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Nachrüstung oder Neukauf von Fahrzeugen

So können Sie Fahrverbote überwinden

Förderprogramm Nachrüstung für Handwerker- und Lieferfahrzeuge (M1, M2, N1, N2) ab 2,8 bis 7,5 t Gesamtgewicht mit SCR-Systemen

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur fördert die Nachrüstung von Handwerker- und Lieferfahrzeugen mit einem SCR-System (selective catalytiv reduction). Durch die Nachrüstung werden die Stickoxid-Emissionen von Dieselfahrzeugen deutlich gesenkt.

Antragsberechtigt sind

  • Unternehmen mit Firmensitz in einer der besonders belasteten 65 Städte oder in einem der angrenzenden Landkreise oder
  • Unternehmen aus anderen Regionen mit einem jährlichen Auftragsvolumen oder Umsatz von mindestens 25 % in der belasteten Stadt

Förderhöhe

Bis zu 80 % der Umrüstkosten (System und Einbaukosten) in Abhängigkeit von der zugehörigen Gewichtsklasse des nachzurüstenden Fahrzeugs.

  • Leichte Nutzfahrzeuge (2,8 t bis max. 3,5 t Gesamtgewicht): max. 3.000 Euro Förderung pro Fahrzeug
  • Schwere Nutzfahrzeuge (3,5 t bis max. 7,5 t Gesamtgewicht): max. 4.000 Euro Förderung pro Fahrzeug

Antragstellung

Die Antragstellung erfolgt im Rahmen von Aufrufen. Die Förderung muss bei der Bundesanstalt für Verwaltungsdienstleistungen (BAV) beantragt werden. Antragsfrist des aktuellen Aufrufs: 29. Februar 2020.

  • Die Nachrüstung darf erst nach der Bewilligung der Förderung erfolgen. Ein nachgerüstetes Fahrzeug darf erst nach Ablauf von zwei Jahren wieder veräußert werden.
  • Der Antrag wird über das elektronische Formularsystem „easy-online“ abgewickelt.
  • Es werden nur vollständige Anträge berücksichtigt.
  • Vorab-Beratung und Einschätzung der Antragsentwürfe sind durch die BAV auf Wunsch möglich:
    Hotline: 04941 602-788, Service-E-Mail: Diesel-HWNR@bav.bund.de

Die Nachrüstung muss bis spätestens 31. Dezember 2020 umgesetzt sein.

 Förderantrag für leichte Nutzfahrzeuge mit weiteren Infos und Hilfestellungen (BAV-Webseite)
 Förderantrag für schwere Nutzfahrzeuge mit weiteren Infos und Hilfestellungen (BAV-Webseite)

Bewilligungen erfolgen priorisiert nach drei Stufen:

  1. Anträge aus Kommunen mit bereits bestehenden Dieselfahrverboten
  2. Anträge aus Kommunen mit einer NO2-Belastung von 45 µg/m3 oder mehr
  3. Anträge von Antragstellern, die eine Förderung für 10 und mehr Handwerker- und Lieferfahrzeugen beinhalten

Bei Überzeichnung des aktuellen Förderaufrufs kann der nicht bewilligte Antrag bei einem weiteren Aufruf erneut eingereicht werden.

Hinweise

Aktuell sind nur vereinzelt vom Kraftfahrtbundesamt zertifizierte Nachrüstsysteme verfügbar. Die Antragstellung ist jedoch unabhängig davon möglich, wenn die Kosten im Antrag geschätzt werden. Orientierungshilfe bieten die Schätzungen des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur: 4.000 bis 8.000 Euro pro Fahrzeug für leichte Handwerker- und Lieferfahrzeugen; 6000 bis 12.000 Euro pro Fahrzeug bei den schweren. Im Zweifelsfall sollte die höchstmögliche Fördersumme beantragt werden. Endgültige Unterlagen sind nachzureichen. Ob für das jeweilige Fahrzeug neben den bereits vom Kraftfahrtbundesamt zugelassenen Nachrüstsätzen weitere vorliegen werden, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen.

 Überblick über die vom Kraftfahrtbundesamt zugelassenen Nachrüstsätze

Für PKW bieten einzelne Hersteller eigene Förderungen an.
 Überblick über die zugelassenen Systeme

Bezüglich der Förderkonditionen wenden Sie sich bitte an den jeweiligen Hersteller.

Ansprechpartnerin

Andrea Raddatz
Abteilungsleiterin

Tel. 0211 8795-340
andrea.raddatz--at--hwk-duesseldorf.de

Nachrüstung mit Dieselruß-Partikelfiltern

(Zum Durchfahren der bereits bestehenden Umweltzonen)

Vielfach können Fahrzeuge, die mit einem Fahrverbot in der Umweltzone belegt sind, nachgerüstet werden. Vorteil: In vielen Fällen wird damit ein Fahrverbot vermieden bzw. eine höhere Plakettenstufe erreicht. Einen ersten Überblick über aktuell verfügbare Nachrüstsysteme sind in zwei Datenbanken abrufbar. Detailauskunft gibt die Kfz-Fachwerkstatt.



Mehr Infos

 www.feinstaubplakette.de    
 www.feinstaub.gtue.de  

Anbieter von Partikelfilter-Nachrüstungssystemen:
Kfz-Fachverband NRW



Neukauf

Der Neukauf von schadstoffarmen/-freien Fahrzeugen wird zum Teil finanziell unterstützt. Folgende Förderungen können in Frage kommen:



Umweltbonus

  • Für neue, erstmals zugelassene Elektrofahrzeuge, für die ab 18. Mai 2016 ein Kauf- oder Leasingvertrag abgeschlossen wurde, kann beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) ein Antrag auf Förderung („Umweltbonus“) gestellt werden.
  • Die Höhe der Förderung richtet sich nach dem Antrieb und wird jeweils hälftig von Bundesregierung und Atomobilherstellern finanziert. Für reine Batterieelektro- und Brennstoffzellenfahrzeuge gibt es insgesamt 4.000 Euro. Plug-In Hybride, also Fahrzeuge, die von außen mit einem Stecker aufgeladen werden und ergänzend mit einem Verbrennungsmotor ausgestattet sind, werden mit insgesamt 3.000 Euro bezuschusst.
  • Das Fahrzeugmodell muss auf der vom BAFA geführten Liste der förderfähigen Elektrofahrzeuge genannt sein. Modelle mit einem Basis-Listenpreis über 60.000 Euro sind nicht förderfähig.
  • Die Vergabe der Fördermittel erfolgt nach dem „Windhundprinzip“, d.h. solange die Fördermittel (600 Mio.) reichen, längstens jedoch bis 31. Dezember 2020.


Land verdoppelt Umweltbonus

Zusätzlich zum „Umweltbonus des Bundes“ in Höhe von 4.000 Euro können Unternehmen über das Förderprogramm des Landes 4.000 Euro für den Kauf eines E-Pkws und 8.000 Euro für den Kauf eines E-Nutzfahrzeugs im Gewichtsbereich von 2,3 bis 7,5 Tonnen erhalten.

Bei guter Bonität können die restlichen Investitionskosten über die NRW.Bank mit einem zinslosen Darlehen finanziert werden. Das Darlehen kann je nach Laufzeit zwei Jahre tilgungsfrei gestellt werden.



NRW.BANK (Darlehen)

Die NRW.BANK bietet zinsvergünstigte Darlehen für:

  • Erwerb von Fahrzeugen ohne Verbrennungsmotor (Ausnahme: Leasing)
  • Investitionen im Zusammenhang mit Elektromobilität (z. B. Investitionen in Ladeinfrastruktur oder Batterietechnik)
  • Forschungs- und Entwicklungsvorhaben im Bereich der Elektromobilität


KfW-Umweltprogramm (Darlehen)

Die KfW ermöglicht u.a. eine zinsgünstige Finanzierung bei der Anschaffung nachstehender gewerblich genutzter umweltfreundlicher Fahrzeuge:

  • Fahrzeuge mit Elektroantrieb
  • Hybridfahrzeuge mit bivalentem Antrieb (Elektro/Benzin bzw. Elektro/Diesel)
  • Brennstoffzellenfahrzeuge, sofern deren CO2-Emissionen 50 g pro Kilometer nicht übersteigen oder deren elektrische Reichweite mindestens 40 km beträgt.
  • Die Errichtung von Ladestationen für Elektrofahrzeuge und Betankungsanlagen für Wasserstoff kann im Rahmen des Programms ebenfalls zinsgünstig finanziert werden.


Bestehende Förderprogramme für Unternehmen

(E-Fahrzeuge, Ladeinfrastruktur, E-Lastenräder, etc.):

 www.elektromobilitaet.nrw.de



Förderung von Erdgasfahrzeugen

Der Neukauf eines Erdgasfahrzeugs wird auch von Energieversorgern unterstützt.



Energielabel – Informationsangebot der Deutschen Energieagentur (dena)

Auf Basis der neuen Energieverbrauchskennzeichnungsregelungen müssen Neufahrzeuge (Pkw) durch Händler und Leasingunternehmen mit einem Label versehen werden, das den Energieverbrauch (und damit die Auswirkungen auf die Kraftstoffkosten und die CO2-basierte Kfz-Steuer) für die Kunden über eine Farbskala verdeutlicht.

Die dena stellt zu dieser Thematik Informationen bereit, die sich auch gezielt an Gewerbetreibende zur Unterstützung der Entwicklung der betrieblichen Fuhrparks richten. Ein Onlinetool soll Gewerbetreibende bei der Auswahl eines energieeffizienten Firmenwagens unterstützen.



Andrea Raddatz

Abteilungsleiterin

Georg-Schulhoff-Platz 1
40221 Düsseldorf