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Zuwachs bei den neuen Ausbildungsverhältnissen

Pressemitteilung Nr. 54 vom 2.11.2017

Zuwachs von 5,3 Prozent bei den neuen Ausbildungsverhältnissen
In Düsseldorf + 2,8 %, am Niederrhein + 7,5 %
Stark steigende Aufnahmezahlen von Flüchtlingen - Fuhrmann: "Integration durch Ausbildung schreitet gut voran"

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Das Handwerk an Rhein, Ruhr und Wupper hat in den letzten Monaten enorm viele junge Menschen aus den sogenannten nichteuropäischen Asylzugangsländern in Ausbildung genommen", so der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Düsseldorf, Dr. Axel Fuhrmann, in einer Zwischenbilanz zum Ende des Monats Oktober. Im Bezirk der HWK haben danach 418 Jugendliche aus Afghanistan, Eritrea, Irak, Iran, Nigeria, Pakistan, Somalia und Syrien am 1.8. eine Lehre im Handwerk begonnen. Diese acht Staaten werden aufgrund akuter Krisen- und Bürgerkriegssituationen und ihrer Anteile an den Asylbewerberzahlen vom Bundestag und von der Bundesagentur für Arbeit als Hauptherkunftsländer in Deutschland ankommender Flüchtlinge geführt. 6 Prozent aller 7.264 Ausbildungs-Starter im Kammerbereich stammen aus den betreffenden Ländern. Mehr als jeder Vierte aus dieser Gruppe (27 %) hat in Düsseldorf eine neue Heimat gefunden. Im Vorjahr hatten 54 Flüchtlinge aus diesen Regionen den Weg in eine geregelte Berufsausbildung im Handwerk gefunden; in 2015 waren es erst 35.

Deutsche und Ausländer zusammen genommen, begannen in diesem Jahr 363 Jugendliche mehr als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres im Kammerbezirk eine Berufslehre im Handwerk - ein Anstieg (Stand 30.10.) um 5,3 Prozent. Düsseldorf zählte 22 neue Azubis mehr als vor einem Jahr; insgesamt fingen in der Landeshauptstadt 1.201 Schulabgänger eine Handwerkslehre an; ein Plus von 2,8 %; im Zuständigkeitsbereich der Kreishandwerkerschaft Niederrhein beträgt der Zuwachs 7,5 %; es starteten 1.399 Auszubildende. Duisburg und Mettmann zählen je knapp vier Prozent mehr Ausbildungs-Einsteiger. Den Vogel schossen Remscheid mit einem Anstieg um 16,5 % und Essen mit einem Plus von 14,9 % ab. Das Solinger Handwerk band 12 junge Menschen weniger als 2016.

88 weitere junge Leute aus den genannten acht Brennpunkt-Ländern bereiten sich übrigens derzeit in betrieblichen Einstiegsqualifizierungs-Maßnahmen auf eine anschließende reguläre Berufsausbildung im Handwerk vor, Darüber hinaus werden mehr als dreihundert junge Flüchtlinge derzeit kammerweit in geförderten Maßnahmen wie BOF und PerJuF Handwerk an die Anforderungen einer Berufslehre herangeführt. Die stark gestiegenen Integrationszahlen belegen, dass insbesondere auch die Arbeit der Kümmerer in Kammer und den Kreishandwerkerschaften und das Übergangsmanagement der öffentlichen Träger zu funktionieren beginnen. Allerdings sei, so Fuhrmann, der bürokratische Aufwand für Betriebe, die sich engagiert um Asylbewerber bemühten, "hoch - die Kette an verlangten Erklärungen und Bescheinigungen reicht von verbindlichen Ausbildungszusagen gegenüber den verfahrensbeteiligten Behörden, damit Bewerber eine vorläufige Aufenthaltsgenehmigung erlangen, bis zum Förderantrag auf Nachhilfeunterricht bei der Agentur für Arbeit." Nicht wenige Unternehmen engagierten sich bei der Suche nach Wohnraum oder hülfen, die Bewerber mobil zu machen, teilte Fuhrmann mit.

Von den rund 20.000 jungen Menschen, die zur Zeit insgesamt - über alle Ausbildungsjahre verteilt - eine Berufsausbildung im Handwerk im Kammerbezirk Düsseldorf durchlaufen, hat jeder zehnte einen anderen Pass als den deutschen. Bei den Azubis im ersten Lehrjahr sind es - nicht zuletzt aufgrund des Zustroms aus den Bürgerkriegsstaaten - elf Prozent.

Die Lehrlinge in den heimischen Handwerksbetrieben stammen aus 77 Ländern. Die Zahl der Deutschen mit Migrationshintergrund umfasst nach Schätzung der Kammer noch einmal weitere mehr als 2.000 Personen. Fuhrmann: "Das Handwerk gewährleistet wie kein anderer Wirtschaftsbereich die berufliche und soziale Aufnahme für Menschen, die hier eine neue Heimat suchen."

Alexander Konrad

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