(v. l.): Minister Dr. Stamp; Hamidullah Sulhdost; Ralf Gierten, GF Autohaus Gierten, Hilden und GF Dr. Henke
Ingo Lammert
(v. l.): Dr. Joachim Stamp, Minister für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes NRW; Hamidullah Sulhdost; Ralf Gierten, Geschäftsführer Autohaus Gierten GmbH, Hilden und Dr. Christian Henke, Geschäftsführer der HWK Düsseldorf

3. Juni 2022Verleihung des Integrationspreises Handwerk

Einst vor den Mudschahidin aus Afghanistan geflohen, jetzt selbst Ausbilder von Schutzsuchenden: Hamidullah Sulhdost und Autohaus Gierten diesjährige Preisträger des Integrationspreises des Handwerks

"Es ist immer wieder großartig zu sehen, mit welchem Engagement sich das Handwerk dafür einsetzt, Menschen mit Einwanderungsgeschichte eine solide Ausbildung und den Einstieg in den Beruf zu ermöglichen. Das Handwerk ist Motor für Integration in unserem Land. Mir ist und war es stets ein Herzensanliegen, die Handwerksbetriebe bei dieser Integrationsarbeit bestmöglich zu unterstützen. Das Autohaus Gierten und Hamidullah Sulhdost stehen als leuchtendes Beispiel für viele Handwerksbetriebe in unserem Land, denn genau hier wird wichtige Arbeit geleistet, die wir gerade angesichts des enormen Fachkräftebedarfs dringend für unsere Wirtschaft und unsere Gesellschaft brauchen. Und es eröffnet jungen Menschen gute Perspektiven auf finanzielle Selbstständigkeit und beruflichen Erfolg“, so Flüchtlings- und Integrationsminister Dr. Joachim Stamp bei der Überreichung des vom Westdeutschen Handwerkskammertag und der HWK Düsseldorf verliehenen Integrationspreises an Hamidullah Sulhdost und das Autohaus Gierten.

„Der Weg und das Engagement von Hamidullah Sulhdost haben mich ganz besonders bewegt, weil sie beispielhaft dafür stehen, wie eine zunächst selbst erhaltene und hervorragend genutzte persönliche Chance zu einer Aufstiegs-Chance für viele junge Menschen werden kann,“ würdigte der stellvertretende Ministerpräsident die persönliche und berufliche (Lebens-)Leistung des Werkstatt- und Ausbildungsleiters, ehrenamtlichen Gesellenprüfers und stellvertretenden Vorsitzenden des Gesellenprüfungsausschuss der Kreishandwerkerschaft Mettmann. Mit Sulhdost konnte auch sein Arbeitgeber, Ralf Gierten, Inhaber des Autohauses die Auszeichnungsurkunde in Empfang nehmen.

 „Für eine erfolgreiche Integration braucht es immer zwei Seiten: Motivierte Arbeitnehmer und einen weitsichtigen Arbeitgeber. Der offen ist, Integration möglich macht und auch aktiv begleitet. Für die Firma Gierten zählt eben nicht die Herkunft, sondern die Leistung und der Wille. Das ist nicht überall in unserer Gesellschaft selbstverständlich - hier in diesem Betrieb schon. Deshalb ist auch das Autohaus Gierten würdiger Träger des Integrationspreises", ergänzte Kammer-Geschäftsführer Dr. Christian Henke in seiner Laudatio die Vergabe-Entscheidung. Zuvor war Henke auf markante Stationen im Lebensweg von Hamidullah Sulhdost eingegangen, der vor 30 Jahren als 13-Jähriger zunächst vor den Mudschahidin aus Afghanistan und zwei Jahre später aus Russland weiter nach Deutschland flüchtete, 1997 in Düsseldorf zunächst seinen Hauptschulabschluss machte und anschließend die Ausbildung und den Gesellenabschluss zum Kfz-Mechatroniker schaffte.

„Das reichte ihm aber noch nicht. Er wollte weiter, den nächsten Schritt gehen, auch seinen Meister machen,“ berichtete Henke. Was Sulhdost im Jahr 2007, an der Meisterschule der HWK, auch auf Anhieb gelang. 2011 wechselt er von seinem Ausbildungsbetrieb in Düsseldorf dann zum Autohaus Gierten nach Hilden, leitet dort seither die Kfz-Werkstatt - „und bildet selbst junge Menschen aus, darunter immer wieder auch Geflüchtete. Hier schließt sich der Kreis", so Henke. Seit sechs Jahren setze sich Hamit Sulhdost darüber hinaus im Gesellenprüfungsausschuss auch ehrenamtlich für die Nachwuchsausbildung ein. Dr. Christian Henke: „Erst alles aufgegeben und sich dann aus eigener Kraft ein neues Leben aufgebaut. Wenn jemand stolz auf seinen Werdegang sein kann, dann Hamit Sulhdost!“

Der Integrationspreis des WHKT und der sieben NRW-Handwerkskammern wird alle zwei Jahre vergeben und in diesem Jahr zum dritten Mal verliehen.

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