Statement von Andreas Ehlert im Vorfeld der Meisterfeier 2016

Pressekonferenz am 19. Mai 2016

(Es gilt das gesprochene Wort)

I. Ausblick auf die Meisterfeier

Herzlich willkommen zu diesem Pressegespräch in der Meisterschule der Tischler!

2.800 Menschen werden am Sonntag in der Stadthalle den Meister-Jahrgang 2015 feiern. Für viele der mehr als tausend erfolgreichen Absolventen der Meisterschule ist es der bedeutendste und emotionalste Moment in ihrem Berufsleben. Es wird vielen der Tausend erst an diesem Tag so richtig gewahr werden, dass sie den bedeutendsten Abschluss erlangt haben, der sich in Deutschland auf dem beruflichen Bildungsweg erlangen lässt. Sie werden an diesem Tag in dieser grössten Saalveranstaltung des deutschen Handwerks außerdem gewahr, welch einer großen und vielschichtigen Gemeinschaft sie angehören: der Berufefamilie des Handwerks.

Und diese Jungmeister werden am Sonntag enorm viel Anerkennung erfahren. Sie werden von den vielen Hundert Gästen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft als eine essenzielle Leistungselite unseres Landes wahrgenommen und angesprochen, die Arbeits- und Ausbildungsplätze und werthaltige Produkte schafft: ein Sozialprodukt mit (auch) sozialem Mehrwert.

Diesen Moment des Erkennens, des Ankommens, des Stolzes sichtbar zu machen, das ist der tiefere Sinn einer Meisterfeier, der größten ihrer Art, die wir am Sonntag in der Stadthalle zum 67. Mal ausrichten. Ich würde mich freuen, wenn auch Sie diesen Moment miterleben. Ich habe dieses Erlebnis vor 32 Jahren selbst gehabt. Und es ist für mich bis heute spannend zu sehen, welche Strahlkraft der Meistertitel unverändert besitzt, wie die erfolgreich bewältigte Mehrfachanstrengung in Beruf, Familie, Unterrichtsteilnahme und Lernaufwand in kraftvolles Selbstbewusstsein umschlägt. So habe ich es auch wieder am Donnerstag erlebt, bei einer ersten Begegnung mit unseren prüfungsbesten Jungmeistern des aktuellen Jahrgangs.

Insgesamt 20 herausragenden Absolventen – die Besten der Besten sozusagen- werden wir, Ministerpräsidentin Kraft und ich, am Sonntag die ersehnte Urkunde auf offener Bühne überreichen. Frau Kraft ist das erste Mal auch Festrednerin der Veranstaltung. Zwei dieser Besten wollen wir bereits heute in unsere Agenda hier mit einbeziehen.

  • Zum einen Metallbauermeister Roman Edeler aus Wesel. Sie bereiten gerade die Gründung eines Metallbauunternehmens vor – und scheuen nicht die Konkurrenz in einer kapitalintensiven Handwerksbranche, weil sie eine ganz eigene Marktnische aufsuchen bzw. auftun wollen.
  • Ebenfalls aus dem Kreis Wesel, aus Rheinberg, ist Augenoptikermeisterin Katrin Gaida, hier. Sie haben im Vorgespräch andere Ziele benannt, über die wir ebenfalls sprechen wollen: eine größere wirtschaftliche Sicherheit, ihre jetzige Stellung im jetzigen Unternehmen zu befestigen und möglichst zu verbessern; haben aber eine spätere Selbstständigkeit auch nicht ausgeschlossen.

Dieser Ihr Weg interessiert uns genauso wie der direkte Weg ins Unternehmertum. Denn das Handwerk ist auch auf eine Meisterreserve angewiesen, damit Leitungsaufgaben in den Betrieben besetzt werden können, oder, in andern Worten: weil es ansonsten keinen funktionierenden Arbeitsmarkt für Führungskräfte gäbe.

Aber die Meisterreserve kann natürlich auch zu einem späteren Zeitpunkt zum Tragen kommen bzw. zu Existenzgründungen führen. So haben wir aus einer wissenschaftlichen Untersuchung herausgelesen, die wir bei der Universität Göttingen in Auftrag gegeben haben, dass gerade Frauen im Handwerk sich langsamer, vorsichtiger an eine beruflicher Selbstständigkeit herantasten als ihre männlichen Kollegen. Dazu gleich mehr.

II. Der Prüfungsjahrgang 2015 (Aus der Meisterprüfungsstatistik 2015)

Zunächst will ich Ihnen den diesjährigen Meisterjahrgang näherbringen. Die Eckdaten:

  • Nach rückläufigen Zahlen in den drei Jahren zuvor ist die Zahl der Meisterabsolventen 2015 wieder angestiegen - auf 1028.
  • Das bedeutet einen Zuwachs um 8 Prozent.
  • 218 Frauen haben bestanden. Der weibliche Anteil an den Jungmeistern ist damit gegenüber dem Vorjahr leicht gewachsen: von 20,1 % auf 21,2 %.
  • Unsere regelmäßige Umfrage, mit der wir die Bereitschaft zur Unternehmensgründung abfragen, zeigt keine Abweichung vom gewohnten Bild: Fast jeder 2. Jungmeister (46 %/Vorjahr: 45,0%) möchte sich selbstständig machen
  • Sogar 80 % der Jungmeister wollen demnächst künftig selbst Nachwuchs ausbilden
  • Ebenfalls erfreulich: Mehr Junghandwerker (64) als in den Vorjahren haben die Meisterprüfung in einem zulassungsfreien Handwerk abgelegt.
  • Davon alleine 27 in den neuen Meisterberufen im Holz- und Bautenschutzgewerbe (16) und im Bestatterberuf (11). Es hat sich herumgesprochen, dass sich nach allen Statistiken letztlich die bessere Qualifikation am Markt durchsetzt.
  • 322 Meisterabschlüsse  wurden von Handwerkern aus einem Ausbauhandwerke erworben.  217 Absolventen sind es im Kraftfahrzeuggewerbe, 169 in der Branchengruppe Personenbezogene Dienstleistungen (der u.a. die Friseure angehören),126 sind Meister in einem Metall- und Elektroberuf und 103 im Gesundheitsgewerbe (also in den Handwerken Augenoptiker, Hörgeräteakustiker, Orthopädieschuhmacher, Orthopädietechniker und Zahntechniker).
  • Der Meistertitel ist ein maßgeblicher Integrationsfaktor. 85 neue Meister/-innen sind ausländischer Herkunft. Sie kommen aus der Türkei (27) und weiteren 22 Staaten, auch aus den Krisenregionen, aus Syrien, Jordanien, Marokko und dem Iran.
  • Und eine halbe Weltreise hat ein Kanadier auf sich genommen, um den Meistertitel zu erwerben, als Feinwerktechnikermeister. Der 46-jährige Michael Beick (spricht sich Meikel Biik) aus Toronto lebt und arbeitet jetzt in der Landeshauptstadt.
  • Regional sind die meisten Jungmeister in Düsseldorf zuhause, nämlich 88, und in den Kreisen Mettmann (86), Wesel (67), Viersen (66) und Neuss (62) sowie in der Stadt Essen (59)

Ich interpretiere die Zahlen einmal so:

  • „Seinen Meister machen“ ist wieder in.
  • Wir feiern am Sonntag eine Generation, die wieder viel Lust auf Könnerschaft, Verantwortung und unternehmerisches Risiko hat!

III. Analysen zur Gründungs- und Betriebsnachfolge-Situation

Dass dem so ist, lässt sich auch durch unsere Gründungs- und Betriebsberatungs-Statistik belegen.

Danach verläuft das Gründungsgeschehen im Handwerk an Rhein, Ruhr und Wupper in den vergangenen vier, fünf Jahren sehr stabil. Insgesamt 4868 Handwerkerinnen und Handwerker machten sich im Jahr 2015 im Kammerbezirk mit einer eigenen Geschäftsidee oder durch Fortführung eines bestehenden Betriebes selbstständig.

  • In den Jahren 2012 bis 2014 waren es jahresdurchschnittlich 4.778 Gründungen
  • In Relation zur Bevölkerungsabnahme in der für Existenzgründer relevanten Alterskohorte der 20-40-Jährigen um vier Prozent ist das prinzipiell eine positive Gründerentwicklung.
  • Da macht sich auch die intensive Betreuung durch die Gründungsberatung dieser Kammer bemerkbar, die seit Jahren besonderen Wert legt auf die strategische und kaufmännische Begleitung der Gründungswilligen. Unsere Consultingspezialisten führten in den beiden vergangenen Jahren 750 (2015) bzw. 777 solcher Intensivberatungen durch; zehn bis zwanzig Prozent mehr als in den Jahren zuvor.
  • Darüber hinaus beriet die Anlaufstelle 660 übergabewillige Betriebsinhaber, was in allen Fällen, in denen Nachfolge-Interessenten bereits anstanden, auch deren Beratung mit einschloss.
  • Knapp 6.000 Einmalkontakte mit Gründern und Nachfolge-Kandidaten vervollständigen das Bild.
  • Ob als Neustarter auf der grünen Wiese oder als Betriebsübernehmer: Jedes fünfte Gründungsprojekt eines Handwerkers geht im Bezirk der Handwerkskammer durch die Hände eines unserer 12 Beratungsprofis. Das ist ein stolzer Wert, der so in der Kammerlandschaft einmalig sein dürfte.
  • Trotz aller Begleit- und Vermittlungsanstrengungen: In der Nachfolgeberatung der nimmt der Mangel an potentiellen Firmenübernehmern immer mehr Raum ein.
  • Mehr als 9.000 Unternehmer in unserem Kammerbezirk sind über 60, weitere 7.000 unserer 58.256 Formen werden von Inhabern, Geschäftsführern und Gesellschaftern geführt, die älter als 55 Jahre sind
  • Und jedes zweite der gut 9.000 Handwerksunternehmen, deren Nachfolge in den nächsten fünf Jahren noch nicht gesichert ist, ist ein Unternehmen des Vollhandwerks, mit Beschäftigten und zumeist auch mit Ausbildungskapazitäten.
  • Deshalb: Wir brauchen noch deutlich mehr Gründermut - Vor allem von seiten gutqualifizierter Handwerkerinnen und Handwerker!
  • Und deshalb ist es auch so eminent wichtig, dass der Meisterbrief noch weiter an Wertschätzung gewinnt.
  • Und das ist eine schwere Aufgabe:
    - Denn Erstens werden die Altersjahrgänge aus den Schulen und in den Ausbildungsjahren kontinuierlich kleiner.
    - Zweitens wechseln immer weniger Schulabgänger in eine duale Ausbildung
    - Und drittens hemmt die gute Konjunkturlage tendenziell Gründungen, so paradox das klingt. Selbstständige Existenzen werden vor allem in Krisenzeiten gegründet, auch mit Blick auf eine möglicherweise drohende Arbeitslosigkeit in einem Anstellungsverhältnis.
  • Um die Gründungsbereitschaft anzukurbeln, erarbeitet die Kammer derzeit ein Konzept. Mit dessen Hilfe soll zum Einen das Nachfolger-Potenzial aus den Hochschulen systematisch abgeholt werden soll. In Kooperation mit den Hochschulen soll ein entsprechend strukturiertes neues Beratungsangebot Bacheloren und Umsteiger aus dem Studium, aber auch Handwerker, die nach ihrer Ausbildung zum Gesellen oder Meister noch ein Studium anhängen, gezielt auf die Perspektive einer Unternehmensgründung vorbereiten.
  • Daneben hat die Kammer jetzt eine Zielgruppe besonders in ihren Fokus genommen, die ihr Gründungspotenzial bislang bei weitem nicht ausschöpft: die Frauen.
  • Wir haben in diesem Zusammenhang das Volkswirtschaftliche Institut für Mittelstand und Handwerk an der Universität Göttingen beauftragt, einmal die Rahmenbedingungen für Unternehmerinnen im Handwerk zu untersuchen: die hemmenden Faktoren, aber auch die Frage nach erfolgsträchtigen neuen Anreizen.
  • Und wir fühlen uns nach den Ergebnissen ermutigt, den Weg, Frauen zur Selbstständigkeit zu motivieren, aktiv zu gehen.
  • Denn immerhin, so die Studie, steigt die Inhaberinnenquote auch in den qualifizierten Handwerksberufen (wo der Meistertitel verbindlich oder fakultativ Voraussetzung für einen selbstständigen Gewerbezugang ist) - Zwar langsam, aber kontinuierlich seit zwanzig Jahren an; von 12 % im Jahr 1995 auf heute 19 Prozent.
  • Auch nimmt die Berufediversität bei den Unternehmerinnen leicht zu. In die Berufe-„Top Ten“ frauengeführter Handwerksbetriebe im Kammerbezirk reihen sich neben den immer noch dominierenden Zweigen der Kosmetik und des Friseurgewerbes heute auch vier bau- bzw. gebäudenahe Gewerbezweige ein.
  • Auch wichtig für unsere Zwecke ist, dass der weibliche Anteil an Gründerinnen durch Betriebsübernahme gegenüber völligen Neu-Gründungen leicht erhöht ist. Was die Forscher damit erklären, dass Frauen das Risiko der Fortführung eines gut eingeführten Unternehmens für niedriger erachten.
  • Die Kurzstudie hat außerdem ergeben, dass Frauen generell eher langsam in ein unternehmerisches Risiko hineinwachsen wollen. Was Chancen für Beratung eröffnet.
  • Frauen, sagt die Untersuchung, seien im übrigen im Beruflichen etwas weniger selbstbewußt und risikoaverser. Ihre relative Zurückhaltung gegenüber dem Schritt in unternehmerische Eigenständigkeit wird von der Studie vor allem festgemacht an einer bei Frauen stärker ausgeprägten Sorge vor Problemen bei der Kreditbewältigung.
  • Darüber hinaus gibts eine besondere weibliche Abneigung vor dem Einzelkämpferstatus.
  • Und natürlich spielt auch die Vereinbarkeit von Familie und den Management-Anforderungen als Chefin eine Rolle, sichtbar nicht zuletzt an dem deutlich erhöhten Anteil an Handwerksunternehmerinnen in Teilzeit und Nebenerwerb.
  • Auf der anderen Seite bringen Frauen ausgeprägte soziale Kompetenzen im Umgang mit Kunden und Mitarbeitern mit. Ihre Serviceorientierung prädestiniert sie eigentlich geradezu zur Führung in einem Wirtschaftssektor, in dem Konsumenten immer anspruchsvollere Dienstleistungen nachfragen

Sie finden alle Details und Daten aus der Kurzstudie in Ihrer Pressemappe.

IV . Maßnahmen zur Stimulation zusätzlicher Gründungs/Übernahmebereitschaft

  • Das Kurzgutachten schlägt im Kern nun vor, das Interesse von Frauen an beruflicher Unabhängigkeit und unternehmerischer Selbstständigkeit vor allem durch zielgruppen-spezifische Beratung und Bekanntmachen weiblicher Rollenvorbilder zu stimulieren.
  • Unsere Pressestelle hat im Vorfeld der Meisterfeier schon eine Reihe Handwerkerinnen interviewt, deren Autorenschaft für ihr eigenes Leben, deren Aufstiegs- und Gestaltungswille in beruflicher Unabhängigkeit beeindruckt. Ich ermuntere Sie, von diesem Material und der Kontaktmöglichkeit Gebrauch zu machen.
  • Unsere Betriebsberatung hat bereits vor gut einem Jahr begonnen, ein geschlechtsspezifisches Angebot für Frauen zu entwickeln und setzt es bereits um:
  • Zusätzlich zu den (24) Einführungsveranstaltungen und (zehn) Vertiefungs-Workshops für alle Gründungswilligen hat die Kammerbetriebsberatung dazu erstmals vor einem Jahr einen stark frequentierten Schwerpunkt-Aktionstag „Frauen gehen in Führung“ für Unternehmerinnen, Gründerinnen, Nachfolgerinnen und weibliche Führungskräfte durchgeführt; dazu 4 Sonder-Sprechtage zu Fragen der Vereinbarkeit von Selbstständigkeit und Familie, gemeinsam mit „Competentia NRW“, dem regionalen Förderzentrum der Landesinitiative Frau und Wirtschaft des NRW-Ministeriums für Gleichstellung
  • 26 Prozent aller von der Kammer betreuten Existenzgründer waren bereits Frauen. Dieser Wert liegt höher, als nach dem Frauenanteil bei den Meisterprüfungen (21 Prozent) und dem Bestand an frauengeführten Betrieben im Handwerkskammerbezirk (24 Prozent) zu vermuten wäre und verweist auf einen ersten Erfolg der neuen Gender-Akzentsetzung durch die Betriebsberatung.
  • Der Aktionstag von und für Praktikerinnen „Frauen gehen in Führung“ wird in diesem Jahr deshalb nicht nur fortgesetzt, sondern sogar in dichterer Frequenz, als thematisch ausdifferenzierte Workshopreihe, durchgeführt.
  • Und auch auch die Akademie der HWK, die u.a. unsere Meisterschulen und Betriebswirte-Ausbildung betreibt, wird in Ansprache und Angebot weiblicher.
  • Bereits vor einem Jahr richtete sie eine Pro-Meister-Kampagne stark auf Handwerkerinnen aus, zeigte in Kommunikationsmedien vom Flyer bis zum Youtube-Film, dass auch in einem vermeintlich männerdominierten Umfeld wie etwa einer Kfz-Werkstatt Frauen aufsteigen und Führungsaufgaben übernehmen können.
  • Dieses Konzept wird demnächst ergänzt durch eine Plakatoffensive mit Handwerkerinnen-Portraits unter dem Arbeitstitel „Ich bin ein Techniker“.
  • Bereits zur Meisterfeier am Sonntag startet die Kammerakademie ein Casting-Projekt „Werdet Botschafterin für Euer Handwerk“. Auch hier steht zunächst die visuelle Ansprache im Vordergrund, bevor in einer nächsten Phase Gesellinnen und Jungmeisterinnen in sozialen Medien auch angesprochen und befragt werden können. Die Poster hier in der Werkstatt geben Ihnen einen Begriff von der Aktion.
  • Und: die Kammer wird außerdem in nächster Zeit für erfolgreiche Gründerinnen und Betriebsübernehmerinnen gezielt Öffentlichkeit herstellen.
  • Mit all diesen Maßnahmen verfolgen wir das Ziel, alte Zöpfe abzuschneiden und die frühere Scheidung in Männer- und Frauendomänen im Handwerk zu überwinden.
  • Mein Ziel ist, den Anteil an Jungmeisterinnen sowie an Gründerinnen und Betriebsnachfolgerinnen in der jetzt begonnenen 5jährigen Wahlperiode unserer Vollversammlung auf 30 Prozent zu erhöhen.
  • Um speziell die Betriebsnachfolge noch attraktiver zu machen, beschreitet die Kammer noch einen zusätzlichen Weg: Wir klären Handwerksunternehmer mit einer - erstmals am 14. April aufgelegten – eigenen Veranstaltungsform über die Dringlichkeit zusätzlicher Altersvorsorge auf: Viele Inhaber geben den Steuerknüppel nicht ab, weil sie kein auskömmliches Alterseinkommen haben. Sie fahren dann den Betrieb kleiner, unterlassen selbst notwendige Ersatzinvestitionen und müssen schließlich aufgeben. Oder sie gehen erst dann auf Nachfolgersuche, wenn die Betriebsfortführung praktisch unrentabel geworden ist. Aber nur wirtschaftlich leistungsfähige Firmen finden am Markt Interessenten für eine Übernahme!
  • Last not least gehört auch eine zeitgemäße Ausstattung und einladende Anmutung einer Bildungsstätte zu einer erfolgreichen Anreizstrategie. Wir modernisieren deshalb die Lehrgebäude unserer Meisterschule in den kommenden Monaten grundlegend mit einem Investitionsvolumen von 13 Mio. €. Nicht nur, aber auch für unsere Handwerkerinnen.

Ich danke Ihnen.