Außenwirtschaft London Großbritannien - Fahne mit Big Ben
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Brexit Blog

Hier finden Sie fortlaufend aktuelle Informationen zum Thema Brexit

16. Mai 2019

Trotz mangelnder Zuversicht in die Aussichten der britischen Volkswirtschaft ist die Deutsch-Britische Wirtschaft derzeit zufrieden

Laut einer Studie der Deutsch-Britischen Industrie- und Handelskammer schätzen 40% der Deutsch-Britischen Wirtschaft die mittelfristigen Aussichten der Volkswirtschaft des Vereinigten Königreichs eher negativ bis sehr negativ ein. 35% erwarten eine gleichbleibende Entwicklung und nur 25% glauben, dass es in den nächsten drei bis fünf Jahren zu einer positiven bis sehr positiven Entwicklung kommt. 

Unabhängig hiervon sehen 50% der teilnehmenden Firmen ihre eigene derzeitige Geschäftssituation aber als positiv oder sehr positiv an. Nur 16% sehen diese als negativ oder sehr negativ an, und 34% betrachten diese neutral.

Ähnliches gilt auch für Investitionen, denn ein Drittel der befragten Unternehmen will diese ausbauen und nur ein Viertel rechnet mit geringeren Investitionen im kommenden Jahr. Bezogen auf das Beschäftigungsniveau gilt, dass wiederum ein Drittel dieses innerhalb der nächsten zwölf Monate erhöhen will, aber nur ein Fünftel rechnet mit einem Personalabbau in ihren britischen Betrieben.

Bezogen auf den britischen Austritt aus der EU präferieren nur 10% der Firmen einen harten Brexit. Ein Viertel wünscht sich einen Brexit auf Basis des bisher vereinbarten Austrittsabkommens, auch wenn dies noch mit einer fortgesetzten Unsicherheit einhergeht. Knapp zwei Drittel sind aber bereit, noch eine deutlich längere Unsicherheitsphase hinzunehmen, wenn am Ende ein softer Brexit mit einer Zollunion und eine engen Anbindung an den Binnenmarkt steht. Nicht überraschend ist, dass Firmen neue Handelsbarrieren und vermehrten Verwaltungsaufwand als größtes Risiko für ihre eigene Geschäftstätigkeit ansehen. 

Die Ansichten der Firmen unterscheiden sich nicht nach den Sektoren der Volkswirtschaft (verarbeitendes Gewerbe, Handel oder Dienstleistungen). Alle haben eine sehr ähnliche Einschätzung abgegeben. 

Dr. Ulrich Hoppe, Hauptgeschäftsführer der Deutsch-Britischen Industrie- und Handelskammer, erläuterte: "Dieses Umfrageergebnis zeigt, dass die Deutsch-Britische Wirtschaft in großen Teilen den Brexit bewältigen kann, aber für andere, weniger international orientierte, Firmen in Großbritannien die Lage eher negativ gesehen wird." 

Im Rahmen dieser Studie wurden 124 webbasierte Interviews mit Unternehmen der Deutsch-Britischen Wirtschaft, die im Vereinigten Königreich operativ aktiv sind, durchgeführt. Die Studie war Teil des World Business Outlooks des Deutschen Industrie- und Handelskammertags. Der Durchführungszeitraum war vom 24. bis 30. April 2019. Die gesamten Ergebnisse sind hier abrufbar. 

Quelle: AHK London



12. April 2019

BREXIT-Aufschub bis Oktober 2019

Die EU-Staaten haben einem Brexit-Aufschub bis zum 31. Oktober 2019 zugestimmt. Damit erhält Großbritannien eine flexible Fristverlängerung.
EU-Ratspräsident Donald Tusk betonte in einer Erklärung, dass Großbritannien gemäß dem Ansatz der flexiblen Verlängerung auch zu einem früheren Zeitpunkt austreten könne, sofern der Austrittsvertrag zuvor ratifiziert worden ist. Es liege nun an der britischen Seite, das weitere Vorgehen zu klären, sagte Tusk.
Die ausführliche Schlussfolgerung der Europäischen Union finden Sie unter diesem hier

Quelle: AWA



05. April 2019

Einfuhr von Ware in das VK vor dem Brexit und Ausfuhr danach?

Sie müssen Ware vor dem Brexit in das Vereinigte Königreich verbringen, z.B. Messegut, und führen diese nach dem Austritt wieder aus? Für Waren, die vor dem Brexit in das Vereinigte Königreich verbracht worden sind und nach dem Austrittsdatum in das Zollgebiet der EU (zurück-)verbracht werden, ist für eine Inanspruchnahme der Einfuhrabgabenbefreiung als Rückware ein Nachweis des (ursprünglichen) Unionscharakters der Waren regelmäßig erforderlich.

In solchen Fällen liegen als Nämlichkeitsnachweis weder eine Ausfuhranmeldung (N830) noch ein Auskunftsblatt INF 3 (C605) vor. Deshalb sind in einer elektronischen Zollanmeldung die Informationen zum Nachweis der Rückwareneigenschaft durch die Unterlagen-Codierung „9DCA – Angaben zum Nachweis der Rückwareneigenschaft“ anzugeben. Sprechen Sie uns dazu gerne an!

Quelle: AWA



13. März 2019

Wahrscheinlichkeit eines ungeregelten Brexit erhöhen sich - Wegweiser für Unternehmen

Nach dem erneuten Scheitern des Abkommens zum EU-Austritt im Unterhaus am Dienstag, den 12.03.2019 erhöht sich aus Sicht der EU die Gefahr eines ungeregelten Austritts am 29. März. Die britische Regierung erklärte nun, dass im Fall eines ungeregelten Brexits Zölle auf 87 Prozent der britischen Importe wegfallen sollen. Außerdem werde man auf Zollkontrollen an der Grenze zu Irland verzichten. Das Bundeswirtschaftsministerium bietet auf seiner Internetseite konkrete Antworten auf Fragen von Unternehmen für den Fall eines No-Deal-Szenarios, dem sogenannten „harten“ Brexit .



13. Februar 2019

Handwerksleistungen über den 29. März hinaus

Handwerksunternehmen, die nach dem 29. März Aufträge im Vereinigten Königreich durchführen möchten, sollten folgende Aspekte in ihre Planungen einbeziehen:

Arbeitnehmerentsendung
Die Personenfreizügigkeit gehört zu den vier EU-rechtlich verankerten Grundfreiheiten. EU-Bürger dürfen ohne Aufenthaltsgenehmigung oder Arbeitserlaubnis im Vereinigten Königreich arbeiten.
Nach dem 29. März wird die Beendigung der Personenfreizügigkeit zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU voraussichtlich zur Folge haben, dass für Personen, die nach dem Brexit nach Großbritannien gehen, Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigungen notwendig werden. Neue Verträgen sollten daher Auffangklauseln für die Übernahme daraus entstehender Mehrkosten vorsehen. Nach dem Brexit könnte ein Visum zur Entsendung von Arbeitnehmern nötig werden. 

Verträge mit britischen Geschäftspartnern
Bestehende Verträge mit britischen Geschäftspartnern sollten zu einem geeigneten Zeitpunkt an die neuen Rahmenbedingungen angepasst werden. Überprüft werden sollten die Klauseln zur Wahl des geltenden Rechts und des Gerichtsstands, die Definition des "Gebiets der EU" (bei Lizenz- oder Vertriebsverträgen), mögliche Vertragsergänzungen zum Ausgleich von Zöllen oder zur Währungsabsicherung. Vertragliche Regelungen zu CE-Kennzeichnungen sowie EU-Normen müssen ebenfalls neu definiert werden. Bei Dienstleistungs-, Arbeits- oder Handelsvertreterverträgen sind Neuregelungen bei der Arbeitnehmerfreizügigkeit oder der Dienstleistungserbringung zu beachten.

Mitnahme von Material und Werkzeug
Der Warenverkehr mit dem Vereinigten Königreich wird sich nach dem Brexit wie mit anderen Drittstaaten gestalten. Damit müssen das Zollrecht der EU sowie die nationalen und europäischen Kontrollvorschriften für die Ausfuhr und Einfuhr beachtet werden. Entsprechend müssen Zollanmeldungen erstellt und ggfs. Ausfuhr-/Einfuhrgenehmigungen beantragt werden. Darüber hinaus können Zölle anfallen. Die Beantragung einer EORI-Nummer sollte frühzeitig vorgenommen werden (s. Eintrag vom 10.12.2018).

Für die vorübergehende Einfuhr von Waren (Werkzeug, Messegut) nach dem Brexit ist  entweder ein förmliches Zollverfahren oder alternativ das Carnet-ATA-Verfahren zu nutzen.

Nach dem Austritt aus der EU könnte das Vereinigte Königreich ein eigenes, in Teilen von der EU-27 abweichendes Regelwerk zu Produktnormen und Standards (u. a. technische Sicherheit / Gesundheit / Hygiene / Kennzeichnungsbestimmungen) schaffen. Solche Änderungen können die Erfüllung der Leistungsverpflichtung zwischen Vertragspartnern beispielsweise durch neue Prüf- und Zertifizierungsanforderungen erheblich verteuern.



28. Januar 2019

Briten wollen EU-Produktzulassung weiterhin anerkennen

Auch im Falle eines harten Brexit soll der Marktzugang für EU-Produkte zunächst gewährleistet werden. Für nicht regulierte Produkte wären die Hürden höher. Darauf weist ein aktueller Artikel der GTAI hin.
Die britische Regierung hat eine Reihe von Mitteilungen veröffentlicht, in denen sie die Konsequenzen eines harten Brexits ohne Folgeabkommen dargelegt. Die geschilderten Folgen treten nur dann ein, wenn das Vereinigte Königreich die EU am 30. März 2019 ohne Austrittsabkommen verlässt.
Produkte, die europäische Normen und Standards erfüllen und somit EU-weit in Verkehr gebracht werden dürfen, könnten demnach auch künftig in das Vereinigte Königreich eingeführt werden. Diese Zusage ist jedoch zeitlich begrenzt. Wann und inwiefern Produktstandards und Zulassungsvoraussetzungen geändert werden, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht absehbar.

Infos zum Thema

 Quelle: IHK Hannover



24. Januar 2019

Rechtsform Limited (Ltd.) nach dem „Brexit“

Ihr Unternehmen ist in der Handwerksrolle mit der Rechtsform einer britischen Limited (Ltd.) eingetragen. Bislang gilt auf Basis der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs zur Niederlassungsfreiheit, dass diese Rechtsform in Deutschland anerkannt ist. Ob dies jedoch nach dem Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union weiterhin so sein wird, ist derzeit offen. Bei Wegfall der Anerkennung würde nach unserem derzeitigen Kenntnisstand die Zweigniederlassung einer Limited (mit Verwaltungssitz in Deutschland) dann als Personengesellschaft oder als Einzelunternehmen behandelt werden. Die beschränkte Haftung würde entfallen.
Daher sollten Sie sich unbedingt mit den möglichen Folgen des Brexit für Ihr Unternehmen befassen und entsprechende Maßnahmen ergreifen, sofern Sie dies noch nicht getan haben. Mehrere Möglichkeiten, wie etwa die grenzüberschreitende Verschmelzung mit einer GmbH, die Einzelübertragung von Vermögensgegenständen auf eine deutsche GmbH oder die Liquidation der Limited und anschließende Gründung einer neuen Kapitalgesellschaft nach deutschem Recht, müssen individuell geprüft werden.
Unsere Empfehlung: Sprechen Sie mit Ihren Steuerberatern und Rechtsanwälten über steuer- und gesellschaftsrechtliche Alternativen. Überlegen Sie, welche weiteren Bereiche im Unternehmen, z.B. gewerberechtliche Erlaubnisse, Zertifizierungen und der Gleichen, vom Brexit betroffen wären.

Nutzen Sie die verbleibende Zeit bis zum 29. März 2019, um im Zweifel für den „harten“ Brexit ohne Übergangsphase vorbereitet zu sein.

Bei Rückfragen sprechen Sie uns gerne an!



10. Dezember 2018

Are you ready for Brexit? Checkliste des DIHK

Am 30. März 2019 verlassen die Briten die Europäische Union. Noch immer ist unklar, ob es eine Übergangsphase geben wird, die die Briten bis zum 31. Dezember 2020 im Europäischen Binnenmarkt hält. Sollte es zu keiner Einigung auf eine Anschlusslösung kommen, würde der Handel zwischen Großbritannien und der EU lediglich nach den WTO-Regeln erfolgen. 
Klar ist bereits jetzt: Die Unternehmen müssen sich auf Veränderungen einstellen. Insbesondere im Warenverkehr wird es eine Reihe von Verschlechterungen geben. Die Vorbereitungen in den Unternehmen auf den Brexit können umfangreich sein – abhängig unter anderem vom künftigen Engagement in Großbritannien, von der Unternehmensgröße und der Branche. 
Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hat eine Checkliste entworfen, mit der Unternehmen ihren Anpassungsbedarf an die neuen Gegebenheiten herausfiltern können. Die Themen werden im Lichte der Verhandlungsergebnisse schrittweise erweitert und aktualisiert. 

Die Checkliste steht hier zum Download bereit.



10. Dezember 2018

EORI-Nummer bei Zollverwaltung bereits jetzt beantragen

Gerade weil nicht klar ist, wie sich die Handelsbeziehungen zwischen der EU und Großbritannien nach dem Brexit darstellen werden, empfehlen wir Ihnen, jetzt schon eine EORI-Nummer bei der Zollverwaltung zu beantragen. Es könnten im März 2019 Engpässe im Antragsverfahren entstehen.
Die EORI-Nummer (Economic Operators´ Registration and Identification number) dient in der Europäischen Union den Zollbehörden zur Identifizierung von Wirtschaftsbeteiligten. Sie ist in dem Mitgliedstaat zu beantragen, in dem das Unternehmen ansässig ist. Es besteht die Pflicht zur Angabe der EORI-Nummer für alle Wirtschaftsbeteiligten. Die EORI-Nummer ist bei Zollanmeldungen anzugeben. 

Weitere Informationen dazu finden auf den Seiten des Zolls: 

Beantragung einer EORI-Nummer und Änderung der Beteiligtendaten

Quelle: Bayern Handwerk International









Sobik Marie-Theres

Marie-Theres Sobik

Außenwirtschaftsberaterin

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