Gruppenfoto der Auszubildenden und weiteren Beteiligten bei der Auszeichnung
HWK Düsseldorf / Wilfried Meyer
Sophie-Marie Schmittgen mit Bürgermeisterin Edeltraud Klabuhn (3.v.l.), HWK-Präsident Andreas Ehlert (4.v.l.) und Kreishandwerksmeister Lothar Hellmann (3.v.r.) sowie ihren Ausbildern Michael Jabs und Uwe Grüters (v.r.) und Vertretern der Kreishandwerkerschaft Duisburg (Geschäftsführer Michael Dicke und Kreislehrlingswart Thomas Dosoudil, v.l.)

22. Januar 2025Sophie-Marie Schmittgen aus Duisburg als „Azubi des Monats“ Januar ausgezeichnet

21-Jährige überzeugte durch fachliche Stärke, Eigeninitiative und soziales Engagement

Sophie-Marie Schmittgen wurde zum Ende ihrer Ausbildung zur Kfz-Mechatronikerin mit der Spezialisierung Nutzfahrtechnik eine besondere Ehre zuteil: Die 21-Jährige Duisburgerin wurde am Mittwoch von der Handwerkskammer Düsseldorf und der Kreishandwerkerschaft Duisburg als „Azubi des Monats“ Januar ausgezeichnet. HWK-Präsident Andreas Ehlert und Kreishandwerksmeister Lothar Hellmann überreichten gemeinsam die Urkunde im Ausbildungsbetrieb der angehenden Kfz-Mechatronikerin, den Wirtschaftsbetrieben Duisburg, am Standort Kaßlerfeld.

Übereinstimmend lautete das Urteil der auslobenden Institutionen, dass Sophie-Marie Schmittgen in ihrer Ausbildungszeit nicht nur durch ihre schulischen Leistungen und im Praktischen mit Lernbereitschaft, Teamfähigkeit, Zuverlässigkeit und einer sehr guten Auffassungsgabe überzeugte, sondern durch ihren Einsatz in der Jugend- und Auszubildendenvertretung auch soziales Engagement bewiesen hat. Ausbilder und Werkstattleiter Michael Jabs hob hervor, wie schnell sie sich in betriebliche Abläufe integriert habe und so bereits jetzt aktiv zum Erfolg des Teams beitrage.

Am Ende ihrer mehr als dreijährigen Lehrzeit fällt der Rückblick der jungen Frau auf die spannende Zeit sehr positiv aus. „Super zufrieden“ sei sie mit ihrer Ausbildung, die sie zunächst am Standort Kaßlerfeld und zuletzt an der Schlachthofstraße absolviert hat, wo man sich um die großen Fahrzeuge, etwa für den Winterdienst kümmert. Und sie weiß auch schon, wie es weitergehen soll: Nach bestandener Gesellenprüfung wird sie voraussichtlich an ihrem derzeitigen Einsatzort weiterarbeiten. Und sie will direkt im Anschluss ihren Meister machen, „das hab‘ ich mir selbst versprochen.“

Entscheidung für Ausbildung im Handwerk fiel früh

Dass es eine handwerkliche Ausbildung sein sollte, wusste Sophie-Marie schon recht früh, und das kam durch ihren Uropa. Mit ihm bastelte sie oft in seiner Werkstatt im Keller, hat mit Holz an Aufbauten für die Modelleisenbahn gearbeitet oder Lampen gelötet. Das prägte sie, noch bevor sie sich – durch ihre Vorliebe für Motorräder – für das Kfz-Handwerk interessierte. Über die Agentur für Arbeit informierte sie sich nach dem Realschulabschluss über die Möglichkeiten für die Ausbildung zur Mechatronikerin. Unter mehreren Optionen wählte sie schließlich die Wirtschaftsbetriebe Duisburg, eine Entscheidung, die sie nicht bereut hat. „Ich lebe in Duisburg, bin hier geboren und finde es toll, auch für die Stadt zu arbeiten.“

Was ihr am meisten Spaß macht, kann die 21-Jährige gar nicht sagen – da gibt es einiges: ob sie einen Aufsatzrasenmäher komplett zerlegt, Teile richtet und das durch einen Unfall beschädigte Mähwerk wieder instand setzt oder Wartungsarbeiten an einer Kehrmaschine durchführt. „Auch auf so einen großen LKW draufzuklettern, und beim Arbeiten oben auf dem Dach zu liegen, ist cool!“ lächelt sie. An einer Sache dranbleiben, einen Auftrag nach und nach abzuarbeiten, das liegt ihr. Vieles konnte sie schon als Auszubildende eigenständig ausführen, und angesichts der Vielfalt der Fahrzeuge, die bei den Wirtschaftsbetrieben eingesetzt werden, wird es nie langweilig. Mit den unterschiedlichen technischen Funktionen und verschiedenen Herstellern ist Sophie-Marie Schmittgen bestens vertraut, die Fachbegriffe kommen ihr leicht über die Lippen. Auch über neueste Technologien weiß sie Bescheid – ob die Wirtschaftsbetriebe beispielsweise Wasserstofffahrzeuge einsetzen (ja). 

Wissbegierig müsse man schon sein, sich „richtig reinfuchsen“ – und im Team arbeiten können, denn „an einem LKW kann man nicht alles alleine machen“, erklärt Sophie-Marie Schmittgen auf die Frage, was man für den Beruf der Kfz-Mechatronikerin in diesem Bereich mitbringen müsste. Diese Teamfähigkeit setzt sie nicht nur für das eigene Fortkommen ein, sondern engagiert sich zusätzlich in der Jugend- und Ausbildungsvertretung. Diese unterstützt die rund 90 Azubis der Duisburger Wirtschaftsbetriebe beim „Ankommen“ in der Ausbildung oder beispielsweise bei Personalgesprächen. Schulungen, regelmäßige Sitzungen und der Austausch mit der Personalleitung gehören zu den Aufgaben als Mitglied des Gremiums.

Kammerpräsident, Kreishandwerksmeister und Bürgermeisterin gratulierten

Von so viel Einsatz und Expertise zeigte sich der Präsident der Handwerkskammer, Andreas Ehlert, beeindruckt: „Wie Sie in Ihrem Handwerk nach drei Jahren Ausbildungszeit bereits ‚zuhause‘ sind und wie viel Leidenschaft Sie bei Ihrer Tätigkeit schon jetzt an den Tag legen, kann einen nur begeistern.“ In seiner Laudatio verwies er darauf, wie das Beispiel eines jungen Menschen, der erkennbar Freude an seinem Beruf hat und mit der Entscheidung für eine Ausbildung im Handwerk so zufrieden sei wie Sophie-Marie Schmittgen, das „beste Vorbild“ für andere Jugendliche sei, die vielleicht noch nicht so genau wüssten, wohin es gehen soll. Ehlert: „Mit 21 Jahren werden Sie in Kürze Ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen haben, Ihren Lebensunterhalt bestreiten, auf eigen Beinen stehen – und weitere Karriereschritte stehen Ihnen offen.“ Gleichzeitig unterstrich er den Wunsch, dass es in Zukunft hoffentlich einmal nichts Besonderes mehr sei, wenn eine junge Frau einen technischen Beruf erlernt bzw. ausübt. Zurzeit sei dies aber die Realität (Schmittgen ist einziger weiblicher Azubi in diesem Bereich), „und auch da können Sie vielleicht Mut machen, es einfach zu probieren!“, so der Kammerpräsident.

Kreishandwerksmeister Lothar Hellmann nutzte die Gelegenheit, neben dem Lernwillen der Nachwuchskraft auch die Bemühungen der Ausbilder zu loben, die offenbar „beste Arbeit geleistet“ hätten. „Welche Möglichkeiten unsere kommunalen Betriebe bieten, hat mancher gar nicht auf dem Schirm. Was hier die Handwerksmeisterinnen und -meister in der Ausbildung und nicht zuletzt auch im Prüfungswesen leisten, verdient viel mehr Beachtung.“ Das Engagement der jungen Auszubildenden sei ein positives Signal und strafe zudem die Pessimisten Lügen, die ständig über die junge Generation jammerten.

Auch die Stadt Duisburg gratulierte der Auszubildenden und würdigte die Leistung der jungen Frau: Bürgermeisterin Edeltraud Klabuhn bezeichnete Sophie-Marie Schmittgen als „denkbar beste Botschafterin des Handwerks in unserer Stadt und herausragendes Beispiel für die Vielfalt und Perspektiven einer Ausbildung im Handwerk.“

Sophie-Marie Schmittgen freute sich nach eigenen Worten „riesig“, als sie von der bevorstehenden Auszeichnung hörte. Dass ihr das viele Lob zu Kopf steigt, ist nicht zu befürchten. Die junge Frau ist zum Glück ganz bodenständig, offen und natürlich. In ihrer Freizeit fährt sie Motorrad und ist Fußball-Fan (natürlich vom MSV Duisburg).

Sophie-Marie Schmittgen, Azubi des Monats, zeigt ihre Urkunde
HWK Düsseldorf / Wilfried Meyer