(v. l.): Geschäftsführer Stefan Bresser; Kreishandwerksmeister Frank Mund; Thorsten Caspers, Obermeister der Innung Sanitär Heizung Klima Mönchengladbach; Stephanie Oertel; Sarah Oertel; Jörg Oertel; Oberbürgermeister Felix Heinrichs und Stefan Eckers, Lehlingswart der SHK-Innung Mönchengladbach
HWK Düsseldorf
(v. l.): Geschäftsführer Stefan Bresser; Kreishandwerksmeister Frank Mund; Thorsten Caspers, Obermeister der Innung Sanitär Heizung Klima Mönchengladbach; Stephanie Oertel; Sarah Oertel; Jörg Oertel; Oberbürgermeister Felix Heinrichs und Stefan Eckers, Lehlingswart der SHK-Innung Mönchengladbach

24. Juni 2022Sarah Oertel ist Lehrling des Monats Juni

Kreishandwerkerschaft und Handwerkskammer zeichneten angehende Anlagenmechanikern in Anwesenheit von OB Heinrichs aus

Häuser entwerfen und die Bauausführung koordinieren – das war einmal Sarah Oertels berufliche Wunschvorstellung. Nach einem Schnupperpraktikum im Planungsbüro und intensiver Auseinander-setzung mit dem Curriculum eines Architekturstudiums entschied sich Sarah nach dem Abi anders: Eine Gestaltungsaufgabe am Gebäude - Ja; aber eine derart einseitig theorielastige Ausbildung? - Nein: „Zu wenig Machenkönnen, zu wenig Arbeit in konkreten Projekten.“ Sarah löste sich vom Sog des vorgebahnten Wegs an die Uni und besann sich auf eine Möglichkeit, die ihr immer plausibler schien, je länger sie darüber nachdachte: „Ich war schon als Kind an Papas Arbeit interessiert und hab später an der Seite meines Vaters angepackt, wo es nur ging.“ Ihre neue Wahl fiel: auf den größten versorgungs- und energietechnischen Handwerksberuf - die Ausbildung zur Anlagenmechanikerin für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, im familieneigenen Unternehmen. Eine Entscheidung, die Sarah, mittlerweile im dritten Lehrjahr, bislang keine Minute bereut hat. Im Gegenteil – sie hat explizit verworfen, von der Verkürzung der Lehrzeit um ein Jahr Gebrauch zu machen, die Abiturienten zusteht: „Ich will Alles von der Pike auf inwendig beherrschen lernen.“ Als ihr Vater Jörg Oertel einige Monate nach dem Ausbildungsstart mit einem Schreiben der Handwerkskammer bei seiner Tochter anklopfte, welches für ein „triales“ Bachelorstudium in Handwerksmanagement warb, war Sarah sich schnell sicher: „Das will ich machen!“ - Nun peilt Sarah in dem zehnsemestrigen Ausbildungs-Studiengang an der Hochschule Niederrhein nun doch auch akademische Weihen an - und durchläuft als Schlussabschnitt dieses modellhaften Qualifizierungs-Angebots für angehende Führungskräfte integriert auch die Fortbildung zur Installateur- und Heizungsbauermeisterin gleich mit.

Der eingeschlagene, ambitionierte Berufsweg der 21-Jährigen hat jetzt eine erste markante Bestätigung erfahren. Am Freitag würdigten die Handwerkskammer Düsseldorf und die Kreishand-werkerschaft im Beisein von Oberbürgermeister Felix Heinrichs Sarah Oertel als „Lehrling des Monats“ Juni 2022 im HWK-Bezirk. Tenor der Laudatio von Kreishandwerksmeister Frank Mund, der in Abwesenheit des erkrankten HWK-Präsidenten für beide auslobenden Organisationen sprach: „Eine außergewöhnlich kompetente Auszubildende, technisch wie fachkundlich gleichermaßen versiert, dabei gut organisiert und sehr zielorientiert unterwegs: Eine, die das Anstehende systematisch und akribisch anpackt – und das mit Schwung,“ so Mund. Eine, „die immer neugierig ist auf den nächsten Schritt, den sie machen kann,“ wie ihr Vater und Ausbilder beim Pressetermin aus Anlass der Ehrung im eigenen Familienbetrieb ergänzte. „Sie sind eine Mutmacherin und ein eminent wichtiges Stück Zukunft für unsere Heimatstadt!“, bekundete Oberbürgermeister Heinrichs seinerseits hohe Wertschätzung für die leistungsstarke Nachwuchspersönlichkeit aus dem Mönchengladbacher Handwerk.

Natürlich hat der vielversprechenden Begabung von Sarah nicht geschadet, dass ihr Vater ihr schon zum sechsten Geburtstag einen ersten Werkzeugkoffer schenkte. Mit 15 Jahren konnte die Technikbegeisterte bereits alle Arbeiten bei der Neueinrichtung der Duschanlage für ein Schulzentrum ausführen; selbstverständlich zerlegte und montierte in dieser Zeit auch schon ihren ersten Motorroller komplett selbst. Die Mehrfachanstrengung einer Berufsausbildung mit kombiniertem Vollstudium muss jedoch auch ein echtes Talent wie Sarah erst einmal stemmen: Werktags die Mitarbeit als Azubi im Betrieb, dazu die Lernorte Berufskolleg und Überbetriebliche Lehrwerkstatt; Freitag abends und samstags Lehrveranstaltungen, dazu Büffeln, Hausarbeiten, Lerngruppen, Prüfungsvorbereitungen. Für romantische Vorstellungen von einem Studentenleben ist aber auch deshalb kaum Raum, weil Sarah während der Hochphase der Pandemie „ihre“ Hochschule kaum je von innen gesehen hat. Ein Umstand, den sie pragmatisch nimmt: „Es ging ja Allen so.“ Ihr Anreiz, ihre Eigenmotivation liegen woanders: „Zu sehen, wie ein Arbeitsstück entsteht, wie es fertig wird.“  Funken dieser Leidenschaft Sarahs für die Werkaufgabe und den Umgang mit Werkzeug sind bei Berufsinformationstagen der Kreishandwerkerschaft, an denen sie mitwirkte, auch schon auf andere Schülerinnen und Schüler übergesprungen und haben zu Hospitanzen in Ausbildungsbetrieben geführt. Und Sarahs eigene Zukunft? Ihre berufliche Zielperspektive auf Basis der speziellen Fach- und Führungskraftausbildung läuft konsequenterweise auf eine spätere Firmenverantwortung hinaus. Sie ist sich bewusst, dass da noch eine ganze Strecke mit vielen Herausforderungen und jede Menge an weiterem Verantwortungszuwachs vor ihr liegt. Zunächst wird Sarah Oertel auf diesem Weg ganz aktuell schon jetzt immer intensiver auch in die unternehmerischen Alltagsanforderungen des Vaters und Firmenchefs einbezogen; sie wirkt mal an Kostenkalkulationen, mal an arbeitsrechtlichen Fragestellungen mit. Eines noch nicht definierten Tages wird sie dann voraussichtlich selbst das 10 Mitarbeiter große, ausbildende (und jüngst in einen neuerrichteten Hallen- und Bürokomplex in Odenkirchen umgezogene) SHK-Unternehmen leiten. Bis dahin wünscht sich die leistungsstarke und hochbegabte Junghandwerkerin mehr Zeit mit Freunden, im Fitnessstudio und beim Tauchen, für Heimspiele der Borussia – und, am Ende der intensiven Qualifizierungsstrecke, als Belohnung für dann erfolgreich bewältigte Anstrengung – gerne auch noch die ersehnte Fernreise: „nach Thailand“, verrät Sarah Oertel. 

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