Martin Kost wurde jetzt als Lehrling des Monats März ausgezeichnet
HWK Düsseldorf
(v. l. GF Thomas Hellmann, GF Lothar Hellmann, Lehrling des Monats März Martin Kost, Kammerpräsident Andreas Ehlert, Ausbilder Thomas Steffl und Stefan Piel, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Duisburg

Lehrling des Monats März 2017

Pressemitteilung Nr. 7 vom 21.3.2017

34-Jähriger Martin Kost wird Gebäudemanager statt Mathelehrer

Martin Kost wäre fast Mathelehrer geworden, hatte sein Bachelorstudium nahezu komplett absolviert. "Dann habe ich mir die Entwicklung der Curricula für mein künftiges Fach genauer angesehen." Und erkannt, dass die Lernziele und Prüfungsstandards für den Unterricht in diesem Fach nicht mehr dem entsprechen, was er für richtig erachtet: "Dass Schüler nämlich Berechnungsgrundlagen - die Formeln - nicht nur theoretisch kennen, sondern sie auch anwenden und herleiten können - sprich: beherrschen." Heute steht der 34-Jährige erneut kurz vor einem Abschlussexamen. Der gebürtige Pole aus Katowice mit deutscher Staatsbürgerschaft macht im Mai seine Gesellenprüfung zum Elektroniker. Und ist sich diesmal sicher, sein berufliches Glück gefunden zu haben.

Dafür spricht die hohe Wertschätzung, die sein Arbeitgeber im Ausbildungsbetrieb dem Hochschulabbrecher zollt. "Martin Kosts Fertigkeiten übersteigen das normale Niveau. Er hat starkes Materialwissen, seine fachtheoretischen Grundlagen sind top, ebenso seine Auffassungsgabe, er entfaltet förderliche Wirkung auf seine teilweise halb so alten Mit-Auszubildenden. Deshalb haben wir uns entschlossen, ihm - nicht nur mit Blick auf seine im Studium erworbenen Qualifikationen - ein Ausbildungsjahr zu erlassen. Und angesichts seines gezeigten Leistungsniveaus ein weiteres halbes Jahr noch dazu", würdigt Diplom-Ingenieur und Geschäftsführer Thomas Hellmann (Elektro Venn GmbH) Begabung und Persönlichkeit seines Lehrlings.

Für die Handwerkskammer Düsseldorf und die Kreishandwerkerschaft Duisburg Anlass genug, den auch altersmäßig fortgeschrittenen Azubi zum Lehrling des Monats März im großen rheinischen Kammerbezirk zu küren. HWK-Präsident Andreas Ehlert und Kreishandwerksmeister Lothar Hellmann, zugleich Seniorchef des Ausbildungsbetriebs, überreichten Martin Kost am Dienstag im Unternehmen die Auszeichnungsurkunde und eine "Ice-Watch" als sichtbares Zeichen der Anerkennung.

Dessen Reife und Abgeklärtheit dürfte nicht nur mit dem für einen Azubi ungewöhnlichen Alter zu tun haben, sondern auch mit einem bisherigen Lebens- und Qualifizierungsweg, der alles andere als stromlinienförmig verlaufen ist. Martin Kost, der bereits im Kindesalter mit seinen Eltern von der Weichsel an den Rhein zuwanderte, hatte auf Basis seiner fachgebundenen Hochschulreife bereits mehrere Semester Angewandte Informatik studiert, sattelte jedoch nach dem Vordiplom um ("Zuviel Personal Computer, zu wenig andere") und schrieb sich statt dessen an der Uni Duisburg Essen in Nanotechnologie ein. Hier hatte er sein Bachelorprojekt fast fertig, als ihn ein persönlicher Schicksalsschlag ereilte.

Martin Kost nahm sich die Zeit, die er brauchte, und hielt sich unterdessen unter anderem als Stewart bei der Bahn in geregelten Abläufen und Verdienst. Seine Fähigkeiten im Computern nutzte er zu beruflicher Selbstständigkeit im Nebenerwerb. "Wir sind auf Martins besonderes Können auch dadurch eingegangen, dass wir ihm durch Fortbildung seit Januar ermöglichen, in einem speziellen Bereich, der Fern-Steuerung, -diagnose und Wartung von Heizungs-, Klima- und Lüftungsanlagen vertiefte Kompetenz zu erwerben", stellte Thomas Hellmann die Vorteile von Kosts Erfahrung für beide Seiten, Arbeitgeber und Arbeitnehmer, heraus.

Diese Vorzüge - Reife und Erfahrung - haben Hellmann, der selbst vor zwölf Jahren die Berufsausbildung erfolgreich mit einem Engineering-Studium verbunden hat, bewogen, Hochschulabsolventen und Studienzweiflern bereitwillig eine Chance auf Neu-Start in seinem Unternehmen zu bieten. "Bei 130 Beschäftigten bilden wir bis zu 30 junge Leute aus - darunter sind aktuell alleine drei Studienabbrecher!", unterstrich der Juniorchef des auf Gebäudeautomatisierung, Sicherheitstechnologien und Anlagenplanung spezialisierten E-Technik-Unternehmens in Duisburg, für wie sinnvoll er ein gezieltes Angebot für die Zielgruppe der Studienzweifler hält.

Ganz klar - die Firma Elektro Venn von Thomas und Kreishandwerksmeister Lothar Hellmann würde Martin Kost gerne halten. Was den "Lehrling des Monats" freut - und weiter anspornt: Das Bestehen der Gesellenprüfung vorausgesetzt, will der wissbegierige Seiteneinsteiger gerne weiteres Know-how draufpacken - und binnen drei bis fünf Jahren dann in Abendschule noch "seinen Meister" machen.

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Alexander Konrad

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