Lehrling des Monats Oktober Lars Agorski aus Kalkar
HWK Düsseldorf
(v.l.) Lehrlingswart Burkhard Brauwers, Fleischermeister Christian Stiller, Lars Agorski, Vizepräsident Gerd Peters, Kreishandwerksmeister Ralf Matenaer, Geschäftsführer Achim Zirwes

Lehrling des Monats Oktober 2016

Pressemitteilung Nr. 65 vom 21.10.2016

Lars Agorski wird einfach immer nur noch besser

Der Lehrling des Monats Oktober im Bezirk der Handwerkskammer Düsseldorf heißt Lars Agorski. Der frischgebackene Fleischer hat zwar soeben seine Gesellenprüfung bereits bestanden. Zum Zeitpunkt des Auswahlverfahrens durch die Kreishandwerkerschaft Kleve im Frühsommer hatte sich der 19-Jährige allerdings noch in seinem letzten Ausbildungsjahr in Lehre befunden. Und war als derart überzeugende Nachwuchskraft aufgefallen, dass Kammervizepräsident Gerd Peters und Kreishandwerksmeister Ralf Matenaer sich darauf verständigten, die besondere Leistungsentwicklung des jungen Mannes auch nach dessen erfolgreichen Abschluss zum Fleischerfachgesellen noch öffentlich zu würdigen. Am Freitag erhielt Agorski, der seine Schulzeit aufgrund einer Lese- und Rechtschreibschwäche auf der Anne-Frank-Förderschule in Rees absolviert hat und von der Agentur für Arbeit zunächst als nicht ausbildungsfähig eingestuft worden war, im Ausbildungsbetrieb, der Metzgerei Stiller in Kalkar, aus den Händen der beiden Handwerksrepräsentanten die Auszeichnungsurkunde – und eine „Ice-Watch“ im Hellblau-Ton der bundesweiten Ausbildungskampagne des Deutschen Handwerks dazu.

Ausgebildet in der Fleischerei Stiller in Kalkar

Inhaber und Ausbilder Christian Stiller: „Schon die ersten Eindrücke von Lars als Praktikant haben mir gezeigt: Für den könnte das was sein. So robust und ruhig wie der auch unter Druck noch ist.“ Stiller intervenierte bei der Agentur für Arbeit gegen die Ablehnung einer Ausbildungsaufnahme. Und erreichte, dass aus der drohenden Schleife eines Berufsorientierungsjahrs eine reguläre Einstiegs-Qualifizierungsmaßnahme wurde. Mehr noch: Der anstellige Berufsanfänger entwickelte sich so gut, dass er seine Lehrzeit sogar um ein Jahr verkürzen konnte. „Lars ist einfach immer nur noch besser geworden. An verkaufsoffenen Sonntagen haben wir mit fünf, sechs Mann am Gasgrill bis zu eintausend Leute von vier Seiten aus bedient. Lars hat selbst bei diesem immensen Arbeitsanprall sogar Neukunden gewonnen, und blieb selbst noch gelassen, als zwei ältere Damen sich über fehlende Porzellanteller mokierten und im Gedränge protestierende Kunden lautstark vermeintliche Benachteiligungen reklamierten“, machte Stiller die Leistungsfähigkeit seines neuen Mitarbeiters am Beispiel fasslich. Lars Agorski, seit bestandenem Abschluss zum Fleischerfachgesellen Mitarbeiter von Christian Stiller, ergänzte auf Nachfrage grinsend: „Da sagst du nichts als: „Sofort – einer nach dem andern!“ – Als ob er selbst die Erfahrung gemacht hätte, einfach dranzukommen, wenn es soweit ist. Stattdessen hat sich Lars Agorski seinen Platz härter als andere erarbeitet, musste auch den Theorieteil seiner Gesellenprüfung ohne Nachteilsausgleich für seine Behinderung bestehen. Was gelang. „Der Knoten bei Lars war einfach geplatzt“, so sein heutiger Arbeitgeber.

Die Hitze im Gefecht kann Lars übrigens auch deshalb nichts anhaben, weil seine zweite Leidenschaft Kochen heißt. „Ein Schulferienjob in der Kalkarer Mühle als Küchenaushilfe hat mich überhaupt erst auf den beruflichen Trichter gebracht“, verriet der „Lehrling des Monats“. „Wenn wir beide auf der Gourmetmeile in Kalkar anfachen, dann müssen sich selbst namhafte Köche warm anziehen“, geizte sein stolzer Chef nicht mit weiterem Lob.

Von der Förderschule zum Lehrling des Monats

„Das sind genau die Fälle, die wir den Eltern, Lehrern und auch der Politik signalisieren: Das Handwerk bietet glänzende Möglichkeiten, „sein Ding“ zu finden – und das jenseits der oft einseitig theorielastigen Lernanforderungen in der Schule. Übrigens auch für Gymnasiasten, die viel häufiger in die Karriere mit Lehre und Studium – oder ohne – wechseln würden, hätten sie zuvor nur die Chance auf Werkkundeunterricht und eine Begegnungsmöglichkeit mit der Begabung ihrer Hände erhalten“, plädierte Kammervizepräsident Peters leidenschaftlich für mehr Aufmerksamkeit der Bildungspolitik in Land und Bund zugunsten des beruflichen Qualifizierungsweges.

Ralf Matenaer verband seine Gratulation mit einer Würdigung des Engagements von Christian Stiller, der bereits mehr als 40 junge Menschen erfolgreich zu Fleischern und Fachverkäufern ausgebildet hat.

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Alexander Konrad

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