manu Factum 2017: die Preisträgerinnen und Preisträger Alessa Joosten, Ira Marom, Ulrike Becker, Barbara Hattrup und Konrad Koppold zusammen mit NRW-Wirtschaftsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart (v.l.)
HWK Düsseldorf
manu Factum 2017: die Preisträgerinnen und Preisträger Alessa Joosten, Ira Marom, Ulrike Becker, Barbara Hattrup und Konrad Koppold zusammen mit NRW-Wirtschaftsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart (v.l.)

manu factum 2017: Fünf Sieger ausgezeichnet

Pressemitteilung Nr. 40 vom 11.9.2017

Am Wochenende erhielten fünf Preisträger im Dortmunder Museum für Kunst und Kulturgeschichte den mit je 10.000 Euro dotierten Staatspreis im Kunsthandwerk NRW in den Kategorien MÖBEL, SKULPTUR, SCHMUCK, KLEIDUNG und WOHNEN. Wirtschaftsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart überreichte in einer Feierstunde den renommierten Preis, der seit den 60er Jahren alle zwei Jahre vergeben wird. Gleichzeitig startete die 28. Landesausstellung „manu factum“ mit den 135 besten Wettbewerbsarbeiten. Sie werden noch bis zum 5. November in Dortmund gezeigt.

Preisträgerin im Bereich Schmuck kommt aus Düsseldorf

Folgende Künstler freuten sich über die Auszeichnung: Siegerin im Themenbereich „Schmuck“ ist Alessa Joosten aus Düsseldorf. Die Studentin der Peter Behrens School of Arts schuf eine grafische und skulpturale Kette, die unten kunstvoll zu einem großen Knoten verschlungen ist. Das verwendete Material – Holzfurnier – verleiht ihr eine überraschende Leichtigkeit. Ulrike Becker aus Münster entwarf einen Beistelltisch aus pulverbeschichtetem Stahl mit Einlege-Tablett. Das Prinzip ist logisch und einfach; die Wirkung lebt von der Linearität der Metallstreben, den Proportionen und der raffinierten Funktionalität durch das horizontal einzufügende Tablett. Die gelernte Tischlerin ist Absolventin der Akademie für Gestaltung der Handwerkskammer Münster. Ira Marom ist Konzept-Künstler aus Köln mit israelischen Wurzeln. Seine in der Kategorie „Medien“ ausgezeichnete Installation zeigt Porträts geflüchteter Menschen, gedruckt in Sand und auf Erde. Ein – von ihm selbst entwickeltes – spezielles technisches Verfahren vereint sich hier mit einer eindringlichen Botschaft und lässt den Betrachter über (digitale) „Kulturspuren“ und die Flüchtigkeit der eigenen Existenz nachdenken. Die kunstvollen Objekte von Konrad Koppold beruhen auf der asymmetrischen Grundform. Diese wird durch die Holzauswahl, das Drechseln des nassen Holzes auf zwei Achsen und die Berücksichtigung der unterschiedlichen Schwundrichtungen beim Trocknen erreicht. Die Jury überzeugte der gelernte Tischler und Innenarchitekt aus Leverkusen mit drei geschwärzten Eichenholz-Objekten in der Kategorie „Wohnen“. Preisträgerin im Bereich Skulptur ist Barbara Hattrup aus Salzkotten. Ihr gelang mit ihrer variablen Wandinstallation aus Faserkacheln eine Arbeit von „subtiler wie kunstvoller Materialität“, die vor allem durch ihre Zartheit und Transparenz besticht. Die Textilgestalterin verwendete dazu ein natürliches Material: kozo, den Rindenbast des Papiermaulbeerbaumes. In der Kategorie „Kleidung“ wurde kein Preis vergeben.

Mehr als 50 Aussteller aus dem Kammerbezirk

Ein mit rund 300 geladenen Gästen – darunter der ehemalige Ministerpräsident Wolfgang Clement sowie ZDH-Präsident Hans-Peter Wollseifer – voll besetzter Saal, eine würdige Preisverleihung und eine bereits jetzt hochgelobte Ausstellung: Die Neuaufstellung bei der manu factum, die 2015 aufgewertet und mit einem neuen Konzept versehen worden war, ist geglückt. Davon zeugte nicht nur die Zahl von 450 Bewerbungen und 135 Ausstellungsteilnehmern. Auch von der durchweg hohen Qualität zeigten sich die Festredner, von Oberbürgermeister Ullrich Sierau bis zum Präsident der Handwerkskammer Dortmund, Berthold Schröder beeindruckt. „Die Ausstellungsstücke“, resümierte NRW-Handwerkschef und Kammerpräsident Andreas Ehlert, der auch der Auswahlkommission angehörte, „haben mich begeistert – und zwar allesamt.“ Besonders erfreulich aus Düsseldorfer Sicht: Mehr als 50 Ausstellerinnen und Aussteller kommen 2017 aus dem Kammerbezirk.

Das Geheimnis des Erfolgs: die bewusst offene Ausrichtung des Wettbewerbs, bei dem Handwerk, Kunst und Design eine gelungene Verbindung eingehen. Sind hier doch einerseits „Newcomer“ zu entdecken, die mit frischen Entwürfen am Beginn ihrer kreativen Karriere stehen, aber auch Kunsthandwerker, die ihre Leistungen immer wieder auf konstant hohem Niveau bestätigen.

28. Landesausstellung noch bis zum 5. November im Museum für Kunst und Kulturgeschichte

Das Museum für Kunst und Kulturgeschichte ist nach 2013 zum zweiten Mal Gastgeber der „manu factum“. Auch die Aufteilung zwischen dem Dortmunder Haus und dem Museum für Angewandte Kunst in Köln, die die Ausstellung seit 2013 im Wechsel ausrichten, hat sich bewährt. So hat der Wettbewerb nun zwei feste Standorte – im Rheinland und in Westfalen.

Die Ausstellung ist noch bis zum 5. November in Dortmund zu sehen,
geöffnet Di, Mi, Fr, So 10 bis 17 Uhr, Do 10 bis 20 Uhr, Sa 12 bis 17
Katalog: 10 Euro
Museum für Kunst und Kulturgeschichte, Hansastraße 3, 44137 Dortmund

Weitere Informationen: www.staatspreis-manufactum.de

Frauke Kerkmann

Pressereferentin

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