Energie sparen durch Dachdämmung

Wärmeverluste über das Dach

Alte Gebäude wärmetechnisch nachrüsten

Vom Dach zur Wärmehaube

Fundierte Energieberatung

Wärmeverluste über das Dach
Die Gebäudehülle ist der maßgebende Faktor für den Wärmeverlust „nach außen“. Deshalb ist es häufig sinnvoll, zunächst mit Dämmmaßnahmen zu beginnen. Ältere Gebäude sind oft unzureichend gedämmt - gerade auch am Dach. Jedes Gebäude funktioniert als zusammenhängendes System von Bauteilen und Anlagentechnik. Wird später die Heizungsanlage modernisiert, kann deren Leistung gleich auf den verringerten Energiebedarf des Gebäudes ausgelegt werden. Schwächen am Dach sind in der kalten Jahreszeit einfach zu erkennen: Wo sich an Dachflächen mit gleicher Himmelsrichtung und Neigung durch vorzeitiges Auftauen zuerst Lücken in einem Rauhreif- oder Schneebelag zeigen, fehlt es an wirksamem Wärmeschutz.

Auf das Dach entfallen häufig 15 bis 20% aller Wärmeverluste, mitunter sogar bis zu 30%. Bei Altbauten ist die vorhandene Dämmung oftmals zusammengesackt und lückenhaft, so dass zum Teil nur noch 50% der ursprünglichen Dämmstoffdicke vorhanden ist. Eine schlechte Dachdämmung führt dazu, dass der Dachraum im Sommer überhitzt und im Winter unbehaglich kalt ist. Auch Mäuse oder anderen Nager, die sich im Dach eingenistet haben, können die Wirksamkeit einer vorhandenen Wärmedämmschicht verringern.

Alte Gebäude wärmetechnisch nachrüsten
In Mehrfamilienhäusern, in denen das Dach z.B. aufgrund zu geringer Höhe nicht ausgebaut werden kann oder soll, der nicht-begehbare Dachraum aber zugänglich ist, ist die nachträgliche Dämmung der obersten Geschossdecke bereits seit Ende 2006 . Die Dämmung ist dann erforderlich, wenn der für den Wärmeverlust maßgebliche Wärmedurchgangskoeffizient einen bestimmten Wert überschreitet. Welche Maßnahmen wann erforderlich sind, erfahren Sie von den Fachbetrieben des Dachdeckerhandwerks. Bis zum 31. Dezember 2011 müssen auch begehbare, bisher ungedämmte oberste Geschossdecken beheizter Räume mit einer ausreichenden Wärmedämmung nachgerüstet werden. Diese Nachrüstverpflichtungen werden allerdings auch erfüllt, indem anstelle der Geschossdecke das darüber liegende, bisher ungedämmte Dach entsprechend gedämmt wird.

Ausnahmen von dieser Nachrüstverpflichtung gibt es für die Selbstnutzer von Wohngebäuden mit nicht mehr als zwei Wohnungen. Sofern der Eigentümer eine Wohnung bereits am Stichtag 1. Februar 2002 selbst bewohnt hat, muss die nachträgliche Wärmedämmung erst beim nächsten Eigentümerwechsel erfolgen. Zuständig ist dann der neue Eigentümer. Aber auch unabhängig von einer gesetzlichen Pflicht stellt die Dämmung oberster Geschossdecken oftmals eine sinnvolle und kostensparende Maßnahme dar.

Vom Dach zur Wärmehaube
Den Wärmeverlusten kann man mit geeigneten Maßnahmen begegnen, die den Heizölverbrauch um bis zu 12 Liter pro Jahr und Quadratmeter gedämmter Fläche verringern: Ist der Dachboden ungenutzt oder dient er nur als unbeheizter Lagerraum, kann er kostengünstig mit einer Dämmschicht ausgelegt werden. Bei plattenförmigen Dämmstoffen ist eine mehrlagige, versetzte Einbringung des Materials empfehlenswert. Der Dachdeckerfachbetrieb wird Dämmstärken bis zu 20 cm empfehlen. Falls Holzbalkendecken mit einem Hohlraum vorhanden sind, kann auch loser Dämmstoff – zum Beispiel Perlite, Mineralwolle- oder Zelluloseflocken – eingeblasen werden.

Bei einem ausgebauten Dach mit beheizten Räumen wird man eine Dämmung der Spitzbodendecke, der Dachschrägen, der Giebelwände, der Gauben sowie der Innenwände zu kalten Dachräumen vornehmen. Für solche Arbeiten ist viel handwerkliches Know-how und höchste Sorgfalt erforderlich. Wärmedämmung beruht immer darauf, dass in Poren oder Kammern des Materials eingeschlossene Luft eine Isolationswirkung erzielt. Die Dämmschicht muss möglichst lückenlos und luftdicht aufgebracht werden. Dämmarbeiten sollten daher nur von echten Profis ausgeführt werden – durch versierte Handwerksbetriebe! Allzu oft führen Eigenleistungen oder Nachbarschaftshilfe nicht zum gewünschten Erfolg. Dann ist schnell die Chance „verbaut“, langfristig Energie zu sparen und die Sanierungsmaßnahmen über die Energiekostensenkung zu refinanzieren.

Je nach baulicher Gegebenheit wird der Dachdecker vorschlagen, wie und mit welchem Material die Umgebung der Dachsparren am besten gedämmt werden kann. Für den Feuchteschutz der Dämmung muss eine Folie als Dampfbremse an der Dachraum-Innenseite liegen und jeden Luftdurchtritt verhindern. Dagegen liegt das Unterdach (auch Unterspannbahn) als Witterungsschutz für die Dämmschicht auf der Außenseite der Dämmung. Es muss möglichst diffusionsoffen sein. An allen Anschlusspunkten wie Dachfenstern, Dachgauben und Schornsteinen muss die Konstruktion wind- und luftdicht ausgeführt werden. Wenn das Dach gedämmt und neu gedeckt wird, sollte der Dachüberstand breit genug gewählt werden, um eine nachträgliche Außenwanddämmung zuzulassen. Jede Modernisierungsentscheidung – gerade unter dem Dach – wirkt lange nach. Spätere Verbesserungen werden oft unverhältnismäßig teuer.

Fundierte Energieberatung
Daher empfiehlt sich auch eine umfassende Energieberatung und Sanierungsplanung, bevor man mit einer energetischen Gebäudesanierung beginnt. Der Energiespareffekt ist dann am größten, wenn verschiedene Maßnahmen gut aufeinander abgestimmt sind. Für eine durchdachte Maßnahmenkombination spricht auch die Praxis der Fördermittelvergabe.

Link:
Energieeinsparverordnung 2009

Becker Volker HWK Düsseldorf

Dr. Volker Becker

Abteilungsleiter Technik

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46049 Oberhausen
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