Michaela Bohnen wurde jetzt als Lehrling des Monats November ausgezeichnet.
HWK Düsseldorf
(v. l.): stv. Obermeister der Elektro-Innung Gisbert Janssen, Kreishandwerksmeister Frank Mund, Lehrling des Monats November Michaela Bohnen, Kammerpräsident Andreas Ehlert, Kuno Schwamborn und Michael Schroeren, Bürgermeister von Mönchengladbach

Lehrling des Monats November 2017

Pressemitteilung Nr. 59 vom 24.11.2017

Erster weiblicher Azubi in technischer Ausbildung bei Hepp-Schwamborn gleich der Beste.
Kreishandwerkerschaft und Handwerkskammer zeichneten Lehrling des Monats November aus.

"Ich habe Abitur. Mit diesem Abschluss eine technische Ausbildung zu beginnen, ist für mich absolut kein Gegensatz. Handwerklich zu arbeiten erfordert genau so viel Theorie wie Praxis. Diese Kombination ist es, was ich wollte: Zu erleben, wenn man einen Schaden vorher gesehen hat - und wie es nachher aussieht, wenn er repariert ist und alles wieder funktioniert!" bekennt sich Michaela Bohnen stolz zu ihrer Neigung und Begabung.

Die 21-Jährige erlernt bei der Firma Hepp-Schwamborn GmbH & Co. KG in Mönchengladbach - einem Spezialunternehmen für Energieverteilung, Datentechnik und Anlagenautomation - im 2. Ausbildungsjahr den Elektronikerberuf in der Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik. Und überzeugt bereits jetzt ihre Ausbilder und ihren Arbeitgeber Kuno Schwamborn so sehr, dass die Kreishandwerkerschaft Mönchengladbach und die Handwerkskammer Düsseldorf den ersten weiblichen Azubi in gewerblich-technischer Ausbildung in dem 98 Jahre alten Familienunternehmen zum "Lehrling des Monats" November 2017 im Kammerbezirk (deckungsgleich mit dem Regierungsbezirk) kürten. HWK-Präsident Andreas Ehlert und Kreishandwerksmeister Frank Mund überreichten die Auszeichnungsurkunde und eine "Ice-Watch" als Anerkennung am Freitag am Firmensitz in der Rheydter Bunsenstraße.

"Sie arbeitet hochkonzentriert, präzise und mit Überblick; und sie bleibt dran", zitierte Mund die bei der Kandidatenauswahl übermittelte Einschätzung von Ausbildungsmeister Sascha Jöcken. "Alle Teams wollen sie immer gern bei den Projekten dabei haben.";  "Und ihre Noten in der Berufsschule - alles Zweien und Einsen - sind exzellent", bestätigte auch Chef Schwamborn, Geschäftsführender Gesellschafter des "Hidden Champions" für Industrieelektronik am Niederrhein, der bekannte, "zunächst ein bisschen skeptisch" gewesen zu sein, weil trotz aller Hilfen an Hebezeug und Automatisierungen Montagen und der Umgang mit zentimeterdicken Industriekabeln auch "einige körperliche Robustheit" verlangten, und weil Arbeiten nicht selten dann ausgeführt werden, wenn sie den Geschäftsbetrieb beim Auftraggeber nicht stören, "also auch schon mal abends und an Wochenenden" - aber auch deshalb, weil sich auch die Kollegen erst daran gewöhnen mussten, was sie einer jungen Frau an Arbeit zumuten können. Und das ist schlicht: alles. Denn Respekt hat sich Michaela Bohnen bei den Teams und Projekten stets gleich mit der Ansage verschafft: "Ich bin eine wie ihr. Ich mache alles. Ich will keine Sonderstellung!" Das schließt dann schon einmal ein, in Zwischendecken auf unliebsames Getier zu stoßen und im Kühlraum eine halbe Stunde lang bei 22 Grad Minus Lichtbänder auszutauschen - gut gepolstert natürlich. Das Auskommen mit den Männern ist für die unerschrockene junge Frau erst recht kein Problem: "Klar gibt´s Flachs und Sprüche. Aber das ist unter Frauen ja auch nicht anders", so die gebürtige Viersenerin, die sich gut auch schon den nächsten Qualifizierungsschritt zur Meisterin ihres Fachs vorstellen kann, trocken. "Ihre selbstverständliche Aufnahme und das gute Miteinander auch auf den Baustellen haben mich überzeugt, künftig verstärkt auf Frauen auch in den handwerklich-technischen Ausbildungsbereichen zu setzen", so Schwamborn, dessen inklusive der 14 Auszubildenden 145 Mitarbeiter großes Unternehmen wie viele Handwerksfirmen ein rückläufiges Bewerberaufkommen verzeichnet. Der international erfolgreiche Elektroanlagenbauer hat längst umfassende strategische Aktivität entfaltet, um gegenzusteuern und den Fachkräftebedarf der wachsenden Firma zu sichern. So fördert das auch auf Digitalisierungsmärkten stark gefragte Traditionsunternehmen seinen Nachwuchs mit zusätzlichen, vertiefenden Qualifikationen - einschließlich der Möglichkeit zur Meisterausbildung - bindet Werksstudenten ein und hat konzeptionell an der Entwicklung des Trialen Studiengangs zum Bachelor in Handwerksmanagement an der Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach mitgewirkt.

Ein Kind einer Akademikerfamilie, das eine Gesellenausbildung aufnimmt, galt nach der OECD und ihren jährlichen Bildungsberichten bis vor kurzem als Bildungsabsteigerin. Das von der bundesdeutschen Politik viele Jahre lang blind übernommene Verdikt aus Genf hat auch die Entscheidung junger Frauen für eine duale Berufsausbildung behindert. Umso mehr freue ich mich über jede Schulabgängerin ohne oder - wie bei Michaela Bohnen - besonders mit Abitur, die sich in ihren Neigungen und Berufsvorstellungen nicht auf traditionelle berufliche Karrierevorstellungen festlegen lässt, mit Werkzeug umgehen und sich in einem technikgeprägten Umfeld zurechtfinden will. "Die Kammer unterstützt  im Rahmen einer eigenen Kampagne 'Wir können Technik!', alle Schulabgängerinnen, die so denken", stellte Kammerpräsident Ehlert den vielversprechenden Berufseinstieg des aktuellen "Lehrlings des Monats" in einen größeren Zusammenhang.

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Alexander Konrad

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