Nachfolge Tischler
Vesna Andjic/iStock.com

Betriebsnachfolge - der Königsweg der Existenzgründung

Beim Thema Selbstständigkeit denken viele zuerst an die Neugründung eines Betriebs. Doch in den nächsten 5 bis 10 Jahren stehen 25 % der nordrhein-westfälischen Handwerksunternehmen zur Übergabe bereit. Die Nachfolge hat für Existenzgründer*innen einen großen Vorteil: Sie bauen ihre Karriere auf einem bewährten Handwerksbetrieb auf.

Nachfolge vs. Neugründung

Wer sich selbstständig machen möchte, kann einen bestehenden Betrieb übernehmen oder einen neuen Betrieb zu gründen.

Während Sie bei einer Übernahme ein Unternehmen von Anfang an langsam aufbauen und somit bei „null“ beginnen, übernehmen Sie bei der Nachfolge einen bestehenden Betrieb. Im besten Fall ist dieser am Markt und in der Region etabliert, verfügt über feste, eingespielte Mitarbeiter*innen und einen festen Kundenstamm. Wenn Sie diese Vorteile zu nutzen, erleichtert es Ihnen den direkten Einstieg.

Die Betriebsübernahme kann aber auch mit Anstrengungen verbunden sein. Als Neugründer*in wachsen Sie langsam mit dem Unternehmen, während Betriebsnachfolger*innen sofort ihr gesamtes Können beweisen müssen.

Mehr Infos und Broschüre als Download

 Unternehmensnachfolge (Webseite BMWi)



Formen der Betriebsübernahme

Familieninterne Übernahme

Hier ist es besonders wichtig, die eigene Motivation unabhängig von eventuellen Erwartungen der Familie zu klären. Stimmen Zielsetzung und Qualifikation, steht der Nachfolgeplanung nichts im Weg. Auch bei familieninternen Übernahmen muss die Unternehmensstrategie genau geprüft und die Finanzierung (z. B. für Ausgleichszahlungen an Verwandte) geklärt werden. Danach gilt es, in die unternehmerische Rolle reinzuwachsen.

Betriebsinterne Übernahme

Ein ähnlicher Ablauf gilt auch bei der Übernahme eines Betriebs in dem Sie angestellt sind. Bei der betriebsinternen Übernahme gilt es vor allem die Kommunikation mit den Mitarbeiter*innen zu beachten. Die Nachfolge folgt einem individuell angepassten Plan und ein Rollenwechsel vom Kollegen oder von der Kollegin zum/zur Vorgesetzten ist zu vollziehen.

Externe Betriebsübernahme

Ein Rollenkonflikt ist bei der externen Betriebsübernahme eher ausgeschlossen. Dafür stehen Sie der Herausforderung der Betriebssuche gegenüber. Regionale Betriebsbörsen und die Börse der Handwerkskammer (siehe unten) unterstützen Sie dabei. Bevor der eigentliche Prozess der Übergabe startet, sollten Sie das potentielle Unternehmen auf Herz und Nieren prüfen und die Finanzierung absichern.



Überblick über den Ablauf einer Übernahme:



Voraussetzungen für die Übernahme eines Betriebs

  • In zulassungspflichtigen Handwerksberufen ist traditionell der Meistertitel als Zugang zur Selbstständigkeit vorgesehen. Unter bestimmten Voraussetzungen können Sie jedoch auch als Ingenieur*in oder staatlich geprüfte/r Techniker*in ein Unternehmen gründen.
  • Auch die Einstellung eines/einer Betriebsleiter*in mit entsprechenden Qualifikationen oder die Anerkennung eines ausländischen Berufsabschlusses stellen einen Zugang zum zulassungspflichtigen Handwerk dar.
  • Im zulassungsfreien Handwerk und in handwerksähnlichen Berufen ist lediglich eine Registrierung bei der Handwerkskammer notwendig.
Haben Sie das Zeug zur Unternehmerin oder zum Unternehmer?

Neben formalen Voraussetzungen ist eine Unternehmer*innenpersönlichkeit ausschlaggebend für den Erfolg der Übernahme. Klären Sie ab, ob Sie persönliche und unternehmerische Eigenschaften für eine Selbstständigkeit mitbringen:

  • Bewahren Sie einen kühlen Kopf, wenn es hektisch wird?
  • Packen Sie auch unangenehme Themen an und versuchen Sie, eine Lösung zu finden?
  • Können Sie ruhig schlafen, auch wenn Sie kein festes Einkommen haben?
  • Haben Sie Erfahrung mit der Anleitung und Führung von Mitarbeiter*innen?
  • Haben Sie bereits Verkaufsverhandlungen geführt?

Quelle: BMWi: Unternehmensnachfolge – Die optimale Planung

Weitere Infos:

  Schritt für Schritt zum Unternehmenskonzept



Sind Sie als Unternehmer*in geeignet?
Machen Sie den Test!

 https://nachfolg-o-mat.org

Einen Betrieb zur Übernahme finden

Wenn für Sie keine betriebs- oder familieninterne Nachfolge in Frage kommt, stellt sich die Frage nach einem geeigneten Betrieb. Bevor Sie sich auf die Suche nach einem Handwerksunternehmen zur Übernahme machen, sollten Sie sich über Ihre Wünsche und Anforderungen klarwerden:

  • In welcher Branche suchen Sie einen Betrieb?
  • Wo soll sich das Unternehmen befinden?
  • Wie viel darf das Unternehmen maximal kosten?
  • Wie groß soll das Unternehmen sein?

Quelle: BMWi: Unternehmensnachfolge – Die optimale Planung

Betriebsbörse der Handwerkskammer Düsseldorf

Hier finden Sie Unternehmen, die in nächster Zeit abgegeben werden.
 Angebote in der Betriebsbörse durchsuchen

Die Erfassung Ihrer Nachfrage ist in kostenlos . Unsere Karrierescouts stehen Ihnen bei der Formulierung Ihres Gesuchs gerne zur Verfügung.
 Nachfrage in die Betriebsbörse eintragen

Die Handwerkskammer Düsseldorf ist Regionalpartner der bundesweiten Unternehmensbörse nexxt-change.

 Ansprechpersonen

Rebecca Haag
Karrierescout

Tel. 0211 8795-605
Fax 0211 8795-95602
rebecca.haag--at--hwk-duesseldorf.de

Ann-Kathrin Heim
Karrierescout & Referentin für Hochschulfragen

Tel. 0211 8795-605
Fax 0211 8795-95605
ann-kathrin.heim--at--hwk-duesseldorf.de

Finanzplanung und Förderung

Ein Unternehmenskonzept ist die unerlässliche Basis bei einer Neugründung und auch bei einer Betriebsübernahme.

Mit einem guten Konzept überzeugen Sie die Bank.

Neben Ihren Ideen und Plänen für das neue Unternehmen sollte auch die bisherige Strategie des/der Vorgänger*in mit eingebunden werden. Es stellt sich die Frage, ob Sie den Betrieb wie bisher weiterführen möchten oder ob Sie eine Neustrukturierung anstreben. Neben einem strukturierten und überzeugenden Businessplan punkten Sie auch mit einer sorgfältigen Notfallplanung.

Ergänzend zum Unternehmenskonzept ist eine ausführliche Finanzplanung unabdingbar.

Der Investitionsbedarf bei einer Übernahme ist oft größer als bei einer Neugründung. Vielfach kristallisieren sich nach kurzer Zeit weitere finanzielle Ausgaben, wie die Erneuerung veralteter Betriebseinrichtung heraus.

Unsere Gründungslotsin Tabea Schneider berät Sie zu Fragen rund um die Finanzplanung und Förderung.  

 Ansprechpartnerin

Tabea Schneider
Gründungslotsin

Tel. 0211 8795-333
Fax 0211 8795-95333
tabea.schneider--at--hwk-duesseldorf.de

Die Übernahme durchführen

Die Übergabe eines Betriebs vom bisherigen Inhaber oder der bisherigen Inhaberin zum/zur neuen Chef*in stellt oft einen längeren Prozess dar. Nach einer längeren Planungsphase, kann eine Stichtagsübergabe oder eine schrittweise Übergabe erfolgen.

Kleinere Konflikte sind vor allem bei familieninternen Übergaben nicht immer vermeidbar. Die Betriebsberater*innen der Handwerkskammer begleiten Sie gerne im Übernahmeprozess.

 Ansprechpersonen

Ute Rübsamen

Tel. 0211 8795-328
Fax 0211 8795-95328
ute.ruebsamen--at--hwk-duesseldorf.de

Gaby Viehoever

Tel. 0211 8795-336
Fax 0211 8795-95336
gaby.viehoever--at--hwk-duesseldorf.de



Coaching und Workshops

 Ansprechpersonen

Rebecca Haag
Karrierescout

Tel. 0211 8795-605
Fax 0211 8795-95602
rebecca.haag--at--hwk-duesseldorf.de

Ann-Kathrin Heim
Karrierescout & Referentin für Hochschulfragen

Tel. 0211 8795-605
Fax 0211 8795-95605
ann-kathrin.heim--at--hwk-duesseldorf.de