7. Juli 2026Sanierungssprint findet starken Anklang im Bau- und Ausbauhandwerk
Neuartige Koordinierungsmethode strafft und beschleunigt Baustellenphase bei energetischer Gebäudeertüchtigung
Rund 60 Handwerkerinnen und Handwerker sind jetzt einer Einladung von Landeshauptstadt, Kreishandwerkerschaft und Handwerkskammer Düsseldorf ins Palais Wittgenstein zu einer Informationsveranstaltung rund um den sogenannten „Sanierungssprint“ gefolgt. Die innovative Methode ermöglicht es, Wohngebäude innerhalb von 22 Tagen umfassend energetisch zu sanieren und damit einen wichtigen Beitrag zum Schutz des Klimas sowie zur Senkung der Nebenkosten zu leisten.
Die Konzeptidee des Sanierungssprints stammt von Bauingenieur Ronald Meyer (bekannt aus dem Fernsehen: Format „Zuhause im Glück“) und ist bereits in einigen Städten wie Köln, Hamburg, Leipzig umgesetzt geworden. Jetzt soll der Sanierungssprint auch in der Landeshauptstadt Düsseldorf starten. Ein Sanierungscoach koordiniert bei der Umsetzung ein Team aus Handwerkerinnen und Handwerkern und organisiert eine aufwendige Gebäudesanierung mit allen Gewerken. Angestrebt wird eine komplette Sanierung innerhalb von 22 Arbeitstagen. Die ersten realisierten Projekte zeigen, dass dieses anspruchsvolle Zeitziel auch erreichbar ist. Alle Prozesse greifen ineinander und das Gebäude ist anschließend wieder schnell bezugsfertig. Elektriker, Heizungsinstallateure, Dachdecker, Tischler und alle weiteren Gewerke werden auf einer Baustelle konzentriert und kommen koordiniert zum Einsatz.
Gemeinsam für mehr Tempo bei der energetischen Sanierung
Die Landeshauptstadt Düsseldorf unterstützt die Einführung des Sanierungssprints gemeinsam mit der Handwerkskammer, der Kreishandwerkerschaft, Haus und Grund und der Umweltakademie Düsseldorf. Ziel ist es, die energetische Sanierungsquote im Gebäudebestand zu erhöhen. Diese stagniert seit vielen Jahren bei 0,7 % pro Jahr, obwohl die Sanierung bestehender Gebäude eine zentrale Rolle beim Erreichen der Klimaziele spielt.
Über 15 Handwerkerinnen und Handwerker haben im Rahmen der Veranstaltung spontan ihr Interesse bekundet, das neuartige Verfahren umzusetzen. Zentrale Herausforderung wird dabei sein, einen stundengetakteten Bauzeitenplan minutiös auf der Baustelle einzuhalten. Nur so kann die energetische Sanierung in dem geplanten Zeitfenster gelingen. Dieser Herausforderung unter der Leitung eines Sanierungscoaches stellen sich die interessierten Betriebe.
„Der Sanierungssprint kann die Antwort des Handwerks auf das serielle Sanieren sein. Beim seriellen Sanieren kommt die Effizienz aus der industriellen Vorfertigung. Die Gefahr ist, dass das Geschäft am regionalen Handwerk vorbeigeht. Beim Sanierungssprint kommt diese Effizienz aus dem Betrieb selbst und damit bleibt die Wertschöpfung auch in der Region“, so Frederic Ferber, Leiter des Zentrums für Umwelt, Energie und Klima der Handwerkskammer Düsseldorf.
Die Umweltakademie wird im Rahmen ihres Fortbildungsprogrammes die Handwerkerinnen zum Sanierungssprint schulen und sorgt dafür, dass die Wertschöpfung bei den Handwerksbetrieben vor Ort verbleibt.
Der Leiter der Umweltakademie Düsseldorf, Lutz Denken hierzu: „Wir freuen uns über das Engagement unserer Düsseldorfer Handwerksbetriebe, sich mit dem Konzept des Sanierungssprints zu befassen und sich entsprechend fortzubilden. Sanierungen im Sprint-Verfahren helfen allen Beteiligten: den Handwerksbetrieben und den Hauseigentümern durch eine exakt eingehaltene Bauzeit, und dem Klima, weil in gleicher Zeit mehr Gebäude saniert werden können!“
Auftakt für den ersten Sanierungssprint in Düsseldorf
Am 5. November 2026 wird das Projekt eine Phase breiterer Bewerbung unter interessierten Bauherren eintreten. Zu diesem Termin wird im EUREF-Campus eine Veranstaltung für Eigentümerinnen und Eigentümer angeboten, die ihr Interesse an einem Sanierungssprint bekunden können.
Der erste Sanierungssprint wird nach erfolgreicher Akquise im Jahr 2027 starten.