Das neue Präsidium der HWK Düsseldorf zusammen mit Mona Neubaur und
HWK Düsseldorf / Wilfried Meyer
v.l. Präsident Andreas Ehlert, die Vizepräsidentinnen Sandra Gronemeier und Özlem Yarar, NRW-Ministerin Mona Neubaur und Regierungspräsident Thomas Schürmann

22. April 2026Vollversammlung: Ehlert bleibt Präsident – Gronemeier und Yarar rücken ins Präsidium

Ehlert: „Reform-Agenda auf Bedarfe von Handwerk und Mittelstand ausrichten“

Özlem Yarar und Sandra Gronemeier zu neuen Vizepräsidentinnen gewählt

Andreas Ehlert führt die Handwerkskammer Düsseldorf (HWK) auch in den kommenden fünf Jahren. Der 64-Jährige selbstständige Schornsteinfegermeister aus Düsseldorf wurde am Mittwoch von der 90-köpfigen Kammervollversammlung (60 Arbeitgeber- und 30 Arbeitnehmervertreter) in geheimer Wahl mit überwältigender Mehrheit als Präsident im Amt bestätigt. Ehlert hat das Spitzenamt seit 1. April 2014 inne; es ist seine vierte Wahlperiode. Ebenfalls mit außerordentlich großem Rückhalt stattete das oberste Beschlussgremium die beiden neugewählten Vizepräsidentinnen Automobilkauffrau Özlem Yarar (von Arbeitnehmerseite; 43) und Maßschneidermeisterin Sandra Gronemeier (57; für die Arbeitgeberseite; beide Düsseldorf) aus. Nicht für eine erneute Wahlperiode zur Verfügung gestellt hatten sich die bisherigen Vizepräsidenten Bernd Münzenhofer (Gesellenseite) und Gerd Peters; die Vollversammlung würdigte beider Verdienste mit der Ernennung zu Ehrenvizepräsidenten. Peters, der der der VV seit 25, dem HWK-Vorstand seit 15 und dem Präsidium seit zehn Jahren angehört hatte, erhielt zudem mit dem Goldenen Ehrenring die höchste Kammerauszeichnung.

Zentrale Herausforderungen: Ausbildung, Betriebsnachfolge und Reformbedarf

Der alte und neue HWK-Präsident stellte seinen Dank an das oberste Beschlussorgan der Kammer für den breiten Rückhalt in einen größeren Zusammenhang: Die Selbstverwaltung im Handwerk und das ehrenamtliche Engagement der Unternehmer und Arbeitnehmer in deren Gremien seien eine „unabdingbare Voraussetzung dafür, dass das Handwerk eine starke, eigenständige Stimme in Gesellschaft und gegenüber der Politik hat“, betonte der Handwerkspräsident. Als zentrale Themen auf der Kammer-Agenda der kommenden fünf Jahre ganz oben stünden die weitere Stärkung der Qualität und Attraktivität der dualen Ausbildung sowie die Sicherung möglichst vieler Betriebsnachfolgen: Mehr als zehntausend Unternehmen alleine im Kammerbezirk haben in der bevorstehenden Halbdekade den Betriebsübergang zu regeln. „Gelingt dies nicht, drohen vermehrt Betriebsschlies-sungen und der Verlust von Ausbildungsplätzen und regionaler Wirtschaftskraft.“ Beide Themen müssten deshalb „strategisch angegangen werden“, warb Ehlert bei den Gremienmitgliedern dafür, die zentralen Anliegen des Handwerks wie bisher in großer Geschlossenheit zu vertreten. Angesichts zunehmenden wirtschaftlichen Drucks aus explodierten Energiepreisen und steigenden Lohnnebenkosten sowie immer drängenderem Handlungsbedarf bei Sozialversicherungen, Steuern und Bürokratie sei es „essenziell, gemeinsam auf ein schnelles, schlüssiges Reform-Gesamtkonzept zu dringen.“ In Richtung Berlin forderte Ehlert, der auch Präsident der Landeshandwerksvertretung HANDWERK.NRW ist, die Bundesregierung auf, die „Reformagenda auf die Bedarfe von Handwerk und Mittelstand auszurichten, der Herzkammer von Wirtschaft und Beschäftigung!“

Neue Vizepräsidentinnen stärken weibliche Führung in der HWK

Mit dem Einzug von Özlem Yarar und Sandra Gronemeier ins dreiköpfige Präsidium liegt die Entscheidungsfindung in der Handwerkskammer erstmals prononciert in weiblicher Hand:

Özlem Yarar, die ihre Schulzeit bis zur Mittleren Reife noch in der Türkei verbracht hatte, leitet heute den kaufmännischen und den Ausbildungs-Bereich der Firma Stellantis&You Deutschland GmbH Niederlassung Rhein-Ruhr (Düsseldorf), deren Betriebsratsvorsitzende sie auch ist, und engagiert sich ehrenamtlich außerdem u.a. als Gesellenprüferin und Arbeitsrichterin am Landesarbeitsgericht. Özlem Yarar hat – ebenso wie Sandra Gronemeier - auch bisher schon dem Kammervorstand angehört, und strebt in ihrer künftig noch herausgehobeneren Mitgestaltungs-Möglichkeit als Vizepräsidentin der HWK von Arbeitnehmerseite v.a. an, das Interesse und die Motivation von Jugendlichen für handwerkliche Berufe zu stärken und „Handwerk so gezielt wie möglich in deren Lebenswelt zu bringen, insbesondere in Schulen und Jugendzentren,“ gab Yarar vor der VV Einblick in ihre Pläne. Ihr Augenmerk gelte ferner dem Ziel, eine höhere Präsenz von Frauen auf allen Ebenen des Handwerks zu erreichen – über mehr Zugang zu Qualifizierungs- und Weiterbildungsangeboten, stärkere Sichtbarkeit in Netzwerken, Förderung der Übernahme von Führungspositionen „und generell die Möglichkeit, Vorbilder zu finden und selbst zu Vorbildern zu werden.“

Die neue Vizepräsidentin von Arbeitgeberseite Sandra Gronemeier, die mit eigenem Atelier in Düsseldorf als Damenschneidermeisterin arbeitet, betonte bei Gelegenheit ihrer Wahl, nur durch Engagement im gesellschaftlichen wie im politischen Raum werde Veränderung von Rahmenbedingungen möglich. Darüber hinaus verdiene und verlange der vom Handwerk seit je her vorgelebte Nachhaltigkeitsaspekt noch nachdrücklicher als bisher in der Öffentlichkeit vertreten zu werden: Nicht zuletzt ihr eigener, gestaltender Handwerksberuf zeichne sich durch die Langlebigkeit der kreierten Produkte und der mit Couture verbundenen Serviceleistungen aus.

 

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