Aktionstag "Frauen gehen in Führung" bei der HWK Düsseldorf auch in der 3. Auflage erfolgreich
HWK Düsseldorf
Gut gelaunte "Frauen in Führung": Die Moderatorinnen und Referentinnen des Aktionstags mit Hauptgeschäftsführer Axel Fuhrmann

Aktionstag "Frauen gehen in Führung" auch in der 3. Auflage erfolgreich

Pressemitteilung Nr. 28 vom 12. Juni 2018

Annähernd einhundert Handwerkerinnen trafen am 11. Juni in der HWK Düsseldorf auf gestandene weibliche Führungskräfte, um sich Orientierungshilfen und Praxistipps für bevorstehende eigene Firmenverantwortung  zu holen. Bei der dritten Auflage der Workshop-Reihe „Frauen gehen in Führung“ hatte vor allem ein Hinweis Hochkonjunktur: Gut Netzwerken!

Top-Organisation, Selbstvertrauen und Netzwerken als Erfolgsfaktoren

Die 2017 als Düsseldorfer „Unternehmerin des Jahres“ ausgezeichnete Konditormeisterin Kathrin Lohaus von der Chocolaterie bittersüß & edelweiß (Düsseldorf; Credo: „Das Leben ist zu kurz für schlechte Schokolade“) hatte sich nach dem Fachabitur besonders gründlich – in einem „Mehrgenerationenbetrieb“ – ausbilden lassen. Der früh entwickelte „Traum vom eigenen Lädchen“ war trotz aller Qualifikationsschritte stets von Unsicherheitsgefühl begleitet. Dennoch gelang die Verwirklichung glänzend; auch, weil die heutige Jungunternehmerin während der Aus- und Meisterfortbildung alle Rezepte und Ideen stets in ein Heft schrieb – eine Goldgrube nach dem Start in selbstständiger Verantwortung, der in gleitendem Übergang in einer Bilker Bäckerei erfolgte; zunächst an der Seite der Seniorchefin. Den Business Plan hatte zuvor ein früherer Daimler-Manager durchgearbeitet, der sich in der Familie fand. Auch ihr Ehemann sei ihr „unverzichtbare“ Hilfe und Ermutigung. Sobald die derzeit schwangere Meisterunternehmerin Mutter wird, nehme er Elternzeit.

Den hohen Stellenwert der Familie bei der Gründungsentscheidung, im Gründungsprozess und bei der Absicherung des Geschäftsprojektes unterstrich auch Bettina Paas, die aus der Sicht der NRW.Bank ein wirtschaftliches Engagement von Angehörigen zur Eigenkapitalstärkung als eine mögliche Finanzierungsquelle durchaus empfahl. Ein aktiv teilnehmendes und teilhabendes persönliches Umfeld wirke stabilisierend. Solche erweiterten Eigenmittel würden vor allem für strukturwirksame Investitionen – etwa in die Digitalität des Unternehmens – benötigt; Kreditinstitute finanzierten eher Betriebsmittel. Paas empfahl im Übrigen einen engen Kontakt zur Bank zu pflegen, mit Blick auf das Rating der Firma wie auf Fördermittel. Aktuelle Kennzahlen und alle anstehenden Entwicklungsschritte interessierten die Geldhäuser – positive wie Produkt- und Serviceneuerungen als auch negative wie eine eventuell hohe Fluktuation – um das Ausfallrisiko sicherer bewerten und die erreichbaren Kreditkonditionen verantworten zu können.

Hilfreiche Tipps und Tools zur Büroorganisation stellte Silke Nevermann vor – und richtete den Fokus dabei auf den zeitraubenden Suchmodus in Ablagen. Die Office-Expertin  empfahl, alle Suchbewegungen, Sickstellen und auftretende Doppelarbeiten – etwa mehrfach verarbeitete Kundendaten – einmal eine Woche lang exakt zu erfassen. Ein Kardinaltipp: „Probleme lassen sich meistens mit drei bis fünf logisch sich aufeinander beziehenden Fragen klären.“ Ihre Software-Empfehlungen betrafen digitale Notizbücher, integrierende Plattformen für den Mail- und Datenverkehr, Programme, die multiple Aufgaben vom Auftragsformular übers Aufmaß bis zum Mitarbeitereinsatz und der Kundenabrechnung virtuell abarbeiten und zusammenführen, finanzbuchhaltungsgerechte Belegscanner sowie datenrechtskonforme virtuelle Schredder.

Kabarettistin Andrea Volk: „Klüngelt wie kölsche Männer!“

Mit einprägsamen Demonstrations- und Übungsanteilen führte Kommunikations-Coach Andrea Mills in die Wirk-Welt humorvoll-eleganter Mitarbeiter- und Kundenkommunikation ein. Auf die besonderen Chancen zur Existenzgründung durch Firmenübernahme machten die Kammer-Betriebsberaterinnen Ingrid Czulkies und Sarah Eichhorn aufmerksam, bevor als Höhepunkt und Abschluss des Aktionstags Kabarettistin Andrea Volk Fallstricke weiblicher beruflicher Selbstverwirklichung in einem männerhaltigen und bürokratielastigen Umfeld aufs Korn nahm.

Ihr nachhaltigster Rat an die künftigen Führungs-Frauen: Unangenehmes möglichst gleich und am Stück wegschaffen, schnell Selbstvertrauen fassen. Aber vor allem: „Wie die kölschen Männer klüngeln zu lernen.“

Alexander Konrad, Pressesprecher Handwerkskammer Düsseldorf

Alexander Konrad

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