Der „StoneCrackMon“ – ein von Steinmetzmeister Michael Diwo (li.) angestoßenes, der Fachhochschule des Mittelstands koordiniertes und maßgeblich von Harry Fast (re.) vom Fraunhofer Institut entwickeltes Messgeräts zur Ermittlung der Materialfestigkeit des Werkstoffs Stein
24. März 2026Digitalgestützte Verfahren werden immer selbstverständlicher
Nachlese: Notizen und Novitäten von der Internationalen Handwerksmesse 2026
Während im Mittelpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit für die diesjährige Internationale Handwerksmesse (IHM) und den angedockten Zukunft-Handwerk-Kongress Anfang März ein politischer Alarmruf von Handwerk und gewerblicher Wirtschaft nach überfälligen Reformen stand, hat sich für die Unternehmen in München auch technologisch Erkenntnisträchtiges ereignet.
So stellte die Fachhochschule für den Mittelstand in einer Sonderschau mehrere neue, praxisnahe KI-Anwendungen vor, die mithilfe des Entwicklungs- und Transfer-Programms „Künstliche Intelligenz und Digital-Offensive für das Handwerk in NRW“ in Konsortialführerschaft mit unterschiedlichen Kooperationspartnern projektiert und umgesetzt worden sind.
Zwei Innovationen zogen dabei erhöhte Aufmerksamkeit des Fachpublikums auf sich: Zum einen eine Erfasserleichterung für das Warenwirtschaftssystem von Bäckereien mittels eines uhr-ähnlichen Sensor-Armbands, das die Kommissionierung und Abrechnung von zusammengehörigen Bestellungen vereinfacht – eine Neuerung, die auch für andere Branchen mit Ladengeschäft interessant ist - , und zum anderen ein messtechnischer Fortschritt bei der Ermittlung von Rissbildungen und anderen Schwachstellen in Steinen mittels Ultraschall, mit dessen Hilfe Steinmetze, Maurer und Restaurateure die frühere akustische „Klangprobe“ des Ausgangsmaterials vor Weiterbearbeitung ersetzen können. Für die „StoneCrackMon“ (Mon für Monitor, die Red.) benannte KI-Systems erhielten ein maßgeblich FuE-beteiligtes Fraunhofer-Institut und eine Bildhauerei einen der begehrten diesjährigen „Seifriz“ Technologie-Preise (www.fh-mittelstand.com).
Zurückhaltender als in den Vorjahren nutzten Mitgliedsunternehmen aus dem Kammerbezirk Düsseldorf die Möglichkeiten, sich und ihre Erzeugnisse in der großen Leistungsschau zu präsentieren. Auf Schmuck aus grafisch weiter gestaltetem Papiermaché in Verbindung mit Stahl und anderen Metallen, die den tragbaren Unikaten Halt und Eleganz verleihen, hat sich die Düsseldorfer Kunsthandwerkerin Renate Sennewald spezialisiert. Auf der IHM war eine Auswahl ihrer aktuellen Arbeiten im Rahmen einer Gemeinschaftsausstellung von Anemone Tontsch zu sehen. Tontsch, selbst Gestaltende Handwerkerin von Rang, betreibt in der NRW -Landeshauptstadt eine Galerie, die zahlreiche namhafte Kreative und Objektkünstler vertritt.
Den erfolgreichen Abschluss eines Markt-Impulses für Abfallvermeidung und zirkulärere Praktiken im Malerhandwerk konnte in München indes die Handwerkskammer Düsseldorf mitfeiern, hatte sie doch die Redaktion für eine vom Landesinnungsverband der Maler und Lackierer NW angestoßene „Farbeimer-Challenge“ besorgt, als deren Ergebnis mehrere praxistaugliche Lösungen zum Recyceln von Farbeimern zustande gekommen waren. Fünf von mehr als 20 eingereichten Ideen wurden auf der „Zukunft Handwerk“ gezeigt; drei davon prämiert. Zum einen „Paintloop“ - eine App, die Wissen, Beauftragung und Organisation der Entsorgung mit wenigen Klicks zusammenführt, außerdem „Made für Re-Use“, ein Kreislaufsystem zur Rücknahme, sowie das Projekt „Eco-Radius“, ein Werkzeug, das eine unaufwändige Restentleerung von Farbeimern ermöglicht.
Insbesondere die Nachwuchs suchenden Unternehmen (nicht nur an Rhein, Ruhr und Wupper) dürfen sich im Übrigen in 2026 auf ein Aktivitätsjahr der bundesweiten Imagekampagne des Handwerks freuen, welches die beauftragte PR-Agentur CarlNann vor den in München versammelten Verantwortungsträgern der Handwerksorganisation entfaltete: Unter dem Claim „Wir machen Karriere mit Gefühl“ sollen Jugendliche mehr noch als in den Vorjahren in ihren Freizeitpräferenzen abgeholt und die Berufssuche intelligent mit vielgenutzten Gaming-Formaten verknüpft werden (www.handwerk.de).