Haare färben beim Friseur
Viacheslav Nikolaienko/123rf.com

Coronavirus: Das gilt für Friseure, Kosmetiker & Fußpfleger

So schützen Sie sich, Ihre Mitarbeitenden und Kunden.

Friseur- und Fußpflegebetriebe, Kosmetik- und Nagelstudios können wieder öffnen - unter Einhaltung von strengen Hygieneauflagen. "Tätowierähnliche“ Tätigkeiten wie Permanent Make-up oder Microblading sind wieder erlaubt.

Wichtig ist, dass Betriebe von jedem Kunden die Kontaktdaten erheben und sich versichern lassen, dass der Kunde nicht an Covid-19-typischen Symptomen leidet. Nutzen Sie dafür die Muster zur Erfassung von Kundendaten. Die Aufbewahrungsfrist beträgt 4 Wochen. Löschen Sie danach bitte die Daten bzw. vernichten Sie die Unterlagen.

Die Abstandsregel von mindestens 1,5 bzw. 2,5 Metern hat oberste Priorität.



Arbeitsschutz im Friseur-, Fußpflege- und Kosmetikbetrieb

Organisatorische Maßnahmen

  • Erstellen Sie ein Konzept zur verständlichen Abstandregelung (mind. 1,5 Meter) zwischen Beschäftigten und zwischen Kunden (z. B. im Warte- oder Behandlungsbereich)!
  • Sollte aus Platzgründen an den Arbeitsplätzen (Frisierplätzen) der Abstand von 2,5 Metern zwischen den Kunden nicht eingehalten werden können (gesicherter Mindestabstand von 1,5 Metern + Bewegungsraum), dann sollten Sie nur jeden zweiten Arbeitsplatz besetzen. Eine Abteilung der Frisierplätze durch Trennwände ist keine zulässige Alternative. Die Mindestabstände müssen eingehalten werden.
  • Markieren Sie bitte die einzelnen Bewegungsräume mit entsprechenden Aufklebern für den Boden oder Absperrbändern. Diese erhalten Sie z. B. im Baumarkt oder in Online-Shops.
  • Riegeln Sie durch Absperrbänder (rot-weiß gestreift) Wartebereiche und Spielecken ab.
    Wartebereiche können nur dann zulässig sein, wenn die Mindestabstände von 1,5 Metern zwischen Personen sicher eingehalten werden, je 7 qm (neu!) Fläche im Geschäftsraum nicht mehr als 1 Kundin/Kunde anwesend ist und diese Personen sich vorab die Hände gewaschen oder desinfiziert haben.
    Wir empfehlen, die Wartebereiche geschlossen zu halten und die Flächen stattdessen anderweitig zu nutzen.
  • Stellen Sie im Kassenbereich ein Schutzschild zwischen Kundschaft und Kasse auf. Kontaktloses Bezahlen ist zu bevorzugen.
  • Hängen Sie eine Abstandregelung (Konzept) im Betrieb aus! Das können Sie ggf. über digitale Medien (z. B. Homepage) bereitstellen.
  • Dienstleistungen wie Augenbrauen- und Wimpernfärben, Rasieren und Bartpflege sind unter Einhaltung der Hygieneregeln erlaubt. Bei gesichtsnahen Dienstleistungen und nicht einhaltbaren Schutzabständen müssen Beschäftigte während der Behandlung mindestens eine FFP2-, eine KN95- oder N95-Maske tragen2, ergänzt von einer Schutzbrille oder einem Gesichtsschild.
  • Zeitschriftenauslagen sind unter strengem Hygieneschutz zulässig. Eine Bewirtung darf nur unter Beachtung der entsprechenden Vorgaben für die Gastronomie (Reinigung von Geschirr bei mindestens 60 Grad Celsius, keine offenen Gefäße für Milch, Zucker etc.) erfolgen. Spielecken etc. sind bis auf Weiteres unzulässig.
  • Sollten Sie als betriebliche Besonderheit haben, dass Ihre Kunden die Haare selbst fönen dürfen, dann informieren Sie diese, dass das in der aktuellen Situation nicht erlaubt ist! Das können Sie z. B. als Aushang im Fenster machen. Informieren Sie aber Ihre Kunden frühzeitig z. B. bei der Terminabsprache bereits darüber!
  • Bereiten Sie Ihre Kunden durch telefonische Absprachen vor, um die Kundenanzahl im Wartebereich zu regulieren und zu minimieren.
  • Vereinbaren Sie Termine wenn möglich nur telefonisch oder online! Für Laufkundschaft hängen Sie einen Hinweis mit Telefonnummer in Ihr Schaufenster!
  • Die Terminplanung sollte möglichst an einem Home-Office Arbeitsplatz erfolgen. Das Gleiche gilt für Abrechnungen.
  • Hängen Sie Regeln zum Händewaschen bzw. zur Desinfektion für Beschäftigte und Kunden aus! Achten Sie darauf, dass die Regeln beachtet und umgesetzt werden (mind. 20 Sekunden mit Wasser und Seife).
  • Sorgen Sie dafür, dass Seifenspender, Papierhandtücher und ggf. Desinfektionsmittelspender immer aufgefüllt sind.
  • Erstellen Sie neben dem üblichen Reinigungs- und Desinfektionsplan ein ergänzendes Konzept zur Reinigung von Oberflächen, zu denen die Kunden während der Behandlung Kontakt hatten. Achten Sie auf eine konsequente Umsetzung nach jedem Kunden.
  • Erhöhen Sie das Reinigungsintervall für gemeinschaftlich genutzte Räume und Sanitärräume.
  • Sichern Sie auch den Mindestabstand von 1,5 Metern in Ihrem Pausenraum. Entfernen Sie ggf. Stühle, um den Abstand gewährleisten zu können. Alternativ können Sie auch die Pausen Ihrer Mitarbeiter organisieren. Das ist besonders bei kleinen Pausenräumen unumgänglich.
  • Wo möglich sollten beschäftigtenbezogene Arbeitsplätze und -geräte festgelegt werden. Den Austausch von Arbeitsgeräten, wie Scheren, Lockenstab, etc. sollten Sie unterbinden. Sollten dennoch Arbeitsgeräte ausgetauscht werden, sollten die Geräte mit Oberflächen-Desinfektionsmitteln abgewischt werden! Dabei ist die vom Hersteller angegebene Einwirkzeit des Desinfektionsmittels zwingend einzuhalten! Sprühinfektionsmittel sind nicht geeignet.
  • Legen Sie feste, kleine Arbeitsteams für Arbeitseinsätze (z. B Schichten) fest.
  • Achten Sie darauf, dass die Zusammensetzung der Arbeitsteams möglichst nicht wechselt! Das hilft Kontakte zwischen Arbeitsteams und einzelnen Beschäftigten zu reduzieren.
  • Um übermäßige Türgriffkontakte zu vermeiden, sollten die Türen innerhalb Ihres Salons stets geöffnet sein. Veranlassen und kontrollieren Sie, dass Türgriffe von Türen, die nicht geöffnet bleiben können, wie z.B. Eingangstüren, regelmäßig abgewischt und desinfiziert werden!
  • Lüften Sie alle Räume Ihres Friseurbetriebs regelmäßig! Kontrollieren Sie mehrmals täglich die Lüftungssituation.

Erhebung von Kundendaten

Bei der Erfassung der Kundendaten muss die Datenschutzverordnung (DSGVO) berücksichtigt werden. Wir empfehlen, folgende Formulare zu verwenden:

Folgende Vordrucke können auch von Kosmetik- und Fußpflegebetrieben sowie Nagelstudios verwendet werden:

Arbeitsschutzstandard für das Friseurhandwerk

 www.bgw-online.de/SharedDocs/Downloads

Reinigungs- und Desinfektionsplan

Ein solcher Plan muss grundsätzlich (unabhängig von Corona) im Betrieb aushängen:

 Vordruck für Reinigungs- und Desinfektionsplan

Zum Aufhängen im Betrieb



Stellen Sie persönliche Schutzausrüstung zur Verfügung!

  • Stellen Sie Ihren Beschäftigten Mund-Nase-Bedeckungen („Community-Masken" aus Stoff) in ausreichender Zahl zur Verfügung und weisen eine Tragepflicht an! Die Mund-Nase-Bedeckungen müssen nach jedem Kunden ausgewechselt werden! Hängen Sie dazu eine Betriebsanweisung aus!
  • Achten Sie bei der Anschaffung der einfachen Mund-Nasen-Bedeckungen darauf, dass diese mindestens bei 60°C waschbar sind. Eine medizinische, CE-gekennzeichnete Mund-Nasen-Schutzmaske benötigen Sie nicht!
  • Unterweisen Sie Ihre Mitarbeiter in der Handhabung des Aufsetzens, des Tragens, der Ablage und der anschließenden Reinigung der Mund-Nasen-Bedeckung! Die Mund-Nasen-Schutzbedeckungen können mit benutzten Handtüchern bei 60°C in der Waschmaschine gewaschen werden.
  • Sorgen Sie für den Fall, dass die Mund-Nase-Bedeckung zwischendurch abgelegt werden muss, für entsprechende Ablagemöglichkeiten! Sorgen Sie ebenfalls dafür, dass ausreichend frische Masken zur Verfügung stehen.
  • Beachten Sie bitte, dass die Masken keine Arbeitsschutzmaßnahmen im klassischen Sinn darstellen. Daher sollten Sie die Zuständigkeit der Reinigung mit Ihren Mitarbeitern im Vorfeld festlegen.
  • Vor jedem Kundenwechsel müssen die Hände desinfiziert oder mit Seife mind. 20 Sekunden  gewaschen werden.
  • Stellen Sie Ihren Mitarbeitenden ausreichend Einmalhandschuhe zur Verfügung! Das Tragen von Einmalhandschuhen ist vom Beginn der Dienstleistung an bis nach dem Waschen der Haare Pflicht. Die Handschuhe müssen nach jedem Kunden gewechselt werden. Das gilt auch während einer möglichen parallelen Betreuung mehrerer Kunden.
  • Achten Sie auch auf den Hautschutz und stellen entsprechend Hautschutzsalbe zur Verfügung. Nehmen Sie die Handschutzpflicht auch in Ihre Betriebsanweisung auf!

Forderungen und Empfehlungen an die Kunden und für Tätigkeiten am Kunden

  • Informieren Sie Ihre Kunden über die ausschließlich telefonische und/oder elektronische Terminvergabe. Klären Sie im Telefonat oder per Formular Datenerhebung, ob Ihr Kunde frei von aktuellen Symptomen ist, und bereit ist, eine Mund-Nase-Bedeckung zu tragen. Empfehlenswert ist, wenn Sie nur Kunden bedienen, die auch eine Mund-Nase-Bedeckung tragen.
  • Verwenden Sie Einmalumhänge aus Stoff oder Kunststoff! Die müssen den gesamten Körper des Kunden bedecken.
  • Ordnen Sie an, dass die während der Arbeitszeit getragene Wäsche im Friseursalon ausgezogen und dort gewaschen wird. Das gilt auch für während der betrieblichen Tätigkeiten getragene private Oberbekleidung. Weisen Sie Ihre Mitarbeiter an, dass diese Wechselbekleidung mitbringen!
  • Bedienen Sie auf keinen Fall Kunden mit medizinisch ungeklärten Symptomen! Verschieben Sie die Tätigkeiten. Nutzen Sie zur Dokumentation das Formular Datenerhebung beim Kunden.
  • Informieren Sie Ihre Kunden bereits am Telefon und/oder digitale Medien über das Konzept der Abstands- und Hygienereglung in den Räumlichkeiten! Weisen Sie Ihre Kunden auf die richtige Auswahl der Mund-Nase-Bedeckung (geeignet sind solche mit Befestigung an den Ohrmuscheln) und Handhabung zum richtigen Tragen der Mund-Nase-Bedeckung vor dem Besuch Ihres Betriebs hin! Geeignet dazu sind z. B. Aushänge an der Eingangstür oder im Schaufenster!
  • Lassen Sie nur Kunden in Ihren Friseurbetrieb, die bereits vor Betreten eine Mund-Nase-Bedeckung tragen. Veranlassen Sie, dass Ihre Kunden sich als erstes die Hände waschen! Achten Sie darauf, dass Ihre Kunden das aufgestellte Konzept zu Abstands- und Verhaltensregeln einhalten.
  • Eine Alternative zum Händewaschen ist die Händedesinfektion. Händedesinfektionsmittel erhalten Sie in Apotheken, Drogeriemärkten und über Online-Shops. Achten Sie darauf, dass die Händedesinfektionsmittel mindestens begrenzt viruzide Wirkung haben. Der Alkoholanteil muss mindestens bei 80 % angegeben sein (siehe Etikett).

Wichtiger Hinweis: Hausbesuche und mobile Friseurleistungen sind grundsätzlich erlaubt. Halten Sie unbedingt die oben aufgeführten Schutzmaßnahmen ein!

Weitere Empfehlungen

  • Sorgen Sie für einen stressfreien Umgang mit Ihren Kunden! Wirken Sie deeskalierend bei Konflikten zwischen Ihren Mitarbeiter und den Kunden! So vermeiden Sie unnötigen Stress.
  • Schützen Sie besonders gefährdete Mitarbeiter. Bieten Sie diesen ein Gespräch mit dem zuständigen Arbeitsmediziner/Betriebsarzt an. Auch Vorsorgeuntersuchen sollten Sie anbieten!
  • Beachten Sie in dieser besonderen Zeit auch den Mutterschutz! Grundsätzlich sind Schwangere kein erhöhtes Risiko an einer Covid-19 Infektion zu erkranken. Trotzdem ist besondere Vorsicht geboten.
  • Führen Sie eine Gefährdungsbeurteilung durch. Die Maßnahmen haben Sie bereits festgelegt, wenn Sie die zuvor aufgeführten organisatorischen und technischen Maßnahmen durchgeführt haben. Dann brauchen Sie diese nur noch in der Gefährdungsbeurteilung eintragen.
  • Sollten Sie spezielle Fragen haben, dann wenden Sie sich bitte an unsere Hotline: 0211 8795-555 oder an Ihr zuständiges Ordnungsamt


FAQs

NEU: Müssen die Haare vor dem Färben gewaschen werden?

Nein, das ist nicht mehr notwendig. ABER: Das Gebot, VOR dem Schneiden die Haare zu waschen, bleibt bestehen.

Wie lange müssen die erhobenen Kundendaten aufbewahrt werden?

Generell empfehlen wir eine 6-wöchige Aufbewahrungsfrist. Danach sind die Daten zu löschen und die Unterlagen zu vernichten.

Sollen die Kunden mit gewaschenen Haaren kommen?

Nein, die BGW-Vorgabe lautet: Bei jedem Kunden müssen die Haare gewaschen werden. Erreger oder Viren werden durch das Haarewaschen mit Shampoo (fettlösende Substanzen) abgetötet.

Dürfen Kunden eigene Föns und Bürsten mitbringen, wenn sie nicht die betriebseigenen nutzen wollen?

Sollten Kunden darauf bestehen, ihren eigenen Fön und ihre eigene Bürste mitzubringen, sollten diese vor Nutzung gereinigt werden.

Dürfen auch bei 60 Grad waschbare Kundenumhänge verwendet werden, wenn z. B. keine Einwegumhänge mehr erhältlich sind?

Grundsätzlich sollten Einwegumhänge benutzt werden. Manche Friseure fertigen diese selbst aus Kunststofffolie. 100 Meter Kunststofffolie kosten ca. 15 Euro. Ein Schnittmuster kann leicht erstellt werden. Wer nicht so kreativ ist, hat möglicherweise Schwierigkeiten Einwegumhänge zu erwerben. Dann können benutzte Umhänge verwendet werden, wenn diese alle Kontaktpunkte überdecken. Der Umhang muss nach jedem Kunden gewechselt und bei 60°C gewaschen werden. Wichtig ist auch, dass sie vor Wiederverwendung gut durchgetrocknet sind.     

Ist ein Mund-Nasen-Schutz aus Plexiglas ausreichend oder wird dieser als „Gesichtsschild“ betrachtet und darf daher nur zusätzlich zum regulären Mund-Nasen-Schutz verwendet werden?

Eine Mund-Nasen-Bedeckung kann nicht durch ein Visier (Gesichtsschild) ersetzt werden. Das Gesichtsschild ist eine zusätzliche Maßnahme. Wenn dem Kunden während der Gesichtsbehandlung das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung nicht möglich ist, müssen die Beschäftigten mindestens eine FFP2-, KN95-oder N95-Maske tragen,ergänzt durch eine Schutzbrille oder einen Gesichtsschutz zum Schutz vor Kontaktinfektionen bei gesichtsnahen Dienstleistungen.

Dürfen bei weniger als 2,5 Metern Abstand zwischen den Plätzen Plexiglasscheiben hochgezogen werden?

Nein. Sollte der Abstand von 2,5 Metern zwischen den Kunden bzw. Frisierplätzen nicht eingehalten werden können (gesicherter Mindestabstand von 1,5 Metern + Bewegungsraum), dann sollten Sie nur jeden zweiten Arbeitsplatz besetzen. Ein Abteilen der Frisierplätze durch Trennwände ist nicht zulässig.

Anworten auf weitere Fragen

 www.bgw-online.de