5. November 2026Handwerk rechnet bei neuen Ausbildungsverträgen mit leichtem Plus
Bildungsexperte der HWK Düsseldorf Christian Henke: „Berufe bieten attraktives und verlässliches Angebot, das wieder gerne angenommen wird“
Das Handwerk im Kammerbezirk Düsseldorf (deckungsgleich mit dem Regierungsbezirk) wird auch 2026 voraussichtlich mit einem leichten Plus bei den neu abgeschlossenen Ausbildungsverhältnissen abschließen. Das meldet die HWK auf Basis der vorläufigen Eingänge von Lehrverträgen für das Ausbildungsjahr 2026/27. „Alle Kennzahlen deuten darauf hin,“ betonte der zuständige Geschäftsführer bei der HWK, Dr. Christian Henke, auf mehreren gemeinsamen Stichtags-Pressekonferenzen von Arbeitsagenturen, IHK und Handwerk in der Region. „Angesichts der Konjunkturflaute, der zahlreichen Krisen und der vielerorts gedrückten Stimmung ist das ein starkes Vitalitäts-Signal des Handwerks.“ Selbst der fehlende Abiturjahrgang mache sich im Wirtschafts-bereich „nicht spürbar bemerkbar. Es zeigt sich: Das Handwerk ist für junge Menschen attraktiv,“ so Henke.
Hauptursächlich für die auch im Vergleich zu anderen Ausbildungsmöglichkeiten demonstrierte Strahlkraft sei die „Zukunftsfestigkeit unserer Berufe.“ Künstliche Intelligenz werde die Arbeit im Handwerk auch in naher Zukunft nicht ersetzen. „Sie verändert einzelne Abläufe, doch gefragt bleiben Menschen, die ihr Können praktisch einsetzen, Lösungen entwickeln und vor Ort Verantwortung übernehmen,“ erklärte der Bildungsexperte der Kammer.
Fast alle Branchengruppen melden Zuwächse
Besonders erfreulich: Der positive Trend ist in nahezu allen Bereichen des Wirtschaftszweigs spürbar. Den Spitzenplatz bei den neueingetragenen Ausbildungsverträgen nimmt das Dachdeckerhandwerk mit einem deutlich zweistelligen Plus an neu gewonnenen Nachwuchskräften ein, dicht gefolgt von den Anlagenmechanikerinnen und Anlagenmechaniker sowie den Elektronikerinnen und Elektronikern. Wieder mehr Zugkraft auf Schulabgänger entfalte das Friseur- und das Maler- und Lackiererhandwerk, aber auch die lange gebeutelten Lebensmittelhandwerke liegen ebenfalls aktuell im Plus. Sorgen um eine ausreichend große Kohorte als nächste Fachkräfte-Generation machen sich dagegen die anspruchsvollen Gesundheitshandwerke, die sich gerade schwerer tun, den passenden Berufsnachwuchs zu finden. Trotz dieses Wermutstropfens stimme das Gesamtbild des handwerklichen Ausbildungsmarktes an Rhein, Ruhr und Wupper optimistisch: „Das Handwerk hält in schwerer See Kurs und bietet jungen Menschen vielfältige Chancen und verlässliche Perspektiven, die auch wahrgenommen werden.“