Stolz auf sein Team: Fliesenlegermeister Mario Wallrath mit seinen Mitarbeitern
M. Wallrath
Stolz auf sein Team: Fliesenlegermeister Mario Wallrath mit seinen Mitarbeitern

Mario Wallrath hat für seinen noch jungen Fliesenlegerbetrieb große Pläne.Überzeugende Unternehmer-Persönlichkeit

Solide handwerkliche Ausbildung, Meister mit 21 Jahren, von Anfang an selbstständig, heute Chef eines erfolgreichen Unternehmens mit mehr als einem Dutzend Mitarbeitern, dazu ehrenamtliche Tätigkeit als Gesellenprüfer – Fliesenlegermeister Mario Wallrath denkt immer schon einen Schritt weiter. Angst, sich bei seinen vielen Projekten zu verzetteln? Kennt er nicht!

Von der derzeitigen Krise ist der Düsseldorfer Handwerksmeister nicht betroffen – abgesehen von einem kleineren Lieferengpass bei Fliesen aus Italien und einer Verschiebung eines schon zugesagten Auftrags. Bis jetzt haben bei ihm persönlich noch keine Kunden aus Angst vor Ansteckung mit dem Corona-Virus abgesagt, weil sie keine Handwerker im Haus haben möchten, wie man es hier und da gehört hat. Im Gegenteil – die Auftragslage ist ausgezeichnet. Wallrath schreibt dies hauptsächlich der guten Vorplanung seit Ende 2019 zu. Der 28-Jährige führt den Betrieb seines Vaters, den dieser 1981 (damals als Ein-Mann-Betrieb) gegründet hatte, weiter – wenn er an alte Zeiten zurückdenkt, muss er herzlich lachen: „Mein Vater hatte als Firmenwagen einen alten Renault; der fiel beinahe auseinander, aber es stand drauf „Wallrath Fliesentechnik Paris – New York - Düsseldorf“

Sohn Mario, der seit dem 11. Lebensjahr mit dem Handwerk vertraut war, interessierte sich für Gestaltung (er bezeichnet sich als „visuellen Typ“) und liebäugelte beruflich zeitweise mit dem Bereich Medien-Design, fand aber, dass ihm dort das Handwerkliche fehlen würde: „Ich habe gemerkt: Das, was mir gefällt, habe ich ja schon vor der Nase“. Gesagt, getan – seine Ausbildung im väterlichen Betrieb begann er 2008 und beendete sie 2011 mit Bestleistung (1. Kammersieger). Dabei betrachtet er sich selbst keineswegs als Überflieger, sei anfangs gar nicht so gut gewesen, kommentiert der junge Unternehmer seine erstaunliche Entwicklung. Nur: Unmotiviert den Unterricht absitzen, sich mit Minimalzielen zufriedengeben, das war (und ist) sein Ding nicht.

Offen und gelassen

Eine Einstellung, die seine Unternehmensführung bestimmt – vor allem den Umgang mit den Mitarbeitern. Sein Credo: Wer beruflich das tut, was er liebt, ist zufrieden. Für das Unternehmen bedeutet dies, dass sich Krankheitstage reduzieren und Kündigungen vermieden werden (mit allem, was sie nach sich ziehen: verminderte Produktivität zum Ende des Arbeitsverhältnisses, ebenso zu Beginn einer Neueinstellung, wenn der neue Kollege eingearbeitet werden muss). Warum also nicht dem Mitarbeiter, dem Kunden und auf diese Weise letztendlich dem Betrieb etwas Gutes tun? Die persönliche – und die Firmenphilosophie (in dem Fall ein und dasselbe) – von Mario Wallrath mag auf den ersten Blick einfach klingen, aber sie ist in erster Linie gelebte Überzeugung. Zentraler Bestandteil: Offenheit. Offen sein für Neues, für Ideen, für Menschen, dies scheint die Antriebsfeder und der Grund dafür zu sein, dass diese Philosophie mit so viel Gelassenheit und Freundlichkeit herüberkommt. Sein Ziel: ein Unternehmen aufzubauen, wo man sich wie zu Hause fühlt.

In den zurückliegenden sieben Jahren, in denen sich sein Betrieb von der Garage zur Miete im Hinterhof schnell zu einem Unternehmen mit aktuell zwei Azubis, einer Bürokraft, mehreren Fliesenleger- und Malergesellen sowie Bauhelfern entwickelte, hat der Jungunternehmer viel an Erfahrung dazugewonnen. Jeden Morgen treffen sich die Mitarbeiter zur Baubesprechung in der Halle und fahren von dort in Teams zu den Baustellen. Alle Abläufe und Absprachen zu laufenden Projekten sind gut organisiert – einschließlich der Weiterbearbeitung im Büro durch Assistentin Cornelia Streffer. Wie selbstständig die Mitarbeiter die von ihnen betreuten Projekte planen, ist auch eine Frage der Persönlichkeit. Wer kann und will, dem lässt Mario Wallrath hier freie Hand, wer sich lieber absichern möchte, kann sich auf seine Unterstützung verlassen. In regelmäßigen Besprechungen tauscht sich das Team offen darüber aus, was gut gelaufen ist und was man noch verbessern kann. Wichtig auch hier: Vertrauen und das Gefühl, ernst genommen zu werden.

Ist das der Schlüssel, wie man Auszubildende und qualifizierte Mitarbeiter dauerhaft gewinnt? Für Wallrath gibt es viele Elemente, die dazu gehören – die Rekrutierung über eigene Beschäftigte ist ein gangbarer Weg, und natürlich neue Wege der Kommunikation wie z.B. über die sozialen Medien. Eine Aufgabe, die Wallrath übrigens (noch) gerne selbst übernimmt. Wichtig, damit die Digitalisierung voranschreiten kann: Das gesamte Team zieht mit. In der ersten Phase der eigenen Selbstständigkeit war für ihn außerdem die Ausbildungsberatung der Handwerkskammer sehr hilfreich. Inzwischen hat Ausbildungsberater Philipp Stulier nicht nur den zweiten höchst zufriedenen Azubi dorthin vermittelt; Wallrath selbst lernte als ehrenamtlicher Prüfer im Gesellenprüfungsausschuss die Handwerksorganisation von innen und eine andere Perspektive der Nachwuchsausbildung kennen: „Durch veränderte Ausbildungsbedingungen könnte ebenfalls viel dafür getan werden, die Lehre für Jugendliche und Betriebe attraktiver zu machen“, erklärt er.

Paradebeispiel

Im Fliesenlegerhandwerk zeigten sich nach 2004 die Fehlentwicklungen, die mit der Aufhebung der Meisterpflicht in vielen Berufen einhergingen, geradezu exemplarisch. Zwar stieg die Zahl der Betriebe stark an, doch die Unternehmen ohne Meister, oft Solo-Selbstständige, verschwanden häufig schnell wieder vom Markt – und bildeten nicht aus. Mit der Wiedereinführung der Meisterpflicht Anfang 2020 ist das Handwerk aktuell wieder stark in den Blickpunkt gerückt – und mit ihr die Hoffnung, dass Qualität und berufliche Bildung gestärkt werden.

Für Fliesenlegermeister Mario Wallrath war der Meisterbrief auch zu den Zeiten, als er keine notwendige Voraussetzung für die Selbstständigkeit war, ein Muss; schließlich wollte er Profi und Spezialist auf seinem Gebiet sein. Wäre der Begriff „Vollblutunternehmer“ nicht schon arg strapaziert – hier wäre er ausnahmsweise sehr passend. Weiter wachsen, „größer denken“: An Plänen für die Zukunft mangelt es Wallrath nicht. Ganz frisch hat er seine Firma umbenannt – die Bezeichnung „Wallrath Innenausbau - Bad- und Wohnkonzept“ ist ein Indiz dafür, wo der Schwerpunkt liegt. Die Anpassung an veränderte Qualitätsanforderungen und Designansprüche, man denke nur an Fußbodenheizung, Natursteine, hochwertige Badgestaltung, den Wellnesscharakter moderner Bäder, hat der junge Unternehmer bereits verinnerlicht. Eine entsprechende Badausstellung ist folgerichtig fest eingeplant, ebenso der virtuelle Rundgang durch Bad und Wohnbereich mittels VR-Brille. Das Ziel: Material, Dienstleistung und Planung aus einer Hand anbieten. Verwirklichen will er dies an einem neuen Standort, idealerweise mit der Möglichkeit, durch Übernahme eines Sanitär-Unternehmens das Angebot noch zu erweitern – auch weil es seiner Erfahrung nach gerade an den Schnittstellen zu anderen am Bau und Ausbau beteiligten Gewerken zu Problemen und häufig zu Reklamationen kommt.

Die nächsten Schritte schon fest im Blick: Unternehmer Mario Wallrath in der Halle seines Betriebs
HWK Düsseldorf

Mario Wallrath
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Verantwortung macht Spaß - Wallrath mit Mimoun Al Marraki und Emrush Kryeziu (v.l.)
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