Immer gut besucht: Kunsthandwerk auf dem Parkdeck der Handwerkskammer
HWK Düsseldorf
Immer gut besucht: Kunsthandwerk auf dem Parkdeck der Handwerkskammer

15 Jahre Kunsthandwerk auf dem Parkdeck

Pressemitteilung Nr. 31 vom 10.7.2017

Wenn das keine Grund zum Feiern ist: Zum 15. Mal verwandelte am Wochenende der „Düsseldorfer Markt für Zeitgenössisches Kunsthandwerk“ das Parkdeck der Handwerkskammer am Georg-Schulhoff-Platz in ein luftiges Ausstellungsgelände für Kunst.Handwerk.Design. Das hochwertige Angebot aus den Bereichen Schmuck, Textil/Leder, Keramik, Glas, Holz, Metall, Stein, Foto und Papier lud auch in diesem Jahr mehrere Tausend Interessierte zum Schauen und Entdecken ein. Mit unverwechselbar sommerlichem Flair ist „Kunsthandwerk auf dem Parkdeck“ für viele Besucher seit Jahren ein fester Termin im Kulturkalender – langweilig wird es trotzdem nicht. Dafür garantiert Uwe Müller-Biebel, der den Markt organisiert und immer wieder neue und interessante Kunsthandwerker aus dem Rheinland, aber auch Gäste aus ganz Deutschland und den Nachbarländern einlädt. Aus Düsseldorf kamen in diesem Jahr neun Anbieter von Schmuck- und Textilkreationen. Das heißt: Handwerkliche Avantgarde, die kein anderer trägt! Denn das Prinzip des handgefertigten Unikats ist die Einzigartigkeit – von der Idee bis zur Ausführung.

Für jeden ist etwas dabei

Rund 80 Aussteller – Meisterinnen und Meister, Designerinnen und Designer sowie Talente der Hochschulen für Handwerksdesign / Gestaltung aus Aachen und Münster – stellten auf der 1500 Quadratmeter großen Fläche unter dem futuristischen Dach des Parkdecks aus. Klassisches Kunsthandwerk, freie künstlerische Objekte, individuelle und schöne Gebrauchsgegenstände, Charaktervolles wie Charmant-Verspieltes – für jeden war etwas dabei. Beispiel Glas – ein überaus faszinierender Werkstoff: Von der Glasmacherin aus Berlin und ihren traditionell mit der Glasmacherpfeife mundgeblasenen Gefäßen (Barbara Ebner von Eschenbach) über Wolfgang Gersonde, der im Fusing-Verfahren arbeitet und Künstlerinnen, die freie Objekte aus Glas schaffen wie Staatspreisträgerin Uta Majmudar oder Elena Graure-Manta (Erftstadt), bis hin zu Michael Schwarzmüller aus Karlsruhe mit seinen verblüffend filigranen wie robusten Kreationen für die gehobene Küche (jüngst ausgezeichnet mit dem Eunique-Award 2017) reichte die Vielfalt der unterschiedlichen Techniken und Produkte.

Trends in Handwerkskunst und Design aus erster Hand

Dem Besucher bieten sich nicht nur ausgefallene Produkte, sondern auch die Möglichkeit, sich aus erster Hand über neueste Trends in Handwerkskunst und Design zu informieren. Viele nutzen die Gelegenheit, um mit den Ausstellern ins Gespräch gekommen – sei es, um die Anfertigung einer Metallskulptur für den Garten zu planen oder etwas über besondere Materialeigenschaften zu erfahren. Und dabei gibt es fast immer Neues und Spannendes: So bei „Hughes & Templin“, einer Engländerin und einem Amerikaner, beide Schmuckdesigner, jedoch mit gegensätzlichem Stil. Katzie Hughes entwirft schlichte, fast strenge Formen (es dominieren Würfel und Rechteck), die sich frei kombinieren lassen und raffinierte, variable Schmuckstücke ergeben. Die Ringe von Scott Templin hingegen, oft mit ausdruckstarken Farbsteinen, haben weichere Formen. Michael Berger, der für seinen kinetischen Schmuck bekannt ist, hat im letzten Jahr den Gestaltungswettbewerb für den Werner-von-Siemens-Ring gewonnen, eine der höchsten deutschen Auszeichnungen auf dem Gebiet von Naturwissenschaft und Technik. Für den Preisträger, Tunnelbohr-Spezialist Martin Herrenknecht, entwickelte der Düsseldorfer in monatelanger Kleinarbeit einen passenden, technisch höchst anspruchsvollen Ring mit beweglichen Teilen.

Fotograf Michael Wagener, der überwiegend Schwarz-Weiß-Fotografien, beispielsweise Gebirgslandschaften, präsentiert, erzählt begeistert von einem UN-Dokumentarfoto-Projekt zum Thema Nachhaltigkeit, bei dem er Schüler aus Köln betreute – eine Ausstellung mit den besten Bildern soll voraussichtlich demnächst auf Bahnhöfen in ganz Deutschland gezeigt werden. Und wenn die erfahrene Keramikerin Christine Atmer de Reig erklärt, wie die leuchtenden Farbtöne ihrer neuen Arbeiten zustande kommen oder die junge Glasmacherin Barbara Ebner von Eschenbach – sie arbeitete nach ihrer Ausbildung unter anderem in Dänemark und Luxemburg – über skandinavische Glasstudios und deutsches Glasmacherhandwerk berichtet, wird die Faszination des Kunsthandwerks greifbar. Konkurrenz ist aufgrund der großen Vielfalt des Angebots übrigens kein Thema, im Gegenteil: Auch unter den Künstlern wird der Austausch geschätzt, besonders wenn man während des Schaffensprozesses viel Zeit allein im Atelier verbringt.

Frauke Kerkmann

Pressereferentin

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