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Neue Corona-Welle wird Teile des Handwerks wieder zurückwerfen

Pressemitteilung Nr. 74 vom 2.12.2021

Das Handwerk in der Region Ruhr konnte sich im Sommer und Herbst von den Folgen des langen Lockdowns erholen. Um 11 Prozentpunkte auf einen Wert von 124 Punkten stieg der Geschäftsklimaindex zwischen Frühjahr und Herbst an. Im östlichen Ruhrgebiet rund um Dortmund kletterte das Konjunkturbarometer sogar auf 129 Punkte – deutlich mehr als im rheinischen Teil des Ruhrgebiets mit 120 Punkten und in der Emscher-Lippe-Region mit 109 Punkten. Die wieder gestiegene Nachfrage nach Handwerksleistungen schlug sich unter anderem in einer gestiegenen Auftragsreichweite von 8,1 Wochen und in einer erhöhten Auslastung von 79 Prozent nieder; vor allem das Bauhauptgewerbe und das Ausbaugewerbe hat voll zu tun, berichtet die Arbeitsgemeinschaft Handwerk Region Ruhr, in der die drei Handwerkskammern Düsseldorf, Münster und Dortmund sowie die elf Kreishandwerkerschaften der Region zusammenarbeiten. Maßnahmen für mehr Klimaschutz und die Modernisierung der Infrastruktur werden danach auf absehbare Zeit für volle Auftragsbücher sorgen. Das Problem dabei: Es fehlen die Fachkräfte, die die Aufträge umsetzen sollen. Das Handwerk habe allerdings das Vor-Corona-Niveau vom Herbst 2019 noch nicht ganz erreicht, denn Branchen wie das Lebensmittelgewerbe, das Gesundheitsgewerbe und die Personenbezogenen Dienstleistungen litten nach wie vor unter einer reduzierten Nachfrage, so die Organisationen des Handwerks in der Region Ruhr, die im Übrigen die Sorge umtreibt, dass die neue Corona-Welle jetzt genau die Branchen und Betriebe treffe, die im Herbst wieder Licht am Horizont gesehen haben. Die Arbeitsgemeinschaft ist sicher, dass der Ausfall von Veranstaltungen und die notwendige Durchsetzung von 2G- oder 3G-Regelungen für Umsatzeinschränkungen vor allem auch bei Friseuren, Kosmetikern, Fleischern oder Fotografen sorgen werde.

Nicht nur die Corona-Einschränkungen, die vermutlich noch weiter verschärft werden, belasten das Handwerk. Materialengpässe und Preissteigerungen führen dazu, dass auch an sich kerngesunde Betriebe mit vollen Auftragsbüchern auf einmal in die Kurzarbeit rutschen werden, weil ihnen das Material fehlt oder der Bauablauf sich verzögert. Die Probleme kommen auch beim Verbraucher an. In der aktuellen Herbstumfrage berichten mehr als zwei Drittel aller Bauhandwerker über gestiegene Verkaufspreise. Insgesamt berichten 54 Prozent der Handwerker, dass sie die Preise erhöhen mussten.

Der Fachkräftemangel und Lieferkettenprobleme machten deutlich, dass auch in der Region Ruhr strukturelle und nachhaltige Ansätze benötigt würden, um mittelständisches Unternehmertum zu stärken, folgert das Handwerk in der Region Ruhr. Zwischen Rhein, Ruhr und Emscher drücke dabei bei einem Thema der Schuh ganz besonders: Das Handwerk fordert seit Langem, dass bestehende Gewerbeflächen besser gegen Nutzungskonkurrenzen gesichert werden und dass neue Gewerbeflächen ausgewiesen werden. Doch dem steht die Flächenknappheit in der Region entgegen. Es sei unerlässlich für die Region, dass der Regionalplan Ruhr auf diese grundlegende Herausforderung so bald als möglich eine Antwort gebe, so die Arbeitsgemeinschaft.

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