Meister-BAföG / Aufstiegs-BAföG

Mit dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG) haben Interessierte, die z. B. an Meistervorbereitungslehrgängen und Meisterprüfungen teilnehmen, einen Anspruch auf Fördermittel in Form von staatlichen Zuschüssen und zinsgünstigen Darlehen.

Wir beraten Sie gerne in allen Fragen zum Meister-/Aufstiegs-BAfög. Bei uns in der Handwerkskammer Düsseldorf erhalten Sie auch die erforderlichen Formulare. Wir helfen gerne beim Ausfüllen, prüfen die Anträge vor und leiten sie an die Bezirksregierung Köln weiter. Diese entscheidet über den Antrag, gewährt die Zuschüsse und bewilligt die Auszahlung der Finanzierungshilfen durch die KfW-Bank. Alle Infos und Formulare gibt es auch unter
  www.aufstiegs-bafoeg.de

Leistungen nach dem AFBG

  • Lehrgangs- und Prüfungsgebühren werden bis zu einer maximalen Höhe von 15.000 Euro gefördert. Von diesem Betrag werden 40 % als Zuschuss gewährt, der nicht zurückgezahlt werden muss. Die restlichen 60 % werden als zinsgünstiges Darlehen zur Verfügung gestellt. Bei Bestehen der Meisterprüfung werden Ihnen zusätzlich 40 % des Darlehens für Lehrgangs- und Prüfungsgebühren erlassen.
  • Zu den Materialkosten für Ihr Meisterprüfungsprojekt können Sie eine Förderung bis zur Hälfte der notwendigen Kosten und einer Höhe von bis zu 2.000 Euro erhalten. 40 Prozent der Förderung bekommen Sie als Zuschuss. Für den Rest der Fördersumme erhalten Sie ein Angebot der KfW über ein zinsgünstiges Bankdarlehen.
  • Alleinerziehende können einen Zuschuss von 130 Euro für die Kosten zur Kinderbetreuung beantragen.
  • Diese finanziellen Hilfen werden unabhängig von der Höhe des Einkommens und/oder des Vermögens der Teilnehmer/innen gewährt. Unerheblich ist ebenfalls, ob es sich um einen Vollzeit- oder Teilzeitlehrgang handelt. Teilnehmer/innen an Vollzeitlehrgängen können darüber hinaus einen Antrag auf einen Beitrag zum Lebensunterhalt stellen. Dieser ist einkommens- und vermögensabhängig und wird individuell berechnet.

Anleitung zum Ausfüllen eines Vollzeit-Antrags



Bei Anträgen für Teilzeitschulen sind die Angaben zu Einkommen und Vermögen und die Angabe zur Krankenkasse nicht erforderlich.

Anträge (Vollzeit und Teilzeit) können bei der Handwerkskammer gestellt werden, in deren Bezirk der Fortbildungslehrgang besucht wird. Dort sind auch Antragsformulare erhältlich. Über die Bewilligung der Fördergelder entscheidet die Bezirksregierung Köln. Insbesondere Anträge auf Leistungen zum Unterhalt sollten möglichst vor Beginn der Maßnahme gestellt werden, da ansonsten eventuelle Ansprüche verloren gehen.

Wir helfen Ihnen gerne beim Ausfüllen Ihres Antrags:

Dienstags von 16 bis 20 Uhr und samstags von 10 bis 13 Uhr (nicht in den Ferien) im Infocenter der Handwerkskammer Düsseldorf.

Infocenter Akademie

Tel. 0211 8795-423, -424
Fax 0211 8795-422
infocenter--at--hwk-duesseldorf.de

Voraussetzungen für die Gewährung von Meister-/Aufstiegs-BAföG

Um in den Genuss der Förderung nach dem AFBG zu kommen, werden sowohl an die Antragsteller, als auch an die zu besuchenden Kurse bestimmte Voraussetzungen geknüpft.

Wer wird gefördert?

Die Antragsteller müssen über eine nach der Handwerksordnung (HwO) oder dem Berufsausbildungsgesetz (BBiG) anerkannte, abgeschlossene Berufsausbildung oder einen vergleichbaren Abschluss verfügen. Gefördert wird nicht nur die erste Aufstiegsfortbildung, sondern generell eine Aufstiegsfortbildung. Teilnehmer der Handwerkskammer Düsseldorf, die bereits eine selbst finanzierte Aufstiegsfortbildung absolviert haben, verlieren hierdurch nicht mehr ihren Förderanspruch. Nur unter bestimmten, recht eng gesetzten Voraussetzungen kann auch die Vorbereitung auf ein so genanntes "zweites Fortbildungsziel" finanziell unterstützt werden.

Als Ausländer/in sind Sie förderungsberechtigt, wenn Sie Ihren ständigen Wohnsitz im Inland haben und über bestimmte Aufenthaltstitel beziehungsweise über eine Daueraufenthaltserlaubnis verfügen bzw. Sie sich bereits 15 Monate rechtmäßig in Deutschland aufgehalten haben und erwerbstätig gewesen sind. Hierzu zählt auch die Zeit der Berufsausbildung.

Was wird gefördert?

Auch an die Fortbildungslehrgänge wird eine Reihe von Anforderungen gestellt. So müssen die Kurse gezielt auf eine öffentlich-rechtliche Prüfung nach der HwO oder dem BBiG vorbereiten. Diese muss über dem Niveau eines Gesellen-, Facharbeiter- oder ähnlichen Abschlusses liegen. Hierunter fallen Meistervorbereitungslehrgänge, aber auch Maßnahmen, die einen anderen Abschluss zum Ziel haben, wie z. B.  Gepr. Betriebswirt/in (HwO).

Die Förderung erfolgt unabhängig davon, ob es sich um Vollzeit- oder Teilzeitlehrgänge handelt. Auch mediengestützte Fortbildungen und Fernunterricht sind förderfähig.

Vollzeitkurse müssen...
  • min. 400 Unterrichtsstunden umfassen,
  • innerhalb von 36 Kalendermonaten abgeschlossen sein,
  • Der Unterricht muss in der Regel an mindestens vier Werktagen pro Woche mit einer Wochenstundenzahl von mindestens 25 Unterrichtsstunden stattfinden.
Teilzeitkurse müssen...
  • min. 400 Unterrichtsstunden umfassen
  • innerhalb von 48 Kalendermonaten abgeschlossen sein
  • Es müssen im Durchschnitt min. 18 Unterrichtsstunden je Monat erteilt werden.

Besteht eine Maßnahme aus mehreren Maßnahmeabschnitten, so ist die Gesamtdauer aller Maßnahmeteile maßgebend.



Rückzahlung

Das Darlehen ist für maximal sechs Jahre ab Maßnahmebeginn zins- und tilgungsfrei. Danach muss es in der Regel innerhalb von zehn Jahren mit einer monatlichen Mindestrate von 128 Euro zurückgezahlt werden. In bestimmten Ausnahmefällen kann die Rückzahlung der Fördergelder gestundet oder aber auch ganz erlassen werden. Zu diesen Ausnahmen zählen zum Beispiel Darlehensnehmer/innen, die innerhalb von drei Jahren nach bestandener Meisterprüfung ein Unternehmen gründen oder übernehmen. Aber auch für finanziell schwache Darlehensnehmer/innen und Kindererziehungszeiten wurden gesonderte Regelungen getroffen.

Wenn Sie Ihre Bank darauf hinweisen möchten, dass das Meister-BAföG ausschließlich zur Deckung der Teilnehmergebühren bestimmt ist, nutzen Sie folgenden Vordruck:
 Formular Zweckgebundene Einnahme

Sonderregelung für Existenzgründer

Gründen oder übernehmen Geförderte nach bestandener Abschlussprüfung innerhalb von drei Jahren nach Beendigung der Maßnahme im Inland ein Unternehmen oder eine freiberufliche Existenz oder erweitern einen bestehenden Gewerbebetrieb und tragen sie dafür überwiegend die unternehmerische Verantwortung, werden auf Antrag folgende Erlasse des auf die Lehrgangs- und Prüfungsgebühren entfallenden Restdarlehens gewährt:

  • a. 33 Prozent, wenn ein zusätzlicher Auszubildender oder eine zusätzliche Auszubildende eingestellt wurde dessen oder deren Ausbildungsverhältnis seit mindestens 12 Monaten besteht,
  • b. 33 Prozent für einen zusätzlichen Arbeitnehmer oder eine zusätzliche Arbeitnehmerin dessen oder deren sozialversicherungspflichtiges unbefristetes Arbeitsverhältnis zum Zeitpunkt der Antragstellung seit mindestens sechs Monaten besteht,
  • c. 66 Prozent für einen zusätzlichen Auszubildender oder eine zusätzliche Auszubildende und einen zusätzlichen Arbeitnehmer oder eine zusätzliche Arbeitnehmerin oder für zwei zusätzliche Arbeitnehmer oder Arbeitnehmerinnen, sofern die jeweiligen Beschäftigungsvoraussetzungen nach den Buchstaben a) und b) erfüllt sind.

Entscheidend ist, dass das Unternehmen seit mindestens einem Jahr geführt wird und es sich um neue dauerhaft angelegte Arbeits- und Ausbildungsverhältnisses handelt, die ungekündigt fortbestehen. Die Beschäftigungsverhältnisse müssen bei Beantragung des Darlehensteilerlasses zudem noch bestehen. Insgesamt dürfen aber nicht mehr als 66 Prozent des noch nicht fällig gewordenen Restdarlehens erlassen werden.

Sonderregelung für "Härtefälle"

Aber auch für Teilnehmer, die sich aus anderen Gründen mit der Tilgung des Darlehens schwer tun, kann von den Rückzahlungsmodalitäten abgewichen werden. Dies ist insbesondere der Fall, wenn

  • das Einkommen des Antragstellers/der Antragstellerin einen bestimmten monatlichen Schonbetrag nicht übersteigt. Dieser beträgt zur Zeit 960 Euro für den Geförderten und zusätzlich 480 Euro für den Ehepartner und 435 Euro für jedes Kind,
  • er oder sie ein Kind bis zum vollendeten 10. Lebensjahr erzieht oder ein behindertes Kind betreut und
  • der Antragsteller nicht mehr als 30 Stunden pro Woche erwerbstätig ist.

Ansprechpartner