Neue Pflichten für Betriebe durch die F-Gas-Verordnung

Seit dem 01. Januar 2015 ist die neue Verordnung (EU) 517/2014 für alle Betriebe bindend, die mit fluorierten Treibhausgasen umgehen. Sie löst damit die alte F-Gas-Verordnung (EG) 842/2006 ab. Ziel der neuen Verordnung ist es, die Emissionen fluorierter Treibhausgase (F-Gase) bis zum Jahr 2030 um die Hälfte zu verringern. Es soll insbesondere ein Anreiz zur Verwendung von weniger klimaschädlichen Kältemitteln anstelle von F-Gasen geschaffen werden.

Die entscheidenden Eckpunkte für die neue Verordnung sind

  • Beschränkung der Verkaufsmengen
  • Schrittweise Verbote für bestimmte Kältemittel in stationären Kälteanlagen (durch Ergänzung der Chemikalien-Sanktionsverordnung)
  • Ergänzende Regelungen zu Dichtheitsprüfungen, Zertifizierung, Entsorgung und Kennzeichnung

Mit der neuen Verordnung sind die Hersteller und Händler verpflichtet, fluorierte Treibhausgase nur noch an Betriebe zu verkaufen, die über die nötigen Zertifikate / Sachkundebescheinigungen sowie über eine Unternehmenszertifizierung verfügen.

Achtung: Unternehmen, die nicht die geforderte Zertifizierung/Sachkunde vorweisen können, werden durch ihren Händler nicht mehr beliefert werden. Daher besteht dringender Handlungsbedarf die benötigten Zertifizierungen vorzuhalten oder schnellstmöglich zu beschaffen.

Unterstützung erhalten Sie durch die Unternehmensberater Technik der Handwerkskammer Düsseldorf, Herrn Dr. Volker Becker oder Frau Dr. Evelin Denkhaus (Tel.-Nr. 0208 82055-51 oder -60).

Persönliche Sachkunde

Die persönlichen Anforderungen an die Sachkunde (Personenzertifizierung) für Tätigkeiten an ortsfesten Kälte- und Klimaanlagen, wie die Installation, Instandhaltung, Wartung, Reparatur oder Stilllegung ist durch die Chemikalienklimaschutzverordnung (ChemKlimaschutzV) geregelt. Auch sind Tätigkeiten an Brandschutzeinrichtungen oder Klimaanlagen in Kraftfahrzeugen erfasst. Die bisher gemäß Verordnung (EG) Nr. 303/2008 und (EG) Nr. 304/2008 erteilten Zertifizierungen behalten ihre Gültigkeit. Es ist davon auszugehen, dass auf Basis der Verordnung (EG) Nr. 303/2008 ausgestellte Zertifikate auch für Tätigkeiten an mobilen Kälteanlagen anerkannt werden.

Kälteanlagenbauer/Mechatroniker für Kältetechnik sowie Kälteanlagenbauer-Meister/Kältetechniker/Fach-Ingenieure benötigen keine weitere Zusatzqualifikation. Die entsprechende Sachkundebescheinigung (persönliche Zertifizierung) erhalten Betroffene bei dem Informationszentrum für Kälte-, Klima- und Energietechnik GmbH (I.K.K.E) in Duisburg. Ansprechpartner ist Herr Karsten Beermann. Sie können ihn erreichen unter 02065 839260 oder über info@i-k-k-e.com.
http://www.i-k-k-e.com/zertifizierung/zertifizierung.html

Gesellen und Meister aus anderen Gewerken benötigen eine Zusatzqualifikation. Zur Vorbereitung auf die Sachkundeprüfungen bieten viele Bildungseinrichtungen Lehrgänge an.
Eine Liste der Schulungsanbieter bietet die Industrie- und Handelskammer München
Der Besuch eines Lehrgangs ist aber nicht Voraussetzung für die Teilnahme an einer Prüfung. 

Für Tätigkeiten an Kälteanlagen in Kühllastkraftfahrzeugen und -anhängern gibt es bis heute keine angepasste Durchführungsverordnung. Hier hat nach wie vor die Richtlinie 2006/40/EG über Emissionen aus Klimaanlagen in Kraftfahrzeugen Gültigkeit. Bei Tätigkeiten an anderen Kraftfahrzeugen wird nur bei der Rückgewinnung von Kältemitteln eine Sachkundebescheinigung benötigt.

Unternehmenszertifizierung

Unternehmenszertifizierungen müssen die Betriebe haben, die Tätigkeiten, wie Installation, Wartung, Instandhaltung, Reparatur oder Stilllegung an ortsfesten Kälte- und Klimaanlagen, sowie an ortsfesten Brandschutzsystemen und Feuerlöschern ausüben. Bis zur abgeschlossenen Überarbeitung gilt hier weiterhin die ChemKlimaschutzV mit Stand vom Februar 2012 (letzte Änderung).

Achtung: Die Zertifizierungspflicht ist unabhängig von der Füllmenge!
Betriebe, die ausschließlich mobile Kälteanlagen installieren und warten, benötigen keine behördliche Zertifizierung.

Werden ausschließlich Dichtheitsprüfungen und / oder Rückgewinnungen der fluorierten Treibhausgase durchgeführt, wird zwar eine Sachkundebescheinigung der ausführenden Personen verlangt, eine Unternehmenszertifizierung ist jedoch nicht erforderlich.

Zuständig für die Unternehmenszertifizierung im Kammerbezirk Düsseldorf ist die Bezirksregierung Düsseldorf/ Dezernat 56:

Ansprechpartner

Antragsformular 

Weiterführende Informationen finden Sie im Internetportal des Umweltbundesamtes unter den "häufig gestellten Fragen zur F-Gas-Verordnung"

Becker Volker HWK Düsseldorf

Dr. Volker Becker

Abteilungsleiter Technik

Mülheimer Straße 6
46049 Oberhausen
Tel. 0208 82055-51
Fax 0208 82055-77
volker.becker--at--hwk-duesseldorf.de

Evelyn Denkhaus HWK Düsseldorf

Dr. Evelin Denkhaus

Beraterin Technik

Mülheimer Straße 6
46049 Oberhausen
Tel. 0208 82055-60
Fax 0208 82055-77
evelin.denkhaus--at--hwk-duesseldorf.de