Zwei Ausstellerinnen beim Tag des Musikinstrumentenbaus
HWK Düsseldorf
25 Instrumentenbauer präsentierten Instrumente und Handwerkskunst im Foyer der Handwerkskammer

Leistungsschau mit KunstgenussGroßer Besucherandrang beim Tag des Musikinstrumentenbaus

14. Mai 2022 in der Handwerkskammer Düsseldorf

Wenn Freunde differenzierter Klangnuancen in größerer Zahl aufeinandertreffen, kommt schnell eine beschwingte Grundstimmung auf. Das gilt nicht nur für Orchestermusiker und Chorsänger. Auch der „Tag des Musikinstrumentenbaus“ – am Samstag in der Handwerkskammer Düsseldorf – dürfte beim breiten wie beim Fach-Publikum bleibende Eindrücke und Anregungen hinterlassen haben. Denn die von Kammer und Innung der Musikinstrumentenmacher Nordrhein und Westfalen/ Süd organisierte Ausstellung brachte auf zwanglose Weise zwei Dutzend Hersteller, Werkstattinhaber und Restaurateure von Klangwerkzeugen mit Firmensitz an Rhein und Ruhr (und darüber hinaus) mit am Ende gut 800 Besuchern zusammen – Profi- und Hobby-Musikern und an mechanischen Ausdrucksmitteln der Tonkunst aller Art Interessierten: „Ein Familienereignis“, wie der stellvertretende Hauptgeschäftsführer der HWK, Manfred Steinritz, in seiner Begrüßung treffend formulierte.

Vielfalt an Instrumenten

Aus aktueller Arbeit hatten die versammelten Geigen- und Klavierbauer, Holz- und Metallblasinstrumentenmacher, Orgel- und Harmoniumbauer und Zupfinstrumentenmacher - unter ihnen regionale Könner wie Akkordeonbauer Zöllner aus Odenthal und Brass-Spezialist Radermacher aus Mönchengladbach, aber auch weltweit nachgefragte Meister wie Klarinetten- und Oboenbauer Harald Hüyng aus Düsseldorf oder Gitarrenbauer Jörg Tandler (Gondershausen) – einen aussagekräftigen Querschnitt mitgebracht. Sehr zur Freude jener Besucher, die von der ausdrücklich bekanntgemachten Möglichkeit, Saxophon oder Geige, Cembalo oder E-Gitarre auch selbst in die Hand nehmen und anspielen zu dürfen, ausgiebig Gebrauch machten (mit der Folge eines fröhlichen Wettstreits zwischen unterschiedlichen Klängen …). Hinzu kamen historische Schätzchen, Sammlungen an altem und rarem – und selbstredend perfekt aufbereiteten – Spielgerät für Connaisseure. Wie beispielsweise ein vergoldetes Sopransaxophon aus den 40er Jahren aus einer namenlosen Vogtländer Werkstatt, dank fünf statt drei Luftklappen intonierbar bis zum hohen G.

Jeder Gast konnte so nach Gusto „seine“ Erfahrung in der Begegnung mit den unterschiedlichen Klangtiefen eines Gebrauchsinstruments im Unterschied zu einem Unikat von meisterhafter Exzellenz abgreifen, Profi-Solisten und Bandmusiker über Qualitäten und Nuancen favorisierter Marken und Serien fachsimpeln und Aspiranten in weiterführenden Gesprächen an den Firmenständen ihrem Wunschtraum nach neuer Ausdruckskreativität näherrücken.

Einklang beim Qualitätsbewusstsein

Die Instrumentenmacher selbst nutzten den Expo-Tag in der Handwerkskammer als Branchenmesse und tauschten sich auch untereinander intensiv über Neuerungen und die Erfahrungen mit den Nachfrageveränderungen aus zweijähriger Pandemie aus. Die durchaus weit auseinanderklaffen: Während Betriebe, die für Orchester und kommerzielle Musiker arbeiten, durch Ebbe-Monate gingen, berichteten etwa Wolfgang Steinbronn (Wood‘n Brass Holz- und Blechblasinstrumente, Viersen) und E-Gitarrenbauer Sascha Proske (Gamble Guitars, Ratingen) über zusätzliche Kundschaft, die Lockdowns und Home-Office-Phasen nutzten, um hochwertige Instrumente aufmöbeln zu lassen.

„Es hat jede Menge Kontaktanbahnungen über die jeweiligen Stammkundschaften der teilnehmenden Instrumentenbauer hinaus gegeben. Die Aussteller sind genauso auf ihre Kosten gekommen wie die Liebhaber von Musik und handwerklichen Musikalien“, konnten HWK-Präsident Andreas Ehlert und Innungs-Obermeister Thomas Reisberg bereits kurz nach Verklingen des letzten Töne des Abschlusskonzerts gemeinsam ein rundum gelungenes Fazit ziehen. „So vielfältig die Instrumente, so einhellig die Ausrichtung ihrer Hersteller an höchster Qualität und Individualität“, ergänzte Ehlert seine Wahrnehmung vom hohen Niveau der Leistungsschau.

Zuhörer genossen das musikalische Live-Erlebnis

Vereint genoss die Besucherschar die von Veranstalterseite vorbereitete musikalische Auflockerung mit den (profund aufspielenden) Bläserklassen der Düsseldorfer Georg-Schulhoff-Realschule, dem Duo Klaus Langer und Jörg Gravenhorst, die – verbal und tonal – eine musikhistorische Revue rund um das totgeglaubte Harmonium ablieferten, den Trioformationen „The Lucky Ukes“ und „Accordion Affairs“ und einem Kammerkonzert mit Meisterschülern der Robert Schumann Hochschule. Auch im Live-Begleitprogramm mit einem Querschnitt durch Genres von Jazz bis Klassik waren in fünf Darbietungen mehr als 20 Instrumente klanglich zu erleben.

Abschluss und Höhepunkt bildete der Vortrag von Anna Gloria Strauß (Klavier), Raul Lustgarten (Violine) und Matthias Balzat (Cello) mit Werken von Haydn, Mendelssohn, Rachmaninoff und Brahms. Mit ihrem virtuosen, fein abgestimmten Zusammenspiel, viel Leidenschaft und einer klugen Auswahl „von Kompositionen „die uns am Herzen liegen“ – und die ihre ganze Klasse und Variation im Ausdruck zur Geltung brachte –, begeisterten die jungen Musiker den mit über 100 Zuhörern besetzten Saal.

 

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Zwei Klavierbauerinnnen halten ein Klavierteil in den Händen.
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Konzert mit 3 Musikern auf der Bühne
Gruppenbild mit Kammer-Präsident Ehlert und 2 Musiker und 1 Musikerin.

Kerkmann Frauke HWK Düsseldorf

Frauke Kerkmann

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