Besucher bei der Eröffnung der Europäischen Kunsthandwerkstage in der Handwerkskammer Düsseldorf
HWK Düsseldorf
"Europäische Tage des Kunsthandwerks" in der Handwerkskammer

Europäische Kunsthandwerkstage eröffnet

Pressemitteilung Nr. 18 vom 8. April 2019

Ausstellung begeistert mit Vielfalt und kunsthandwerklichem Design

Mit der Verkaufsschau zu den „Europäischen Tagen des Kunsthandwerks“ dürfe man sich in Düsseldorf als Teil eines europäischen Gemeinschaftsprojektes fühlen, so Kammerpräsident Andreas Ehlert vor einigen 100 Besuchern der Vernissage. Und das sei auch deshalb von großem Wert, weil „Europa“ in einem positiven Kontext Schlagzeilen mache: „Davon kann man sich mit Blick auf die kommende Europawahl am 26. Mai gar nicht genug wünschen.“

Die „Europäischen Tage des Kunsthandwerks“ wurden 2002 auf Initiative des französischen Handwerkministeriums in Frankreich ins Leben gerufen und finden mittlerweile in jedem Frühjahr in 21 Ländern statt. Über die Partnerschaften der französischen und deutschen Handwerkskammern kam die Idee nach Deutschland und erfreut sich auch hier seit der Premiere 2014 stetig wachsender Beteiligung und Beliebtheit. Für die Handwerksorganisationen ist das Ereignis eine Gelegenheit, Kunsthandwerk vor Ort zu fördern und für handwerkliche Kultur zu werben. In Deutschland steht die Initiative unter der Schirmherrschaft von Elke Büdenbender, der Frau von Bundespräsident Frank Walter Steinmeier. Ziel ist es, die Öffentlichkeit für die Vielfalt von Kunsthandwerk und Design zu begeistern und den Erfahrungsaustausch untereinander zu fördern. Kunsthandwerkerinnen und Kunsthandwerker können außerdem neue Kunden ansprechen und potenziellen Nachwuchs für ihr Handwerk interessieren.

Erstmals beteiligt sich in diesem Jahr das Kreativhandwerk aus Nordrhein-Westfalen an den europäischen Kunsthandwerkstagen und präsentiert in einer Übersichtsschau und Verkaufsausstellung bis zum 14. April in der Handwerkskammer Düsseldorf hochwertiges Kunsthandwerk von rund 50 Ausstellern. Zu Gast sind auch zwei russische Kunsthandwerkerinnen aus Nowgorod.

Künstler aus NRW präsentieren ausgefallene Objekte

Mit einem regelrechten Laufsteg setzt in der Handwerkskammer schon das Ausstellungsdesign das Kunsthandwerk ins rechte Licht. Geschäftsführer Uwe Müller-Biebel von der Arbeitsgemeinschaft des Kunsthandwerks NRW zeichnet verantwortlich für die Präsentation: „Kunsthandwerk, europäisch gesehen – ein toller Gedanke, den wir gerne aufgegriffen haben.“ Die Ausstellerinnen und Aussteller kommen aus allen Teilen Nordrhein-Westfalens und zeigen ausgefallene Objekte aus Holz, Keramik, Metall oder Glas sowie Textilkunst und Schmuckdesign. Oder wie Andreas Ehlert es treffend sagt: „Eine schöne Analogie zu dem Europa, das ich mir wünschen würde: individuell, vielfältig, mit gemeinschaftlicher Ausstrahlung, in einem Haus!“

Barbara Hattrup aus Salzkotten, die 2017 den renommierten Staatspreis für das NRW-Kunsthandwerk in der Kategorie „Skulptur“ erhielt, bezeichnet ihre feinsinnigen Objekte aus unterschiedlichen Materialien mit treffenden Namen: „Gewohnheiten“ nennt sie einen „Flickenteppich“ aus Polyesterbändern, „Spitzfindigkeiten“ heißen zarte Faserkacheln aus dem Bast des Papiermaulbeerbaums. Einen ganz anderen Werkstoff bevorzugt Jörg Schulze-Roloff (Willich) – auch er übrigens Staatspreisträger (aus dem Jahr 2013) – bei seinen spektakulären Möbelentwürfen: Der Designer kombiniert Beton mit knalligen Farben und frechen Styles – wahre Eyecatcher, ob Bank oder Lichtobjekt.

Für Texturen von Stoffen – sowohl in tragbarer Kleidung als auch in textilen Skulpturen – interessiert sich Handwebmeisterin Marita Schäfers aus Bad Wünnenberg. Große Bandbreite auch beim Schmuck: Da ziehen große farbige Steine aus der Kölner Werkstattgalerie tam uekermann die Blicke auf sich – gleich daneben, ebenso faszinierend, Schmuck in strengem Schwarz, kombiniert mit Silber: „Das tiefe C“ genannte Ringe aus dem ungewöhnlichen Material Carbon – Kohlenstoff! Das Label „Ein Ring ist Ein Ring“ von Kirsten Grünebaum kommt, wie könnte es anders sein, aus dem Ruhrgebiet (Essen). Im Bereich Schmuck finden sich einige Kölner Schmuckwerkstätten wie Besser, Keens, Koll oder Stanowsky; daneben sind auch zahlreiche Düsseldorfer Ateliers vertreten: Gottstein, Huck, Reeh, Sennewald-Zimmermann, von Scheven, um nur einige zu nennen.

Enorm wichtig für die Bewahrung handwerklicher Techniken, aber auch die Förderung von neuen, innovativen Ideen, sind die Ausbildungsstätten, wo Handwerkerinnen und Handwerker ihre kreativen Talente entwickeln und verfeinern können: Das sind neben den Fachhochschulen mit Design- und Architektur-Studiengängen vor allem die an die Handwerkskammern angegliederten Akademien für Handwerksdesign. In der Ausstellung übrigens mit Arbeiten von 5 Studenten von „Gut Rosenberg“ aus Aachen vertreten.

Die Ausstellung ist bis einschließlich Sonntag, 14. April täglich von 10 bis 18 Uhr zu sehen. Der Eintritt ist frei.

Impressionen

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Frauke Kerkmann, Pressereferentin HWK Düsseldorf

Frauke Kerkmann

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