(v. l.): Kreishandwerksmeister Thomas Grünendahl, Carina Zorawski, Kammerpräsident Andreas Ehlert und Ausbilder Steffen Gernandt
22. September 2026Carina Zorawski ist Auszubildende des Monats
28-Jährige erhielt ihre Auszeichnung im Ausbildungsunternehmen Schlosserei Schiemann GmbH in Langenfeld
Unter den rund 20.000 Auszubildenden des Handwerks an Rhein, Ruhr und Wupper finden sich zahlreiche junge Persönlichkeiten, die ihre Ausbilderinnen und Ausbilder begeistern: aufgrund einer weit überdurchschnittlichen Begabung, weil sie ihren Berufswunsch mit großer Zielstrebigkeit verfolgen, weil sie bereits früh Verantwortung übernehmen, weil sie auf ihrem Weg erfolgreich besonderen Erschwernissen standgehalten haben – oder einfach auch nur, weil sie mit Akribie daran arbeiten, das beste Wissen und Können zu erwerben.
Auf die „Auszubildende des Monats“ September 2026 Carina Zorawski treffen gleich mehrere der genannten Merkmale zu. Die angehende Metallbauerin, die in Langenfeld im 3. Lehrjahr vom Fachunternehmen Schlosserei Schiemann GmbH ausgebildet wird, glänzt einerseits durch ihre bereits „herausragende technische Fertigkeit“, sie „ragt aber auch schulisch heraus: in Theorie wie Praxis, in der Überbetrieblichen Ausbildungsstätte der Innung genauso wie an der Berufsschule,“ würdigte Andreas Ehlert am Dienstag vor Medienvertretern in einer Laudatio die Leistungsstärke der Nachwuchskraft, die durch die seltene Zwischenprüfungsnote 1,1 am Berufskolleg bekräftigt wird. „Uns hat aber auch Carinas Stolz über das mit eigenen Händen Fertiggebrachte überzeugt, als sie uns geschildert hat, dass sie klammheimlich nach beendetem Einbau einer Balkonbrüstung oder einer anderen Auftragsarbeit noch einmal nachschauen geht, ob am Ende alles perfekt aussieht!“
„Darüber hinaus ist Carina bereits mehrfach sehr erfolgreich als Ausbildungslotsin an Tagen der Offenen Tür der Kreishandwerkerschaft und bei anderen schulischen Berufsorientierungsveranstaltungen im Einsatz gewesen, wo sie insbesondere immer wieder Mädchen in Wort und Tat - am Handschweißgerät - für den Umgang mit dem harten, aber formbaren Werkstoff begeistert", rundete Thomas Grünendahl in einer Co-Laudatio das Bild mit Carinas freiwilligem Engagement in der Nachwuchswerbung ab. Der Präsident der Handwerkskammer Düsseldorf überreichte gemeinsam mit dem Kreishandwerksmeister der Kreishandwerkerschaft Mettmann im Rahmen einer Feierstunde in der Firma eine Auszeichnungsurkunde sowie eine Uhr als Anerkennung für die besondere Performanz der 28-jährige Gesellenaspirantin. Die Auszeichnungsreihe „Azubi des Monats“ wird von der Kammer reihum mit je einer der elf Kreishandwerkerschaften im HWK-Bezirk als festem Kooperationspartner veranstaltet.
Ihr weiterführender Schulabschluss als Abiturientin, die in der Lehre unter Beweis gestellte besondere Befähigung, ihr darüber hinaus gezeigter Einsatz für den Beruf und nicht zuletzt eine bereits abgeschlossene frühere Ausbildung bewirkten, dass Carina ihre Lehrzeit um ein halbes auf drei Jahre verkürzen kann. „Es macht unglaublich Freude, etwas so ästhetisch Befriedigendes, wuchtiges und gleichzeitig filigranes, am Ende voll Funktionsfähiges wie einen Treppengeländerzug aus Edelstahl selbst herzustellen und vor Ort passgenau einzubauen,“ fasste Carina ihre eigene Begeisterung für den Metallberuf am Beispiel ihres letzten, erfolgreich und weitestgehend selbstständig bewerkstelligten Auftragsprojektes, zusammen. „Und es ist toll, zu sehen, wie speziell die Mädels sich bei Ausbildungsmessen und ähnlichen Gelegenheiten von mir als Metallbau-kundiger Frau in einer Männerdomäne herausfordern und dafür gewinnen lassen, sich für das erstmal sperrige, aber gut formbare Material und die Häufigkeit und Vielfalt seiner Verwendung im Alltag zu interessieren. Es liegt mir am Herzen, dass das Metallhandwerk weiblicher wird!“ – Eine Haltung, die auch Ausbilder Steffen Gernandt und Geschäftsführer Stephan Zülch vollauf teilen.
Carinas so leidenschaftlich ausgelebter Hang zum Schweißen und Schneiden, Brennen, Biegen und Polieren von Baustahl, hochlegierten Stählen und Aluminium hat eine Vorgeschichte: schon als Jugendliche „frickelte“ sie mit Flex, Handbohrer und Schraubenschlüssel an Gerätschaften, stemmte an der Seite ihres Vaters, der ebenfalls Schlosser ist und selbstständig, auch schon mal ein Fundament vor der Garage weg – und genoss ihren Freizeit-Einsatz als seine „linke Hand“ sehr. „Studium, ein Bürojob, das kam für mich nicht in Frage“, so Zorawski. Stattdessen qualifizierte sie sich in einem Berliner Musicaltheater zur Veranstaltungstechnikerin, betreute als Stage Managerin die Aufführungen. „Bis Corona kam“ – und sie zum Umdenken zwang. Zurück im Elternhaus in Langenfeld fand sie an der Seite ihres Vaters zunächst im Büro und zunehmend auch bei Außeneinsätzen zurück aus einer für sie „bleiernen Zeit“; auch die Freude am Umgang mit Werkzeug kehrte wieder, und die Vorstellung, sich im Metallberuf zu tummeln, nahm mit einer Ausbildungsofferte im Internet des profilierten Branchen-Namens der Schlosserei Schiemann GmbH zügig konkrete Formen an: „Die Vielfalt und Tiefe der metallhandwerklichen Arbeit hier, das gelebte Miteinander („Zusammen arbeiten, zusammen feiern“)“ – das alle passte für Carina am Ende wie der Schlüssel zum Schloss.
„Sie sind ein Rollen-Vorbild, wie man selten eines findet!“, bekundeten beide Handwerksrepräsentanten wortgleich ihre hohe Wertschätzung für die ehrgeizige Junghandwerkerin. Die ihre Chance im 48 Mitarbeitende großen, überwiegend für gewerblich Auftraggeber tätigen Konstruktionstechnischen Fachunternehmen nach nur einem Tag Probearbeiten erhalten hatte. „Alle, die mit ihr an diesem Tag zu tun hatten, waren einhellig der Meinung: Die nehmen wir!“, brachte Geschäftsführer Zülch den Tag der entscheidenden beruflichen Weichenstellung für Carina Zorawski in Erinnerung. „Da war direkt wirkliches Interesse an der Übungsaufgabe, an allen Unternehmensbereichen und unseren Fertigungsprozessen spürbar!“ - Der Handschlag habe sich seither mehr als ausbezahlt, so Stephan Zülch. Die „Akkuratesse“ von Carina, ihre „Umgangs-Erfahrung mit allen konstruktiven Zusammenhängen einer Auftragsarbeit, ob es um einen einfachen Handlauf geht, einen Schaltschrank für einen Aufzug oder ein ganzes Vordach“, die sie sich in einer vorangegangenen Ausbildung und Berufstätigkeit als Veranstaltungstechnikerin angeeignet habe, und nicht zuletzt eine „ausgeprägte Verantwortungsbereitschaft für alle Schritte und das Ergebnis einer gestellten Produktions- oder Montageaufgabe“ machten die angehende Metallbauerin zum „idealen Azubi und Mitarbeiterin“. Die auch in Kundengespräch und -Beratung voll zu überzeugen weiß. Logische Konsequenz: Bereits gut ein halbes Jahr vor Lehrabschluss liegt ein Vorvertrag für eine beiderseits angestrebte Übernahme in Festanstellung im Büro der Geschäftsleitung – einschließlich zugesicherter Unterstützung durch den Arbeitgeber für einen späteren Fortbildungslehrgang zur Meisterin.
„Das Team um meinen Ausbilder Steffen Gernandt ist toll, und die Chance hier einfach fantastisch!“, bestätigte auch die souveräne „Auszubildende des Monats“ die von ihr selbst maßgeblich bewirkte berufliche Aussicht als „Topp“. Sehr zur Freude des Ersten Stv. Landrats Rainer Schlottmann und Langenfelds Bürgermeister Gerold Wenzens, die es sich nicht hatten nehmen lassen, der erfolgreichen Nachwuchs-Fachkraft ihrer Region vor Ort persönlich zu gratulieren.