Das waren die Austauschprogramme im letzten Jahr - leider stark reduzuiert aufgrund der Corona-Pandemie.Lernen im Ausland: Projekte 2020

Auslandspraktika für Kfz-Azubis in Schweden

Das Pilotprojekt des Verbands des Kfz-Gewerbes NRW e.V. mit der Handwerkskammer Düsseldorf, das im März 2020 durchgeführt wurde, sollte eine Gruppe angehender Kraftfahrzeugsmechatroniker*innen aus ganz Nordrhein-Westfalen für zweiwöchige Auslandspraktika nach Schweden entsenden. So begaben sich die insgesamt acht Auszubildenden, aufgeteilt auf zwei Gruppen, auf eine spannende Reise in den europäischen Norden. Vier Auszubildende lernten in schwedischen Werkstätten in Uppsala das Kfz-Handwerk von einer anderen Seite kennen, die anderen vier hatten Praktikumsplätze im 400 km südlicher gelegenen Jönköping gefunden.

Während die Auszubildenden nun zwei Wochen begeistert in ihren Gastbetrieben mitarbeiten durften und nach Feierabend den schwedischen Alltag entdeckten, nahm das Coronavirus weltweit Fahrt auf und entwickelte sich von einer Randmeldung zu der Pandemie, die wir heute kennen. Glücklicherweise waren die Lehrlinge nicht direkt betroffen, auch wenn sich die Rückreise wegen kurzfristiger Flugstornierungen bzw. Grenzschließungen als weiteres Abenteuer herausstellte.

Letztlich blieb aber die Erinnerung an einen fachlich wie persönlich aufschlussreichen Auslandsaufenthalt. Auch die beteiligten Ausbildungsbetriebe aus NRW waren einerseits froh, ihre Auszubildenden wohlbehalten wieder bei sich zu haben und andererseits, ihnen diese einmalige Erfahrung ermöglicht zu haben.

In der Kfz-Werkstatt in Uppsala
Fabian Wiesen
In der Kfz-Werkstatt in Uppsala

Konditorhandwerk an Spaniens Küste verfeinern

Hannah hat als angehende Konditorin im Februar 2020 ein vierwöchiges Auslandspraktikum in Valencia absolviert. Erst zeigte sich ihr Ausbildungsbetrieb skeptisch der Idee gegenüber, sie während der Lehre ins Ausland zu entsenden. Aber Hannah konnte ihren Chef überzeugen und so das spanische Konditorenhandwerk aus erster Hand kennenlernen.

Ihre Erlebnisse hat sie in einem kurzen Erfahrungsbericht aufgeschrieben.



Selbstgemachte Souvenirs aus Düsseldorf

Diese fünf Raumausstatter-Azubis halten ihr ganz persönliches Andenken an ihren Aufenthalt in Düsseldorf in den Händen: Laurine, Mélusine, Marielle, Océane und Rachel (v.l.n.r.) erstellten in einem eintägigen Lehrgang unter Anleitung von Raumausstattermeister Holger Hohmann in den ÜBL-Räumlichkeiten der Innung eigene Fußmatten mit Einlegearbeiten und kamen dabei zeitweise ganz schön ins Schwitzen.

Zwar haben alle fünf Lehrlinge bereits vier Jahre Erfahrung im französischen Raumausstatterhandwerk, Bodenarbeiten stehen dort aber kaum auf dem Lehrplan. Daher bot der Tag in der ÜBL-Werkstatt eine gelungene Ergänzung zu ihrem bisherigen Portfolio. Zeitgleich bildete er auch den Abschluss des zweiwöchigen Aufenthalts der Gruppe im Rahmen des alle zwei Jahre stattfindenden deutsch-französischen Lehrlingsaustausch mit der französischen Partnerkammer der Handwerkskammer Düsseldorf in Tours und in Zusammenarbeit mit dem Albrecht-Dürer-Berufskolleg Düsseldorf.

Zuvor hatten die fünf angehenden Raumausstatterinnen Praktika in Betrieben im Kammerbezirk Düsseldorf absolviert und auch dort die Abwechslung von ihrem eigenen französischen Berufsalltag genossen: Deutsche Oper am Rhein in Duisburg, Malzkorn Interiors & Raumausstattung in Düsseldorf, Neumann & Michel GbR in Düsseldorf, Raumausstattung Rick GmbH in Düsseldorf und Raumausstattung Terstappen in Mönchengladbach.

Raumausstatter-Azubis in der ÜLU-Werkstatt 2020
HWK Düsseldorf

Französische Schuhmacher-Azubis zu Gast bei deutschen Handwerksbetrieben

„Schuster bleib' bei deinen Leisten!“ Diese Redewendung ist weithin bekannt. Dass man aber innerhalb seines Berufes dennoch einen Blick über den Tellerrand werfen kann, haben vier französische Schuhmacher-Azubis wahrgemacht, indem sie im Februar 2020 zweiwöchige Betriebspraktika bei Mitgliedsbetrieben der Handwerkskammer Düsseldorf absolvierten.

Das Strahlen in den Augen von Héloise zeigt: Die Entscheidung, den heimatlichen Betrieb in Frankreich für 14 Tage zu verlassen und gegen eine deutsche Schuhmacherwerkstatt einzutauschen, hat sie nicht bereut. Wobei für sie von vornherein nie ein Zweifel daran bestand, dass sich der berufliche Aufenthalt fachlich lohnen werde: „Es war vielmehr die Sprachbarriere, die mir die größten Sorgen bereitet hatte.“

Die gleichen Bedenken teilte zunächst auch ihre „Chefin auf Zeit“, Frau Drittler, Inhaberin der Schuhmacherei Drittler in Essen. Denn die eine spricht kein Deutsch, die andere kein Französisch. Und doch merkt man, dass die beiden sich bestens verstehen: Mit ein bisschen Englisch, Händen und Füßen und Onlinewörterbüchern konnten sie dennoch miteinander fachsimpeln. Nicht zuletzt verbindet auch das Handwerk: Da Héloise bereits seit vier Jahren das Schuhmacherhandwerk in Frankreich erlernt, hat sie bereits ein breites Basiswissen mit nach Deutschland gebracht, von dem sie nun profitiert. Allerdings gibt es natürlich auch Unterschiede in der Arbeitsweise, teilweise auch dort, wo man sie vielleicht nicht vermutet hätte: „In Deutschland arbeitet man häufig im Sitzen. Das ist zum einen rückenschonend, zum anderen kann man so auch ganz anders seine Kraft einsetzen. In Frankreich ist das Arbeiten im Sitzen verpönt, fast alle Tätigkeiten werden dort im Stehen verrichtet, selbst wenn man dabei häufig eine gebeugte Haltung einnehmen muss.“

Neben Héloise absolvierten außerdem drei weitere Azubis Auslandpraktika in Düsseldorfer Schuhmachereien:

Esteban und Rémy durften beim Maßschuhmacher Soulier d’Or hinter die Kulissen schauen und Roxanne erweiterte ihre Fachkenntnisse in der Schuhmacherei Bienemann.



Frau Drittler (links) und Héloise (rechts)
HWK Düsseldorf
Frau Drittler (links) und Héloise (rechts)

Roxane in der Werkstatt der Schuhmacherei Bienemann
HWK Düsseldorf
Roxane in der Werkstatt der Schuhmacherei Bienemann

Rebecca Hof, HWK Düsseldorf HWK Düsseldorf

Rebecca Hof

Mobilitätsberaterin

Georg-Schulhoff-Platz 1
40221 Düsseldorf
Tel. 0211 8795-608
Fax 0211 8795-95608
rebecca.hof--at--hwk-duesseldorf.de