeschlagen – und so testete er kurzerhand einige von ihnen in Praktika. Vom Einzelhandelskaufmann bis zum Koch; sogar als Steinmetz am Kölner Dom probierte er sich. Und am meisten überzeugt hat ihn die Orthopädietechnik: Heute möchte er auf keinen Fall etwas anderes machen und ist sehr zufrieden mit der Position in seinem Unternehmen, der Firma Rahm. Smigay arbeitet derzeit in der Zentrale in Troisdorf.

„Wer bereit ist, Neues aufzunehmen und sich weiterzuentwickeln, kann viel erreichen. Gerade in unserem Beruf verändern sich Technik, Verfahren und medizinische Erkenntnisse sehr schnell. Deshalb ist lebenslanges Lernen besonders wichtig.“

Bereits in seinem Ausbildungsbetrieb in Bergisch Gladbach (Munny Orthopädie) traf er es gut an: Er verstand sich mit den Kollegen und das Arbeitsumfeld war sehr angenehm. Ein guter Einstieg ins Berufsleben. Und noch eine weitere berufliche Station hat Adrian Smigay fachlich wie persönlich weitergebracht: ein einjähriger Auslandsaufenthalt in Australien. Dort hat er ebenfalls Prothesen gebaut, dazu in einem anderen Land, mit anderer Sprache und anderen Herausforderungen, gearbeitet.

Für die Meisterfortbildung entschied sich Smigay, um eine höhere Qualifikation zu erlangen und beruflich weiterzukommen, aber auch, um mehr Verantwortung zu übernehmen und neue Dinge kennenzulernen. Interesse und Lernfähigkeit hält er generell für das Wesentliche, um im Beruf zu bestehen.

Allerdings wünscht er sich, dass man in seinem Handwerk trotz Digitalisierung und technologischem Fortschritt weiterhin vieles selbst und individuell herstellen darf: „Gerade in der Orthopädietechnik ist jede Versorgung ein Einzelstück.“ Ihm liegt besonders die Planung gemeinsam mit Patienten, Ärzten und Therapeuten. „Außerdem scheint es mir leicht zu fallen, mir vorzustellen, wie ein Hilfsmittel am Ende aussehen soll – also Konfiguration, Zuschnitt, Formgebung und die praktische Umsetzung.“

Nach den überstandenen Anstrengungen der Meisterschulzeit – Smigay absolvierte die Fortbildung berufsbegleitend und musste rund eineinhalb Stunden zur Meisterschule pendeln – steht jetzt erst einmal seine Familie im Mittelpunkt. Denn der frisch gebackene Meister hatte kürzlich noch etwas zu feiern: die Geburt seiner zweiten Tochter.