Die Handwerkskammer Düsseldorf und die Kreishandwerkerschaft Wesel zeichneten Aram Mustafa als Lehrling des Monats April aus. Im Autohaus Minrath erlernt Mustafa heute im 2.Ausbildungsjahr seinen Traumberuf Kfz-Mechatroniker.
HWK Düsseldorf
(v. l.): Geschäftsführer Thomas Borusiak, Kreishandwerksmeister Günter Bode, Lehrling des Monats April Aram Mustafa und Kammerpräsident Andreas Ehlert

Lehrling des Monats April 2017

Pressemitteilung Nr. 13 vom 18. April 2017

Unter den 20.000 Lehrlingen des Handwerks an Rhein, Ruhr und Wupper gibt es zahlreiche junge Persönlichkeiten, die ihre Ausbilder begeistern: aufgrund ihres manuellen Geschicks und ihrer raschen Auffassungsgabe, weil ihre Fachkunde beeindruckt oder ihr ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein, weil sie innovative Ideen haben oder ein Händchen für den Kunden. Das gilt umso mehr, wenn ein Auszubildender hervorsticht, der in seinem Leben erheblichen Hindernissen trotzen musste. Einen besonders steinigen Weg hat Aram Mustafa hinter sich, der als Jugendlicher nach einem Giftgasangriff auf seine Heimatstadt Halabja alleine aus dem kurdischen Norden des Irak floh und im niederrheinischen Moers Asyl, eine neue Heimat und nach Umwegen auch sein berufliches Glück im Handwerk fand. Zuvor hatte Mustafa Durststrecken zu bewältigen: in Berufsvorbereitungsmaßnahmen der Agentur für Arbeit oder in ungeliebter Tätigkeit als angelernter Koch, drei Jahre lang in einem Sternerestaurant in der Schweiz, mit Bestzeugnis übrigens. Im Autohaus Minrath erlernt Mustafa heute im 2.Ausbildungsjahr seinen erklärten Traumberuf zum Kfz-Mechatroniker.

Wie der 35-Jährige diese späte, intensive Lernphase bewältigt, nötigt seinen Ausbildern Anerkennung ab - und das zeitigte jetzt Folgen: die Handwerkskammer Düsseldorf und die Kreishandwerkerschaft zeichneten Aram Mustafa am Dienstag im Ausbildungsunternehmen als "Lehrling des Monats" April aus. "Aram ist nicht nur überdurchschnittlich handwerklich begabt, sondern besticht durch Einsatzwillen und als wahrer Problemlöser", begründete Kreishandwerksmeister Günter Bode im Rahmen einer Feierstunde vor Journalisten die Entscheidung. "Es gibt auch Auszubildende, die es nicht ganz so ernst nehmen. Aram gehört nicht zu diesen, ist stets einer der ersten, die die Übungsaufgaben durch haben. Bei Teamarbeit wollen die Mitarbeiter gerne ihn dabei haben. Denn Aram geht überlegt vor und hört erst auf, wenn der Job gemacht ist, egal, wie knifflig er war", unterfütterte Personalchef Reinhard Grehl das Lob. Ausbilder Jörg Klama stellte die positive Wirkung heraus, die Mustafa aufgrund seines höheren Alters, durch seine strukturierte Herangehensweise und auch dank seines ausgeglichenen Wesens auf die Mit-Auszubildenden habe. Und das sind Einige: 25 Azubis im gewerblich-technischen Segment zählt das Kfz-Unternehmen, alle 9 Firmenstandorte zusammengenommen, und weitere 25 Auszubildende im kaufmännischen Bereich. Immer wieder bringt das Werkstatt- und Handelsunternehmen auf regionaler Ebene Sieger im jährlichen Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks (für Gesellenprüflinge) hervor, den der Zentralverband mit den Handwerkskammern und Branchenfachverbänden berufsübergreifend und bundesweit veranstaltet. "Wir fördern unseren Nachwuchs nach Kräften, bieten beispielsweise Sporttraining und neuerdings auch Englischkurse, lassen diejenigen, die mehr wollen und zeigen, an anderen Standorten unseres Unternehmens und in anderen Bereichen schnuppern und sie früh auch an Herstellerfortbildungen teilnehmen", schilderte Geschäftsführer Thomas Borusiak die Ausbildungspolitik seines Unternehmens.

Vom sorgfältigen Umgang der Firma hat auch Aram profitiert. "Dass mit der deutschen Sprache bei einem Probepraktikum vor zwei Jahren noch nicht alles top war, hat uns nicht interessiert", so Borusiak. "Denn wir hatten gesehen, wie anstellig Aram zu Werke gegangen ist. Und dann ist unsere Haltung: Den Rest kriegen wir gemeinsam hin." Die Zuversicht war begründet, auch deshalb, weil der mechanisch Begabte kurz zuvor auch erfolgreich den Realschulabschluss nachgeholt hatte. Dass auch die Lehrzeit glatt durchläuft, war gleichwohl nicht selbstverständlich. Denn die Agentur für Arbeit fördert die Ausbildung von Aram als Umschulungsmaßnahme nur für zweieinhalb Jahre, obwohl die Berufslehre zum Kraftfahrzeugmechatroniker laut Ausbildungsordnung dreieinhalb Jahre dauert; nahm sich außerdem wochenlang Zeit, bis sie zahlte. Die Chefs bei Minrath ließen Mustafa nicht hängen und stellten sich auf die verkürzte Lehrzeit ein, "zumal die Leistung von Anfang an stimmte", so Borusiak. "Manche Schwierigkeiten, von denen andere berichten, verstehe ich nicht", bekennt Aram Mustafa, der selbst allzu Einschneidendes erlebt hat, als dass ihn leicht etwas umwerfen könnte. "Erfolgreiche Persönlichkeiten sind aus härterem Holz geschnitzt. Mich beeindruckt an Aram Mustafa nicht zuletzt sein Satz 'Ich möchte mit niemandem tauschen' ", fasste Kammerpräsident Andreas Ehlert seinen Eindruck vom 'Lehrling des Monats' zusammen.

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Alexander Konrad

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