(v.l.) Gabriele Poth vom Umweltzentrum der HWK Düsseldorf, Marc Kecker, Stv. Kreishandwerksmeister, Mona Neubaur und Thomas Weber, Obermeister der SHK-Innung
HWK Düsseldorf
(v.l.) Gabriele Poth vom Umweltzentrum der HWK Düsseldorf, Marc Kecker, Stv. Kreishandwerksmeister, Mona Neubaur und Thomas Weber, Obermeister der SHK-Innung

Mona Neubaur auf Handwerkstour quer durch Essen.

11.3.2020 - Grüne Landesvorsitzende im Gespräch mit Unternehmern

Für eine Tour durch das Essener Handwerk hatte die Landesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Mona Neubaur, sich Mitte März einen ganzen Tag freigehalten. „Mir ist immer wichtig, dass ich das kenne, worüber ich rede“, umschrieb Neubaur ihre Motivation. Bei dem stellvertretenden Kreishandwerksmeister Marc Kecker und dem Obermeister der SHK-Innung, informierte sich Neubaur über die von der Kreishandwerkerschaft initiierte Startup-Plattform „lokaleshandwerk“, auf der inzwischen rund 14.000 Betriebe überregional für sich werben. Ein weiteres Gesprächsthema war die aktive Rolle des Essener Handwerks in kommunalen Bündnissen. Handwerk und Stadt arbeiten mit anderen Partnern in ihrer Mobilitätspartnerschaft eng zusammen, ebenso im Masterplan Klimaschutz.

Die praktische Umsetzung der Energiewende stand im Mittelpunkt des Austauschs zwischen Neubaur und dem Solarbauer Markus Borowski. Beide sahen in den unsteten und komplizierten Förderbedingungen für die Solarenergie ein Hemmnis für Unternehmen und Verbraucher. „Wir müssen alles tun, um die erneuerbaren Energien in Nordrhein-Westfalen zu entfesseln – auch mit Hilfe des Handwerks“, betonte Neubaur. Aus Sicht des Handwerks spielen dabei dezentrale Strategien eine wesentliche Rolle: „Anstatt einseitig auf Fernwärme durch kommunale Versorgungsunternehmen zu setzen, brauchen wir dezentrale Lösungen, die technologische Offenheit und Wahlfreiheit für die Verbraucher ermöglichen“, betonte der Hauptgeschäftsführer von HANDWERK.NRW, Hans Jörg Hennecke und verwies beispielhaft auf die aktuelle Solarkampagne des Handwerks und des Regionalverbands Ruhr.

Einen weiteren Themenschwerpunkt der Handwerkstour bildete das Lebensmittelhandwerk. Mit dem Bio-Fleischer Bernd Burchhardt sprach Neubaur über die Potentiale regionaler Wertschöpfungsketten, über die Qualität handwerklicher Lebensmittelproduktion und über betriebliche Energieeffizienz. Zur Sprache kam auch die Bürokratiebelastung kleiner Unternehmen bei Themen wie Kontrollgebühren, Hygiene und Qualitätsmanagement.

Thomas Lang von der Ökobäckerei Troll sprach mit Neubaur über sein ehrenamtliches Engagement im Ernährungsrat Essen, der sich unter anderem für gesünderes Kantinenessen in öffentlichen Einrichtungen und Unternehmen einsetzt. Lang erläuterte, wie er in der Produktion auf Bio-Qualität, Ressourcenschonung und auf glutenfreie und vegane Sonderprodukte setzt. Zum Testen gab es für Neubaur veganen Käsekuchen und ein „Reste-Brot“, in dem altes Brot wiederverwendet wird. Wie Burchhardt konnte auch Lang auf positive Erfahrungen beim Thema Inklusion verweisen. „Es ist wichtig, dass wir auch Menschen mit Einschränkungen möglichst in das Arbeitsleben integrieren und ihnen damit soziale Teilhabe ermöglichen“, so Neubaur. „Gelungene Beispiele aus dem Handwerk wie diese können auch andere dazu ermutigen.“