Handwerkskammer Düsseldorf

Nachfolge - Generationswechsel regeln

Wer denkt schon gerne ans Aufhören? Trotzdem spricht alles dafür, die Unternehmensnachfolge frühzeitig vorzubereiten.

Wenn man mitten in der Verantwortung für den eigenen Betrieb steht, ist es nicht leicht, an Rückzug zu denken. Trotzdem ist es wichtig, sich frühzeitig Gedanken zu machen, wenn man sein Lebenswerk in neue Hände geben möchte. Einen Betrieb zu übergeben ist ein komplexer Vorgang und will gut vorbereitet sein.

Wir haben Ihnen die wesentlichen Infos für eine erfolgreiche Unternehmensübertragung zusammengestellt. Wenn es konkret wird, stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.
 Berater/innen der Handwerkskammer Düsseldorf

Konflikte vermeiden

In Familienbetrieben können Konflikte vermieden werden, wenn Betriebsnachfolge und damit im Zusammenhang stehende Erbschaftsangelegenheiten frühzeitig besprochen werden.

Vorsorge treffen

Eine langfristige Nachfolgeplanung heißt auch Vorsorge treffen für den Fall eines unerwarteten Ausfalls des Unternehmers. Außerdem geht es um die Sicherung der Altersvorsorge und die Klärung der steuerlichen und rechtlichen Bedingungen.

Vertrauen schaffen

Mitarbeiter fühlen sich sicherer, wenn sie wissen, dass für den Fortbestand des Unternehmens gesorgt ist. Auch bei den Banken spielt die Nachfolgeregelung eine wichtige Rolle bei der Kreditvergabe.

Neue Aufgaben entdecken

Es kostet Überwindung, sich von seinem Lebenswerk zu lösen, Abschied zu nehmen von vertrauten Tagesabläufen und Lebensgewohnheiten. Je früher sich ein Unternehmer mit der Nachfolge beschäftigt, desto leichter fällt ihm das Loslassen und desto eher beschäftigt er sich mit dem DANACH.

Sprechen Sie mit unserer Betriebsberatung!

Gemeinsam mit Ihnen und Ihrem Steuerberater und Rechtsberater suchen wir die optimale Lösung für Ihren Betrieb.

Ute Rübsamen

Tel. 0211 8795-328
Fax 0211 8795-334
ute.ruebsamen--at--hwk-duesseldorf.de

Gaby Viehoever

Tel. 0211 8795-336
Fax 0211 8795-334
gaby.viehoever--at--hwk-duesseldorf.de

Vorlaufzeit und Zeitrahmen

Rechtzeitig planen

Im Familienbetrieb lassen sich Konflikte vermeiden, wenn frühzeitig die Nachfolgefrage und damit Erbschaftsangelegenheiten besprochen werden und der/die Nachfolger/in weiß, wann was auf sie zu kommt.

Einen Nachfolger von außen zu suchen, zu erproben, zu qualifizieren und einzuarbeiten, braucht viel Zeit. Denken Sie daran, dass ein geeigneter Nachfolger u. U. Zeit braucht, um für eine Übernahme das erforderliche Kapital zu beschaffen.

Weil Banken bei ihren Finanzierungsentscheidungen Wert auf klare Vertretungs- und Nachfolgeregelungen legen, gehen entsprechende Planungen in das Rating jedes Betriebes ein.

Für die eigene Familie und für die Mitarbeiter ist mit einer Nachfolgeregelung Vorsorge für den Fall eines unerwarteten Ausfalls des Unternehmers getroffen.

Stichtagsübergabe

Die Übergabe kann zu einem vorab genau festgelegten Zeitpunt erfolgen. Von diesem Zeitpunkt gehen alle Rechte und Pflichten gemäß den vertraglichen Bestimungen zu Übergabe an den Nachfolger über. Eine Einarbeitungszeit und eine beratende Funktion sind natürlich möglich und sollten entsprechend vereinbart werden.

Schrittweise Übergabe

Der Nachfolger übernimmt nach und nach Verantwortungsbereiche in der Geschäftsführung und schließlich die gesamte Verantwortung für die Unternehmensleitung. Dieser Übergangsprozess kann bis zu drei Jahren dauern, bei einer Übergabe in der Familie auch länger. Eine Unternehmensbeteiligung des Nachfolgers kann auch schrittweise erfolgen.

Wer passt zu mir und meinem Unternehmen

Haben Sie weder in der Familie noch im Betrieb einen geeigneten Nachfolger, sollten Sie sich als Betriebsinhaber Gedanken über das notwenige Profil eines Nachfolgers machen:

  • Welche fachliche Qualifikation, z. B. Meisterprüfung, muss der Nachfolger mitbringen?
  • Sind besondere kaufmännische Kenntnisse und Führungserfahrungen wichtig?
  • Welche persönlichen Eigenschaften sind nötig wie Verhandlungsgeschick, Kontaktfähigkeit, Durchsetzungsvermögen, Einsatzwille?
  • Sollte der Nachfolger Erfahrungen aus anderen Betrieben oder Wirtschaftsbereichen mitbringen?

Tipp:

Versuchen Sie bei der Wahl so objektiv wie möglich zu sein. Erstellen Sie ein Anforderungsprofil mit den erforderlichen kaufmännischen, fachlichen und sozialen Kompetenzen Ihres Nachfolgers.

Die Betriebsberater der Handwerkskammer Düsseldorf helfen Ihnen bei der Suche nach einem Nachfolger.

Verkaufen - Verpachten - Verschenken

Verkauf

  • gegen Einmalzahlung: Sie erhalten den Kaufpreis sofort in einem Betrag, sind unabhängig vom weiteren wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens
  • gegen Ratenzahlung: Sie geben dem Nachfolger die Möglichkeit, den Kaufpreis nach und nach zu bezahlen. Für den so gewährten Kredit können Sie darüber hinaus Zinsen verlangen, stehen aber im Risiko, ob der Käufer seinen Verpflichtungen nachkommen kann.
  • gegen Rentenzahlung: Sie erhalten eine Leib- oder Zeitrente in gleichen Abständen und gleicher Höhe. Auch hier stehen Sie im Risiko, ob der Käufer über die vereinbarte Dauer zur Leistung in der Lage ist.
  • gegen dauernde Last: Sie erhalten eine wiederkehrende Zahlung über einen Mindestzeitraum von 10 Jahren. Die Höhe orientiert sich in der Regel an der wirtschaftlichen Situation des Käufers. Es bleibt Ihr Risiko.

Bei den letzten drei Möglichkeiten ist zu klären, welche Sicherheiten der Käufer bieten kann und was bei Zahlungsverzug geschehen soll.



Verpachtung

Sie bleiben Eigentümer der Vermögenswerte und erhalten vom Pächter eine monatliche Zahlung für die Überlassung des Betriebes. Dies ist eine zeitlich befristete Lösung. Dabei ist zu entscheiden, ob Sie rechtlich die Betriebsaufgabe erklären oder den Betrieb nur ruhen lassen.

Schenkung

Sie übertragen Ihren Betrieb unentgeltlich an Ihren Nachfolger, eventuell gegen private Versorgungsleistungen auf Lebenszeit bei Betriebsübergang innerhalb der Familie.



Was ist das Unternehmen wert?

Für Ermittlung des Unternehmenswertes gibt es eine Reihe von Methoden, aber kein allgemeingültiges Verfahren, mit dem der "wahre" Unternehmenswert" festgestellt werden kann. Dennoch liefern Substanz- oder Ertragswert konkrete Anhaltspunkte für die Verhandlungen mit Ihrem Nachfolger, in denen der Kaufpreis festgelegt wird, sowie für die Berechnung von Pflichtteilsansprüchen bei Erbschaften.

Substanzwertverfahren

Der Substanzwert ist der Zeitwert der im Unternehmen vorhandenen Vermögensgegenstände. D. h. was kostet es, das Unternehmen mit seinen Vermögensgegenständen in seinem jetzigen Zustand neu zu errichten?

Der Substanzwert wird in der Regel zur Ermittlung der Wertuntergrenze eines Betriebes herangezogen. Zukünftige Erträge werden nicht bewertet. Deshalb wird diese Methode häufig bei kleineren ertragsschwachen Unternehmen angewendet.

Ertragswertverfahren

Der Ertragswert ist der Barwert der künftigen Überschüsse der Einnahmen über die Ausgaben. D. h. was ist die Basis für den in der Zukunft erzielbaren Gewinn wert?

Für die Ermittlung des Ertragswertes werden die Betriebsergebnisse der letzten drei bis fünf Jahre analysiert und um kalkulatorische und außerordentliche Werte bereinigt. Auf dieser Grundlage werden die zukünftigen Erträge geschätzt und mit einem Kapitalisierungszinsfuß abgezinst. Dieser Kapitalisierungszinsfuß orientiert sich an Zinssätzen für risikolose Kapitalanlagen wie z.B. deutsche Bundesanleihen und erhöht sich um Risikoaufschläge, die neben dem allgemeinen Unternehmerrisiko die aktuellen Branchen- und Marktrisiken wie auch individuelle Unternehmensrisiken wie Personengebundenheit, Kundenabhängigkeit und Standortentwicklung berücksichtigen.

Das Ertragswertverfahren ist theoretisch die richtige Methode und deutscher Standard. In der Praxis werden Ertragswert- und Substanzwertverfahren meist kombiniert, wobei der Ertragswert in der Regel zu 90 Prozent, den Kaufpreis bestimmt.

Multiplikatorverfahren

Bei diesem Verfahren handelt es sich nicht um eine gesonderte Bewertungsmethode, sondern um eine Darstellungsform der Ertragswertmethode, die in der Praxis häufig zu sehr vereinfacht wird und dann meist zu unrichtigen Ergebnissen führt. Der Kaufpreis wird hier ermittelt, indem der Umsatz mit einem branchenüblichen Faktor multipliziert wird.

Liquidationswert

Betriebe, die keine Zukunftserträge erwarten lassen, sollten aus wirtschaftlichen Gründen aufgegeben werden. In diesem Fall ist der Substanzwert zu mindern um Kosten, die durch eine Auflösung des Unternehmens entstehen.

Interessen des Nachfolgers

Bei den Verkaufsverhandlungen spielen für den Nachfolger nicht nur die objektiven Kriterien eine Rolle, sondern auch:

  • Ist das Vorhaben für mich finanzierbar? Kann ich eine Bank überzeugen mich mit entsprechendem Fremdkapital zu unterstützen? Wie stark ist die Prägung des Betriebes durch meinen Vorgänger?
  • Wie zeitgemäß ist das Unternehmenskonzept?
  • Wie ist die technische Ausstattung des Betriebes? Gibt es zusätzlich zum Kaufpreis in naher Zukunft Investitionsbedarf?
  • Wie ist die Mitarbeiterstruktur? Bestehen Überkapazitäten?
  • Wie werthaltig sind für mich die bestehenden Kunden- und Lieferantenbeziehungen?
  • Welche langfristigen Verträge sind zu übernehmen?
  • Welche Haftungsrisiken für betriebliche Verbindlichkeiten meines Vorgängers kann ich ausschließen?
  • Welche Erträge kann ich erzielen und reichen diese aus, um das notwendige Einkommen zu sichern, die Darlehen zu tilgen und erforderliche Investitionen zu schultern?


Checkliste Abmeldungen

  • Abmeldung des Betriebes über die Kreishandwerkerschaft, bei der Handwerkskammer und bei der Innung in der Kreishandwerkerschaft
  • Abmeldung beim Ordnungsamt der zuständigen Kommune
  • Abmeldung beim Arbeitsamt
  • Abmeldung beim Finanzamt über den Steuerberater
  • Abmeldung bei der Berufsgenossenschaft
  • Abmeldung beim Handelsregister des Amtsgerichtes (sofern im Handelsregister eingetragen) durch Notar
  • Abmeldung von Haftpflicht-, Sach-, Rechtsschutz-, Betriebsunterbrechungs- und sonstigen Versicherungen im Unternehmen
  • Mitteilung an die Krankenkasse bzw. Versicherung
  • Abmeldung des Betriebstelefons
  • Kündigung des Mietvertrages oder auch Mitteilung an Vermieter, je nach Vertrag
  • Mitteilung an Lieferanten und evtl. Suche nach Finanzmodus für bestehende Lieferantenverbindlichkeiten
  • Mitteilung an die Kreditinstitute
  • Abmeldung von Kraftfahrzeugen bei den zuständigen Stellen (Straßenverkehrsamt, Finanzamt, Versicherungen)
  • Kündigung von Verträgen über Zeitschriftenbelieferung, Sponsorenverträgen, Leasingverträgen oder anderen Verträgen (Prüfung von Belegen!)
  • Kündigung der Mitarbeiter unter Prüfung der Beendigung von Werkverträgen (evtl. Suche nach einem Nachfolgeunternehmer für die Durchführung der restlichen Arbeiten und Garantiearbeiten)

Betriebsbörse

Wir unterstützen Mitgliedsbetriebe bei der Suche nach einem Nachfolger und hilft Existenzgründern bei der Suche nach einem Betrieb. Der Service ist kostenfrei.

Betriebsbörse der Handwerkskammer Düsseldorf 





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