(v. l.): Anton Mavric und Thomas Klode
HWK Düsseldorf
(v. l.): Anton Mavric und Thomas Klode

Anton Mavric studiert trial

Pressemitteilung Nr. 22 b vom 12.6.2017

"Mir kommt die Mischung aus Praxis und Theorie, die Lehre in der Tischlerei und das betriebswirtschaftliche Studium mit der integrierten anschließenden Vertiefung zum Meister sehr entgegen. Die Art und Gleichzeitigkeit der Anforderungen, die Abwechslung: Da kann ich stringent bleiben. Außerdem sind alle Beteiligten darauf eingestellt, dass sich die Lerninhalte aufeinander beziehen, dass ich eine Fragestellung aus dem Arbeitsprozess in der Berufsschule oder auch an der Hochschule vertiefen kann." So positiv klingen die ersten Eindrücke, die Anton Mavric von "seinem" Trialen Ausbildungs-Studiengang gesammelt hat, der ihn binnen fünf Jahren zum Abschluss zum Tischler-Gesellen, zum Bachelor of Arts in Handwerksmanagement und zum Meister seines Fachs führen soll. Im Curriculum besonders angetan hat es Anton dabei eine Übung in Zeitmanagement, die ihm die Planung des Tagesablaufs und das Dranbleiben am Vertiefungs- und Prüfungsstoff auf Basis eines "Lernposters" unmittelbar erleichtert.

Vorausgegangen war der Entscheidung für das komplexe, neuartige Qualifizierungsmodell mit Standorten in Düsseldorf (Berufsausbildung in der Tischlerei Thomas Klode und im Albrecht-Dürer-Berufskolleg; dazu die Überbetriebliche Ausbildung) und in Mönchengladbach (Hochschule Niederrhein) eine Phase der Suchbewegung nach dem "richtigen" Berufseinstieg. Nicht völlig ausgereifte Ideen kreisten um die (Ingenieurs)Technik und den Werkstoff Holz, und ließen die Überlegungen schwanken zwischen einem Universitätsstudium in Architektur einerseits, und einer um Fortbildungselemente "aufgepeppten" Lehre in einem Holzbauberuf; und hier vor allem in der Kombination aus einer Zimmerer- oder Tischlerausbildung und einer sprachlich wie kaufmännisch qualifizierenden Zusatzausbildung zum "Europaassistenten".

Vorbereitet hatte sich der Realschulabsolvent Anton Mavric auf diese Optionen mit einem Jahr an einer High-School und in einer Gastfamilie in den USA, mit häufigen Arbeitseinsätzen an der Hobelbank; nach der Rückkehr durch eine fachschulische Ausbildung in Holztechnik, die ihm auch das Fachabitur eintrug, und durch Praktika in Schreinereien in Duisburg und in Düsseldorf. Die formende Arbeit mit Werkzeug blieb der erfüllende Aspekt. Vor allem Antons Eltern hatten ihn auf einen akademischen Qualifizierungsweg zu drängen gesucht. Doch Anton ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Mathematische Berechnungen, bis dato nicht sein schulischer Lieblingsstoff, verloren im Umgang mit den konkreten betrieblichen Auftragsprojekten in den Hospitanzen ihren Schrecken, der Sinn von Material- und Flächenberechnungen erschloss sich "quasi nebenbei", eine gewisser Respekt gegenüber fachtheoretischen Anforderungen blieb.

Als Anton in der Zeitung vom trialen Qualifizierungskonzept in Mönchengladbach erfuhr, war sein Interesse sofort geweckt; er fasste Zutrauen, den komplexen Anforderungen genügen zu können, und nutzte das angegebene Beratungsangebot in der Handwerkskammer: Darüber fand er mit Thomas Klode zusammen. Der Düsseldorfer Tischler-Meisterunternehmer führt mit Fortüne nicht nur einen auf Innenraumkonzepte und Mobiliar spezialisierten Schreinerbetrieb, sondern auch die prosperierende Fachinnung in der Landeshauptstadt, ist Meisterprüfer für sein Gewerk bei der HWK und unterstützt ganz generell neue Wege der dualen Berufsausbildung. Klode hatte bereits die Idee, in enger Abstimmung mit seinem befreundeten Berufskollegen Hans-Wilhelm Klomp in Mönchengladbach, der bereits einen trialen Ausbildungs-Studenten unterweist, das dreifach qualifizierende Experiment im Fünfeck beteiligter Institutionen (in der Phase der Meisterfortbildung tritt noch die Handwerkskammer hinzu, die die Meisterschule unterhält) zu wagen.

Wie das Experiment ausgeht, bleibt vorerst offen; Anton wurde durch eine zweimonatige Handverletzung zurückgeworfen, schaut aber mit Recht selbstbewusst nach vorn. „Auch für meinen Ausbilder bin ich attraktiv, werde ich doch frühzeitig auch mit Fragen der Betriebsführung vertraut gemacht.“ So klingt jedenfalls jemand mit gefestigter Perspektive.

Hinweis: Jetzt für das triale Studium im Handwerk bewerben. Die Frist der Hochschule Niederrhein endet am 15.7.2017.

Weitere Informationen unter: www.triales-studium.nrw
Online-Bewerbung um einen Studienplatz unter: www.hs-niederrhein.de/services/studieninteressierte/bewerbung

Ansprechpartnerin bei der Handwerkskammer: Rebecca Haag, Tel.: 0211/8795-605

Alexander Konrad

Leiter Kommunikation & Pressesprecher

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