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Lernen und Arbeiten im Ausland

Europa wächst zusammen. Und Betriebe benötigen Mitarbeiter/innen, die flexibel und international erfahren sind.

Es lohnt sich, während der Ausbildung oder nach der Gesellenprüfung ein Auslandspraktikum zu absolvieren und durch praktisches Mitarbeiten andere Arbeitsweisen kennenzulernen. Wir beraten Sie gerne. Mehr Infos auch unter www.berufsbildung-ohne-grenzen.de oder www.facebook.com/mobilitaetsberatung

Logo Berufsbildung o. Grenzen und BMWi

Aktuelles

Hier informieren wir Sie regelmäßg über die neusten Angebote für Auslandspraktika und über bereits stattgefundene Austauschprojekte. Schauen Sie rein! Es sind schöne und interessante Geschichten dabei:

 Aktuelles aus 2017

Archiv 2016

Rebecca Hof
Projektreferentin

Tel. 0211 8795-608
Fax 0211 8795-95608
rebecca.hof--at--hwk-duesseldorf.de



Programme für Auszubildende

Dauer und Land
  • Auszubildende können bis zu einem Viertel der regulären Ausbildungszeit im Ausland verbringen. Das sind zum Beispiel bei einer dreijährigen Ausbildung neun Monate. Verkürzungen oder Verlängerungen bleiben dabei unberücksichtigt. Die Maximaldauer kann im Block oder in einzelnen Abschnitten genutzt werden.
  • Dabei gilt: Ein Auslandsaufenthalt ist grundsätzlich in jedem Land der Welt möglich, auch das deutschsprachige Ausland (Österreich, Schweiz) kommt in Frage. Ein Auslandsaufenthalt ist ein Ausbildungsabschnitt an einem anderen Lernort.
Kosten und finanzielle Fördermöglichkeiten
  • Während des Auslandsaufenthalts ist der Ausbildungsbetrieb dazu verpflichtet, die Ausbildungsvergütung weiterzuzahlen. Keine Verpflichtung besteht hingegen zur Übernahme der Reise- und Unterbringungskosten. Hierfür gibt es eine Vielzahl vonFörderprojekten, die diese Kosten zu einem großen Teil oder sogar komplett decken. Gefördert werden sowohl Gruppenaustausche als auch die Entsendung von Einzelpersonen.
  • Das europäische Förderprogramm ERASMUS+ fördert Auslandaufenthalte von Auszubildenden im europäischen Wirtschaftsraum. Es werden Aufenthaltspauschalen vergeben, die in Abhängigkeit von Zielland und Aufenthaltsdauer variieren. Zusätzlich kann unter bestimmten Voraussetzungen ein Zuschuss für die sprachliche und interkulturelle Vorbereitung auf den Auslandsaufenthalt bewilligt werden.
Vertragliche Regelungen
  • Den Auslandsaufenthalt muss zwischen dem Betrieb und dem Auszubildenden schriftlich vereinbart werden und der zuständigen Kammer angezeigt werden. Es wird eine Zusatzvereinbarung zum Ausbildungsvertrag geschlossen. Dauert der Aufenthalt länger als vier Wochen, muss ein Ausbildungsplan mit der Kammer abgestimmt werden.
  • Empfehlenswert ist darüber hinaus, einen Vertrag mit dem aufnehmenden Unternehmen abzuschließen, um eventuelle Unklarheiten zu vermeiden (Muster unter "Formulare & Downloads"). Der Auslandsaufenthalt kann in einer ausländischen Niederlassung oder bei einem Geschäftspartner absolviert werden. Wenn dies nicht möglich ist, unterstützen wir gerne bei der Suche nach einem interessanten Praktikumsbetrieb im Ausland.
Berufsschule

Der Auszubildende muss sich von der Berufsschule freistellen lassen. Im Ausland muss er keine vergleichbare Berufsschule besuchen, aber der Auszubildende ist dazu verpflichtet, den versäumten Lernstoff selbstständig nachzuarbeiten.

Berichtsheft und Europass

Während des Auslandsaufenthaltes muss der Auszubildende das Berichtsheft weiterführen, da dieser Teil der Ausbildung ist. Um die im Ausland erworbenen Kompetenzen zu dokumentieren, sollte zusätzlich der europaweit akzeptierte Europass Mobilität (siehe unter "Formulare & Downloads") verwendet werden.

Versicherung

Der Schutz der deutschen Sozialversicherungen besteht im Ausland weiter, da der Auslandsaufenthalt Teil der Ausbildung ist und die Ausbildungsvergütung weiter gezahlt wird. Wird während des Projekts Urlaub genommen, müssen diese Urlaubstage bei einer Förderung durch das ERASMUS+ Programm herausgerechnet werden (Infos auch unter NABIBB ).

Auszubildende verfügen durch die fortlaufenden Sozialversicherungen auch bei der Tätigkeit im ausländischen Betrieb über Kranken-, Unfall- und Haftpflichtversicherungsschutz. Dies muss über die Entsendebescheinigung (Formular A 1) von der Krankenkasse bestätigt werden. Dieses Dokument bescheinigt, dass für den/die Auszubildende/n deutsches Recht gilt und in Deutschland Sozialversicherungsabgaben für den/die Auszubildende/n abgeführt werden. Empfehlenswert ist außerdem eine Zusatzversicherung wie z.B. eine Auslandskrankenversicherung, um zusätzliche Versicherungsleistungen zu gewährleisten. Es empfiehlt sich auch, vorab die zuständige Berufsgenossenschaft über den Auslandsaufenthalt zu informieren.

Programme für Gesellen und Fachkräfte

Dauer und Land

Auslandsaufenthalte von Fachkräften sind über eine Entsendung möglich. Eine zeitliche Begrenzung besteht dabei nicht. Grundsätzlich ist eine Entsendung in jedes Land der Welt möglich.

Vertragliches
  • Die Entsendung müssen Sie in Form einer Änderung des Arbeitsvertrags mit Ihrem Arbeitgeber schriftlich vereinbaren. Dauert der Auslandsaufenthalt länger als einen Monat, müssen neben der grundsätzlichen Vereinbarung die genaue Dauer, die Währung, in der das Arbeitsentgelt ausgezahlt wird, alle zusätzlichen Entgelte und Sachleistungen sowie die Bedingungen für die Rückkehr schriftlich festgehalten werden.
  • Es sollte außerdem festgehalten werden, ob das deutsche oder ausländische Rechtfür die Zeit der Entsendung gelten soll. Gibt es einen Betriebsrat im Unternehmen, muss dieser der Entsendung zustimmen.
Versicherung

In der Regel besteht der Schutz der deutschen Sozialversicherungen im Ausland weiter. Dies müssen Sie mit dem Formular A 1 von der Krankenkasse bestätigen lassen. Das Antragsformular erhalten Sie bei der Deutschen Verbindungsstelle Krankenversicherung im Ausland (DVKA) bzw.  im Downloadbereich. Empfehlenswert ist außerdem eine Zusatzversicherung wie z.B. ein Auslandskrankenrücktransport.

Steuerpflicht
  • Bleibt Ihr Wohnsitz während der Entsendung im Inland bestehen, ist Ihr Arbeitslohn weiterhin im Inland steuerpflichtig. Halten Sie sich nicht länger als 183 Tage im Ausland auf, werden alle Einkünfte im Inland besteuert.
  • Dauert die Entsendung länger, steht in der Regel dem Tätigkeitsstaat das Besteuerungsrecht zu und die entsprechenden Einkünfte werden im Wohnsitzstaat freigestellt. Informationen hierzu finden Sie im Merkblatt "Ausland - Infos für Arbeitgeber und Arbeitnehmer" sowie beim Bundeszentralamt für Steuern und beimBundesministerium der Finanzen .


Für Betriebe, Innungen und Berufsschulen

Immer mehr Handwerksbetriebe engagieren sich auf internationalen Märkten und nutzen Geschäftsmöglichkeiten im Ausland. Dabei steigt der Bedarf an Mitarbeitern mit Kenntnissen ausländischer Arbeitstechniken. Um fremde Arbeitswelten kennenzulernen undFremdsprachenkenntnisse zu erwerben, sind oft schon kurze Auslandsaufenthalte von wenigen Wochen sinnvoll und erfolgreich.

Erasmus+

Mit diesem Programm für Bildung, Jugend und Sport der Europäischen Union können junge Menschen Auslandserfahrungen sammeln. Betriebe, die ihren Lehrlingen während der Ausbildung ein Auslandspraktikuminnerhalb Europas ermöglichen möchten, können über die Nationale Agentur beim Bundesinstitut für Berufsbildung (NA beim BIBB) einen Projektantrag für finanzielle Unterstützung einreichen.

Alternativ: Poolprojekte

Für Betriebe, die keinen eigenen Erasmus+-Antrag stellen, aber dennoch ihren Lehrlingen die Erfahrungen im Ausland ermöglichen möchten, gibt es die "Poolprojekte".  Einrichtungen stellen ihren eigenen Pool an Stipendien deutschlandweit Interessenten zur Verfügung, d. h. einzelne Auszubildende können sich bei einem solchen Poolprojektträger um Fördergelder bewerben, unabhängig davon, ob der Ausbildungsbetrieb mit dieser Institution verbunden ist oder nicht. Ein Beispiel für Poolprojekte ist das  Let’s go-Stipendium.

Auch für Fachkräfte

Einen beruflichen Auslandsaufenthalt können nicht nur Auszubildende absolvieren. Auch für Fachkräfte besteht innerhalb eines Jahres nach der Gesellenprüfung die Möglichkeit, Fördergelder für ein Praktikum außerhalb Deutschlands zu beantragen. Ausbilder und Betriebsinhaber können auch ohne zeitliche Begrenzung finanzielle Unterstützung für entsprechende Bildungsreisen beantragen.

Ihr Auszubildender geht ins Ausland?

Die Handwerkskammern in NRW zeichnen Betriebe dafür aus. Hier finden Sie alles zu Kriterien und Verfahren:  Auszeichnung für Ausbildungsbetriebe

Entwicklungshilfe-Projekte

Für junge Berufstätige und Auszubildende

Junge Handwerker in der Entwicklungszusammenarbeit

Kernelement der Zusatzqualifizierung ist ein min. vierwöchiges Auslandspraktikum in einem Hilfsprojekt in Afrika, Asien oder Lateinamerika. Hier können die Teilnehmenden zum Beispiel in einem Bauprojekt südafrikanischer Pfadfinder mitwirken oder beim Aufbau von Schulen im Hochland von Guatemala helfen. Sie lernen Lebens- und Arbeitswelten jenseits von Europa hautnah kennen, üben sich in einer fremden Sprache und machen Erfahrungen mit ungewohnten Materialen und Methoden. Umrahmt wird das Praktikum von drei Wochenendkursen in Deutschland, bei denen die Teilnehmenden intensiv auf ihren Auslandseinsatz vor- und nachbereitet werden.

Teilnahmevoraussetzungen
  • Alter zwischen 18 und 27 Jahren (Ausnahmen möglich)
  • Abgeschlossene duale Ausbildung (Bewerber, die sich noch in der Ausbildung befinden, müssen zum Zeitpunkt der Ausreise mindestens das zweite Lehrjahr begonnen haben)
  • Bei Auszubildenden: Zustimmung des Ausbildungsbetriebs und der Berufsschule
  • Begeisterung für die Entwicklungszusammenarbeit, Offenheit für andere Kulturen, persönliches Engagement
  • Sprachkenntnisse des Gastlandes erwünscht
Dauer der Förderung

Mindestens vierwöchiges Praktikum + drei Wochenendkurse in Deutschland (Vor- und Nachbereitung)

Zielländer und Termine

Burkina Faso, Demokratische Republik Kongo, Guatemala, Namibia, Südafrika, Uganda. Ausreisetermine werden vom Projektträger bekannt gegeben.

Bestandteile der Förderung

Drei Wochenendseminare in Deutschland, bei denen der Teilnehmer durch Fachkräfte aus der Entwicklungszusammenarbeit intensiv auf den Arbeitseinsatz in einem Entwicklungsland vorbereitet wird. Im dritten Seminar findet eine Nachbereitung des Praktikums statt. Die Kosten für die Seminare, Unterkunft, Verpflegung und die Fahrkosten zum Seminarort werden durch eine Förderung des BMZ übernommen

  • Vermittlung eines Auslandspraktikums in bestehende Entwicklungsprojekte deutscher Organisationen in Afrika, - Asien oder Lateinamerika mit Vor-Ort-Betreuung (Praktika in anderen Projekten bei Eigeninitiative möglich)
  • Zuschuss von maximal 980 € über das Förderprogramm "Konkreter Friedensdienst" zur Finanzierung des Auslandspraktikums (für Teilnehmende aus NRW). Hiervon können die Kosten für Flug, Impfung, Versicherung in der Regel finanziert werden. Ein zusätzlicher Eigenbeitrag - insbesondere für den Aufenthalt - ist jedoch notwendig.
  • Verleihung des Zertifikates "Junger Handwerker/Junge Handwerkerin in der Entwicklungszusammenarbeit" nach erfolgreichem Abschluss der Zusatzqualifizierung (für Auszubildende nach bestandener Gesellenprüfung

Alle über den Zuschuss hinausgehenden Kosten müssen selbst getragen werden.

Weitere Infos

 www.juha-ez.de



Weltwärts - Entwicklungspolitischer Freiwilligendienst

Weltwärts ist der entwicklungspolitische Freiwilligendienst für junge Menschen von 18 bis 28 Jahren. Sie bewerben sich direkt bei einer der Entsendeorganisationen, die vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) für das Programm anerkannt sind.

Teilnahmevoraussetzungen
  • Alter zwischen 18 und 28 Jahren
  • Abgeschlossene Berufsausbildung, Fachhochschulreife, allgemeine Hochschulreife, Hochschulabschluss oder vergleichbare Voraussetzungen
  • Deutsche Staatsbürgerschaft oder ein entsprechendes Aufenthaltsrecht
  • Gute Grundkenntnisse einer der Sprachen im Gastland
  • Interesse an den Kulturen und Lebensverhältnissen in Entwicklungsländern
  • Bereitschaft zur engagierten und tatkräftigen Mitarbeit in einem Projekt der Entsendeorganisation und zur Teilnahme an dem fachlich-pädagogischen Begleitprogramm
  • Bereitschaft zum entwicklungspolitischen Engagement auch nach dem Auslandseinsatz erwünscht
Dauer der Förderung

Je nach Organisation und Projekt dauert Ihr Einsatz zwischen sechs und 24 Monate

Zielländer und Termine

Staaten in Asien, Afrika, Lateinamerika und Osteuropa nach der Entwicklungsländer-Liste der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Ausreisetermine werden von der jeweiligen Entsendeorganisation bekannt gegeben.

Bestandteile der Förderung
  • Taschengeld von mindestens 100 Euro im Monat
  • (Auslands-)Reisekosten
  • Vorbereitungsseminare einschließlich Sprachkurs
  • Versicherungsschutz
  • Kosten für ortsübliche Unterkunft und Verpflegung
  • Vorbereitung und Betreuung (Mentorin/einen Mentor vor Ort)

Alle über die Förderung hinausgehenden Kosten müssen selbst getragen werden

Weitere Infos

www.weltwaerts.de



Downloads & Links

Formulare & Anträge



Nützliche Links

Das Dokument, das einem beruflichen Abschlusszeugnis beigefügt wird, soll es Dritten - insbesondere Personen aus einem anderen Land - erleichtern zu verstehen, was der im Zeugnis ausgewiesene Abschluss (Qualifikationen und Kompetenzen) bedeutet.
 Bundesinstiut für Berufsbildung: europass Zeugniserläuterungen

Das Wörterbuch hilft Ihnen bei der Suche nach einzelnen Begriffen oder auch nach ganzen Sätzen.
 Online-Wörterbuch DISCO II

Rebecca Hof

Projektreferentin

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