Handwerk Mann Frau
AzmanL/istock.com

Mitarbeitende binden

Verschiedene Maßnahmen helfen dabei, gutes Personal im Betrieb zu halten. Erfahren Sie hier, welche das sind.

Mitarbeitergespräche

Mitarbeitergespräche sind eine nicht immer leichte Aufgabe für Sie als Führungskraft: Auf der einen Seite müssen Sie klare Vorgaben machen und Ziele setzen. Auf der anderen Seite liegt es in Ihrer Verantwortung, für eine angenehme Atmosphäre und ein faires Gespräch zu sorgen. Beachten Sie bei Mitarbeitergesprächen:

  • Ziele und Ablauf des Mitarbeitergesprächs
  • Organisatorische und inhaltliche Gesprächsvorbereitung
  • Leitfaden zum Mitarbeitergespräch
  • Die häufigsten Fehler beim Mitarbeitergespräch
  • Ausgewählte Gesprächsanlässe

Mitarbeiterbeurteilung

Die Mitarbeiterbeurteilung stellt für Vorgesetzte eine wichtige Orientierungshilfe bei der Mitarbeiterführung dar. Für die Beschäftigen kann die Beurteilung Motivation und Antrieb für Leistungssteigerung sein. Allerdings birgt sie auch Risiken: Fehlerhaft eingesetzt oder von den Angestellten falsch verstanden, führt die Beurteilung zu Frustration und Leistungsabbau. Mit der Folge, dass dem Unternehmen erheblicher Schaden zugeführt wird. Beachten Sie deshalb:

  • Ziele und Nutzen der MA-Beurteilung
  • Beurteilungskriterien, Gewichtung und Skalierungsmöglichkeiten
  • Ablauf der MA-Beurteilung
  • Mögliche Inhalte eines Beurteilungsbogens
  • Beurteilungsfehler und Beurteilungstyp


Mitarbeiterbefragungen

Mit Hilfe der Mitarbeiterbefragung lassen sich Stärken und Schwächen des Unternehmens sowie Ihrer Produkte und Dienstleistungen identifizieren. Informationen darüber, wie Mitarbeitende ihre eigene Situation und die Situation des Betriebes beurteilen, sind sehr wichtig für die Unternehmensführung. Die Angestellten sind diejenigen, die Strategien umsetzen und Ziele erreichen. Ansätze der Unternehmensführung und -planung, die von den Mitarbeitern nicht mitgetragen werden, zielen deshalb ins Leere.

Gehen Sie bei der Mitarbeiterbefragung wie folgt vor:

  1. Ziele festlegen
  2. Fragebogen erstellen
  3. Vorbereitungen treffen
  4. Befragung durchführen
  5. Ergebnisse auswerten
  6. Ergebnisse rückmelden
  7. Maßnahmen planen
  8. Maßnahmen überprüfen


Wie Sie einen Mitarbeiterbefragung richtig durchführen, erklärt Ihnen unsere Betriebsberatung.

Motivation

Wem es als Unternehmerin oder Unternehmer nicht gelingt, das Personal dauerhaft zu motivieren, riskiert eine hohe Fluktuation.

Treten Sie mit Ihren Angestellten regelmäßig in Dialog, stellen Sie Fragen und hören Sie zu. Die Mitarbeitenden sollten sich ernst genommen fühlen.

Dazu gehört, dass Sie Ideen für Verbesserungen einholen, im Team besprechen und bei Brauchbarkeit zeitnah umsetzen.

Einer schlechten Work-Life-Balance wirken Sie entgegen, indem Sie Ihren Mitarbeitenden flexible Arbeitszeitmodelle und Arbeitszeitkonten gewähren.

Mit Benefits können Sie Ihre Wertschätzung zeigen und mit einer betrieblichen Altersvorsorge Ihre Arbeitgeberattraktivität steigern.

 Tipp: Benefits sind oft steuerbegünstigt
  • Gutscheine: Diese dürfen künftig nur noch in „limitierten Netzen“, z. B. regionale City-Cards oder Gutscheine von Läden oder Handelsketten eingesetzt werden. Auch für einen Online-Shop dürfen Gutscheine ausgegeben werden, wenn sie nur für dessen eigenes Sortiment verwendet werden können.
  • Weiterbildungen
  • Sonderzahlungen zu ausgewählten Anlässen
  • Ergebnisprämien: Geschenke zur Geburt oder zum Ruhestand bleiben in Höhe von bis zu 60 Euro pro Anlass abgabenfrei.
  • Events:  Bis zu 110 Euro pro Mitarbeitenden dürfen Unternehmen zweimal im Jahr für Events, wie z. B. Weihnachtsfeiern, steuerfrei ausgeben (Stand: 2021, gesetzliche Änderungen vorbehalten)
  • Fitnessleistungen:  Zuschuss zu einem örtlichen Fitnessstudio
  • Tankgutscheine


Familie & Beruf

Ein familienfreundliches Arbeitsumfeld ist nicht nur für Ihre Beschäftigten gut, sondern auch für Sie als Unternehmerin oder Unternehmer. Sie steigern damit die Leistungsfähigkeit der Angestellten und gleichzeitig Ihre Attraktivität als Arbeitgeber. Die Erfahrung zeigt: Familienbewusste Unternehmen haben weniger Fehlzeiten und Ausfälle durch Krankheit.

Beispiele für ein familienfreundliches Arbeitsumfeld

Flexible Arbeitszeitgestaltung:
Im Privatkundenkontakt können Termine individuell und oft auch außerhalb der regulären Arbeitszeit vereinbart werden. Lassen Sie Ihre Mitarbeiter*innen von dieser Möglichkeit Gebrauch machen, damit sie ihre beruflichen und familiären Verpflichtungen besser koordinieren können. Zudem könnten Sie den Arbeitsbeginn für Eltern so legen, dass er mit den Öffnungszeiten von Kita und Schule vereinbar ist. Für Notfälle können Betriebe Kontakt zu Babysittern herstellen, ein Spielzimmer im Betrieb bereitstellen oder im Zusammenschluss mit mehreren Unternehmen eine betriebliche Kinderbetreuung organisieren.

Elternzeit:
Bis zum dritten Lebensjahr haben Eltern, die ihr Kind selbst betreuen, einen Rechtsanspruch auf die Familienzeit. Das Arbeitsverhältnis ruht in dieser Zeit und es besteht Kündigungsschutz. Familienbewusste Betriebe begreifen dies nicht als lästiges Übel. Sie positionieren sich als attraktiver Arbeitgeber und verhindern so, dass junge, fähige Mitarbeitende zur Konkurrenz abwandern.

Besprechen Sie gemeinsam mit der werdenden Mutter oder dem werdenden Vater den Aus- und Wiedereinstieg in den Beruf. Halten Sie während der Elternzeit regelmäßig Kontakt und laden Sie zu Weiterbildungen und Veranstaltungen ein. So bleiben Ihre Mitarbeitenden trotz Elternzeit am Ball und Mitglied des Teams. Für manche Beschäftigte ist auch eine vorübergehende Teilzeitbeschäftigung während der Elternzeit eine interessante Option.

Kommunikation:
Schon bei der Einstellung sollten die familiäre Situation und die Wünsche der Beschäftigten geklärt werden. Egal, ob Kinder oder die pflegebedürftigen Eltern Zeit beanspruchen: „Familienzeiten“ sollten im Team besprochen werden. Das hilft, Arbeitsprozesse besser zu planen und Konflikte zu vermeiden.

Veranstaltungen/Events:
Laden Sie auch ehemalige Beschäftige sowie Ehepartnerinnen/-partner und Kinder Ihrer Angestellten zu Firmenevents ein. Das schafft Zufriedenheit und einen hohe Identifikation Ihrer Mitarbeitenden mit dem Betrieb. Zusätzlich erweitern Sie so den Kreis derjenigen, die positiv über Ihr Unternehmen sprechen und über „Mund-zu-Mund-Propaganda“ bei potenziellen Fachkräften, Azubis und Kunden für Sie werben.

Betriebliches Gesundheitsmanagement:
Auch durch Angebote der betrieblichen Gesundheitsförderung tragen Sie dazu bei, dass die Work-Life-Balance und damit die Leistungsfähigkeit der Beschäftigten möglichst lange erhalten bleibt. Dabei gibt es vielfältige Möglichkeiten, Ihren Mitarbeitenden zu zeigen, dass Ihnen deren Gesundheit wichtig ist: Von der bezahlten Mitgliedschaft im örtlichen Fitnessstudio bis hin zu ergonomischen Arbeitsplatzanalysen oder dem Angebot von Workshops. Einige Krankenkassen bieten hier Kooperationen an.



Weitere Tipps und Tricks zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf

 Handwerk Magazin



 Tipps für Selbstständige

Sie als Unternehmerin oder Unternehmer stehen selbst vor der Herausforderung Familie und Selbstständigkeit zu vereinbaren? Wir haben eine Checkliste für angehende Eltern sowie Infos zu Mutterschutzfristen und der Beantragung von Elterngeld zusammengestellt.

Qualifizierung

Damit Ihr Unternehmen langfristig wettbewerbs- und leistungsfähig bleibt, sollten Ihre Mitarbeitenden ihre beruflichen Qualifikationen erweitern. In Schulungen und Weiterbildungen bauen Ihre Angestellten ihre praktischen Fertigkeiten und das theoretische Wissen aus. Dies sind wichtige Voraussetzungen, um mit den aktuellen Entwicklungen der Branche Schritt halten zu können.

Die Akademie der Handwerkskammer Düsseldorf bietet vielseitiges Kursprogramm für unterschiedliche Branchen und Qualifikationsstufen an – von der Meisterschule über technische Lehrgänge bis hin zu betriebswirtschaftlichen Weiterbildungen.



Nachfolge

Ein wichtiges Instrument bei der Mitarbeiterbindung ist das Aufzeigen von Perspektiven. Auch die Unternehmensnachfolge kann für leistungsstarke Mitarbeitende attraktiv und motivationsfördernd sein. Es ist nicht leicht, an den eigenen Rückzug aus dem Betrieb zu denken.

Dennoch: Machen Sie sich frühzeitig Gedanken über die Nachfolge. Die Betriebsübergabe ist ein komplexer Vorgang, der gut vorbereitet werden muss. Wir geben Ihnen wichtige Tipps zum Generationswechsel. Zudem unterstützen unsere Betriebsberaterinnen und -berater Sie im Prozess der Übergabe. 

Haben Sie bereits eine Nachfolgerin oder Nachfolger im Blick oder wollen Sie selber eine Nachfolge antreten? Qualifikation und/oder Motivation sind jedoch noch auf dem Prüfstand? Unsere Karrierescouts unterstützen potenzielle Nachfolge-Interessierte mit einem umfangreichen Beratungs- und Qualifizierungsangebot.