Einstieg in ein Berufsleben mit ZukunftAusbildung & Karriere im Handwerk
Die duale Ausbildung
"Dual" bedeutet, dass die Ausbildung an zwei Lernorten – im Betrieb und in der Berufsschule – stattfindet. Sie ist der der Einstieg in eine erfolgreiche berufliche Zukunft und bietet jungen Menschen hervorragende Karrierechancen. Betriebe sichern sich qualifizierte Fachkräfte von morgen – Auszubildende profitieren von echter Praxiserfahrung und starken Entwicklungsperspektiven.
Die duale Ausbildung also steht für Qualität, Nähe zur Praxis und beste Zukunftsaussichten – im Handwerk und darüber hinaus.
Ausbildung im Betrieb
- Richtet sich nach der Ausbildungsordnung (Ausbildungsdauer, Ausbildungsinhalte, Ausbildungsrahmenpläne und Prüfungsanforderungen für die jeweiligen Berufe)
- Ergänzung durch Kurse in überbetrieblichen Ausbildungsstätten. Dort werden aktuelle Techniken und Technologien vermittelt, die zu den praktischen Aufgaben ihrer Berufsausbildung gehören.
Ausbildung an der Berufsschule
- Landeseinheitliche Lehrpläne, die vom Schulministerium erlassen werden
- Berufsbezogene Fächern sowie Fächer wie Deutsch, Wirtschafts- und Sozialkunde oder Sport
- Unterricht wöchentlich an ein oder zwei 8-stündigen Unterrichtstagen oder wochenweise im Block
- Unterrichtsstunden werden auf die Arbeitszeit angerechnet.
Berufsschulabschluss
- Der Berufsschulabschluss wird unabhängig vom beruflichen Abschluss (Gesellen-/ Abschlussprüfung) zuerkannt.
- Gleichwertig mit dem Abschluss der Hauptschule nach der Klasse Typ A.
- Wer die Berufsschule mit der Gesamtnote 3,0 oder besser abschließt, seine Gesellen- bzw. Abschlussprüfung besteht und die für die Fachoberschulreife notwendigen Englischkenntnisse nachweisen kann, erhält den Abschluss Fachoberschulreife.
- Auch der Abschluss Fachhochschulreife kann in der Berufsschule erreicht werden, wenn die Voraussetzungen zur Erreichung der Fachoberschulreife erfüllt und zusätzlich Fächer besucht werden, die für den Erwerb der Fachhochschulreife erforderlich sind.
Ausbildungdauer
Sie beträgt - je nach Beruf - zwischen 2 und 3½ Jahren. Eine Verkürzung oder Verlängerung bzw. eine Teilzeitberufsausbildung ist unter bestimmten Voraussetzungen möglich.
Berufe mit Zukunft
In den letzten Jahren sind auch bei den "traditionellen" Handwerksberufen viele neue Berufsbilder und Qualifizierungswege entstanden. Spannend ist und bleibt es auf jeden Fall: In allen Gewerken wird mit den neuesten Technologien und Techniken gearbeitet. Handwerksberufe sind Berufe für die Zukunft mit tollen Weiterbildungsmöglichkeiten. Alles ist möglich: Meisterin oder Meister werden, studieren, einen eigenen Betrieb gründen oder übernehmen.
Frauen und Technik? Klar! Im Handwerk werden kluge Köpfe gebraucht - ganz besonders in technischen Handwerksberufen. Hier warten viele spannende und kreative Aufgaben auf schlaue Mädels.
Wir zeigen junge Meisterinnen, die ihr Talent genutzt und einen technischen Handwerksberuf ergriffen haben. Sie sind erfolgreich und stolz auf ihren Beruf.
Duales Studium
Kombination von Studium und Lehre
Mit einem dualen Studium erreichen (Fach-)Abiturientinnen und -Abiturienten einen Hochschulabschluss mit integrierter Lehre oder intensiven Praxisphasen. Die Studierenden können von Anfang an ihr gelerntes theoretisches Wissen in die Praxis umsetzen. Dabei wird zwischen praxis- und ausbildungsintegrierten Studienprogrammen unterschieden. Während bei praxisintegrierten Programmen nur Praktikumsphasen vorgesehen sind, schließen Studierende von ausbildungsintegrierten Studiengängen neben dem Bachelor mit dem Gesellenbrief ab.
Duale Studiengänge (Beispiele)
FOM Hochschule für Ökonomie und Management
- Business Administration B.A. (Studienorte: u.a. Düsseldorf, Essen, Duisburg, Wesel, Neuss, Wuppertal)
- Maschinenbau & Digitale Technologien B.Eng. (Studienort: u.a. Düsseldorf, Essen)
Hochschule Bochum
- KIA Elektrotechnik B.Sc. (Studienort: Bochum/Heiligenhaus)
- KIA Maschinenbau B. Eng. (Studienorte: Velbert/Heiligenhaus, Bochum)
- KIA Mechatronische Systeme B.Sc. (Studienort: Velbert/Heiligenhaus)
Bergische Universität Wuppertal
- Bauingenieurwesen B.Sc. (Studienort: Wuppertal)
Triales Studium
Das triale Studium verbindet eine Ausbildung im Handwerk mit einer Meisterfortbildung und einem betriebswirtschaftlichen Bachelorstudium. Der Studiengang "Betriebswirtschaftslehre B.A. - Studienvertiefung Management im Mittelstand (KMU)" ist mit jedem handwerklichen Ausbildungsberuf kombinierbar. Er beginnt jährlich zum Winter- und Sommersemester und dauert vier Jahre (8 Semester).
Für wen?
Für diejenigen, die sich eine gleichzeitige Qualifizierung in einem Handwerksberuf und im betriebswirtschaftlichen Bereich wünschen. Der Studiengang beginnt mit Aufnahme der Ausbildung im Handwerk. Wer bereits über eine abgeschlossene handwerkliche Ausbildung verfügt und in einem gültigen Beschäftigungsverhältnis steht, kann sich ebenfalls bewerben. In diesem Fall wird die Ausbildung angerechnet und die Teilnehmenden absolvieren ausschließlich den Meister- sowie Bachelorabschluss.
Ist ein Studium das Richtige für mich?
Die meisten Abiturientinnen und Abiturienten entscheiden sich nach der Schule für ein Studium. Aber das ist nicht für jede bzw. jeden der richtige Weg. Rund 1/3 aller Bachelor-Absolventinnen und -Absolventen steigt vorzeitig aus dem Studium aus. Gründe dafür gibt es viele. Manche fragen sich, ob sie das theoretische Wissen jemals in der Praxis anwenden können. Anderen mangelt es an Berufsaussichten. Und für viele ist es schwierig, neben dem Studium ihren Lebensunterhalt zu finanzieren.
Wenn du dein Studium abbrechen willst, denke über einen Wechsel ins Handwerk nach! Wir beraten dich gerne.
Berufsausbildung plus (Fach-)Hochschulreife
Mit der Doppelqualifikation "Ausbildung und (Fach-)Abitur" stehen dir die Türen offen für berufliche und wissenschaftliche Karrieren. Durch die inhaltliche Abstimmung der einzelnen Zweige werden die Ziele in deutlich verkürzter Zeit erreicht. Mit der Ausbildungvergütung verdienst du vom ersten Tag an eigenes Geld. Es wird ein regulärer Ausbildungsvertrag geschlossen.
Der Berufsschulunterricht wird um Zusatzunterricht in Deutsch, Englisch, Mathematik und Naturwissenschaften ergänzt. Zum Ende der Ausbildung nach 3 Jahren wird ergänzend die Fachhochschulreife erworben. Im Anschluss führt der Weg – wenn gewünscht – über die Fachoberschule zum Abitur. Die Klasse 13 der Fachoberschule am Berufskolleg dauert 1 Jahr in Vollzeit oder 2 Jahre berufsbegleitend
Zusatzqualifikation "Betriebsassistenz"
Betriebe suchen insbesondere leistungsstarken Fach- und Führungsnachwuchs, der bereit ist, ein „Mehr“ an Einsatz zu bringen und sich bereits während der Ausbildung weiterzubilden.
Die Zusatzqualifikation „Betriebsassistentin bzw. Betriebsassistent im Handwerk“ bietet Auszubildenden die Möglichkeit, in drei Jahren zwei Abschlüsse zu erwerben: den Gesellenbrief im jeweiligen Ausbildungsberuf und das Zeugnis der staatlich anerkannten Fortbildungsprüfung "Geprüfte Fachfrau bzw. geprüfter Fachmann für kaufmännische Betriebsführung HWO".
Praktikum im Ausland
Immer mehr Handwerksbetriebe engagieren sich auf internationalen Märkten und nutzen Geschäftsmöglichkeiten im Ausland. Dabei steigt der Bedarf an Mitarbeitenden mit Kenntnissen ausländischer Arbeitstechniken. Um fremde Arbeitswelten kennenzulernen und Fremdsprachenkenntnisse zu erwerben, sind oft schon kurze Auslandsaufenthalte während oder nach von wenigen Wochen sinnvoll und erfolgreich.
Die Handwerkskammer Düsseldorf berät Auszubildende, Fachkräfte und Betriebe
Fachpraktiker-Ausbildung
Für Jugendliche und junge Erwachsene, die aufgrund einer Behinderung keine Ausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf absolvieren können, gibt es besondere Ausbildungsregelungen. Die sogenannten Fachpraktiker-Ausbildungen werden häufig außerbetrieblich, z. B. in Berufsbildungewerken, angeboten, können aber auch betrieblich umgesetzt werden.
Förderung durch Begabtenförderungswerke
Um die Gleichwertigkeit und Verknüpfung beruflicher und akademischer Bildung zu stärken, wurde seitens der Bundesregierung die Pilotförderung „Begabte Auszubildende und Fachkräfte in der Förderung der Begabtenförderungswerke (BAFF)“ ins Leben gerufen. Die akademischen Begabtenförderungswerke öffnen sich damit für die Berufliche Bildung.
Im Rahmen der Pilotphase werden in den Jahren 2024 bis Ende 2026 1000 Stipendien vergeben und Auszubildende damit ideell und finanziell gefördert. Die Ausgestaltung der Förderung und die Voraussetzungen für die Aufnahme in Förderprogramme unterscheiden sich je nach Stiftung.